Südkorea Ex-Justizminister 25 Jahre Haft

Südkoreas Ex-Justizminister Park Sung-jae zu 25 Jahren Haft wegen Aufruhrs bei Yoons Kriegsrechtserklärung 2024 verurteilt, Urteil über Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.

Südkorea Ex-Justizminister 25 Jahre Haft
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Ein südkoreanisches Gericht verurteilte den ehemaligen Justizminister Park Sung-jae am 22. Juni 2026 zu 25 Jahren Haft wegen seiner zentralen Rolle bei der kurzzeitigen, aber traumatischen Verhängung des Kriegsrechts durch den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol im Dezember 2024. Das Bezirksgericht Seoul Central befand Park des Aufruhrs und Machtmissbrauchs für schuldig und verhängte eine Strafe, die über die von der Staatsanwaltschaft geforderten 20 Jahre hinausging.

Hintergrund: Die Kriegsrechtskrise vom Dezember 2024

Am 3. Dezember 2024 verhängte Präsident Yoon Suk-yeol überraschend das Kriegsrecht und beschuldigte die oppositionelle Demokratische Partei 'staatsfeindlicher Aktivitäten' und Sympathie für Nordkorea. Es war die erste Kriegsrechtserklärung seit der Militärdiktatur von 1980. Innerhalb weniger Stunden umgingen 190 Abgeordnete militärische Blockaden, erreichten die Nationalversammlung und stimmten einstimmig für die Aufhebung des Befehls, was Yoon zum Rückzug zwang. Der gescheiterte Machtgriff stürzte Südkorea in seine schwerste politische Krise seit Jahrzehnten und führte zu Yoons Amtsenthebung am 14. Dezember, seiner Verhaftung im Januar 2025 und schließlich zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Aufruhrs im Februar 2026.

Die Folgen erstreckten sich tief in Yoons Kabinett. Der ehemalige Premierminister Han Duck-soo wurde im Januar 2026 zu 23 Jahren verurteilt, und der ehemalige Verteidigungsminister Kim Yong-hyun erhielt wegen der Preisgabe geheimer Informationen 30 Jahre. Die südkoreanische politische Krise hat die demokratische Landschaft des Landes neu geformt.

Park Sung-jaes Rolle beim Aufstand

Das Gericht stellte fest, dass Park eine 'Schlüsselrolle' bei der Vorbereitung der Kriegsrechtserklärung spielte. Laut vorgelegten Beweisen berief Park kurz nach Yoons Ankündigung ein Treffen hochrangiger Justizministeriumsbeamten ein, um die Entsendung von Staatsanwälten an wichtige Orte zu koordinieren, die Gefängniskapazität zur Inhaftierung von Oppositionspolitikern zu prüfen und Reiseverbotsbeamte zum Dienst zu beordern.

Richter Lee Jin-kwan erklärte, Park habe 'seiner Pflicht zur Wahrung der Verfassung den Rücken gekehrt, als er glaubte, der Aufstand könne gelingen.' Das Urteil betonte, dass Park als oberster Rechtsbeamter des Landes die verfassungsmäßige Ordnung hätte verteidigen müssen, stattdessen aber aktiv die Niederschlagung erleichterte.

Park bestritt alle Anschuldigungen und behauptete, er habe lediglich Pflichten erfüllt, die einem 'nationalen Notstand' angemessen seien. Seine Verteidigung argumentierte, er habe auf Anordnung des Präsidenten gehandelt und nicht die Absicht gehabt, die Verfassung zu untergraben. Das Gericht wies diese Verteidigung zurück und stellte fest, dass Parks Handlungen weit über das routinemäßige Krisenmanagement hinausgingen.

Breitere justizielle Aufarbeitung

Parks Verurteilung ist Teil einer breiteren justiziellen Aufarbeitung von Yoons innerem Kreis. Der ehemalige Präsident selbst erhielt am 19. Februar 2026 eine lebenslange Haftstrafe wegen der Führung des Aufstands. Zusätzlich wurde Yoon in einem separaten Fall zu 30 Jahren verurteilt, weil er im Oktober 2024 Drohnenflüge über Pjöngjang angeordnet hatte, um Spannungen mit Nordkorea als Vorwand für das Kriegsrecht zu fabrizieren. In diesem Fall wurde auch der ehemalige Verteidigungsminister Kim Yong-hyun zu 30 Jahren verurteilt.

Die lebenslange Haftstrafe für Yoon Suk-yeol war ein historischer Moment und machte Yoon zum vierten ehemaligen südkoreanischen Präsidenten, der strafrechtlich verurteilt wurde. Das Verfassungsgericht hatte seine Amtsenthebung im April 2025 bereits einstimmig bestätigt, was eine vorgezogene Präsidentschaftswahl auslöste, die Oppositionsführer Lee Jae-myung gewann.

Die ursprüngliche 23-jährige Haftstrafe des ehemaligen Premierministers Han Duck-soo wurde im Mai 2026 auf 15 Jahre reduziert, obwohl er weiterhin inhaftiert bleibt. Die unterschiedlichen Strafen spiegeln die Einschätzung des Gerichts über den Grad der Beteiligung und Schuld jedes Beamten wider.

Auswirkungen auf die südkoreanische Demokratie

Die Kriegsrechtskrise und die anschließenden Strafverfolgungen hatten tiefgreifende Auswirkungen auf die Demokratie Südkoreas. Die südkoreanische Demokratie nach dem Kriegsrecht wurde auf die Probe gestellt, und Massenproteste sowohl für als auch gegen Yoons Amtsenthebung offenbarten tiefe gesellschaftliche Spaltungen. Die schnelle legislative und justizielle Reaktion auf den Putschversuch wurde jedoch weithin als Beweis für die Widerstandsfähigkeit der südkoreanischen demokratischen Institutionen gelobt.

Politische Analysten stellen fest, dass die Krise Reformen beschleunigt hat, die darauf abzielen, zukünftigen Machtmissbrauch des Präsidenten zu verhindern. Die Nationalversammlung hat Gesetze verabschiedet, die die Befugnis des Präsidenten zur Verhängung des Kriegsrechts einschränken und die richterliche Kontrolle von Notstandsbefugnissen stärken.

Häufig gestellte Fragen

Wessen wurde Park Sung-jae für schuldig befunden?

Park Sung-jae wurde des Aufruhrs und Machtmissbrauchs für schuldig befunden und zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Was tat Park während der Kriegsrechtserklärung?

Er berief hochrangige Justizbeamte ein, um die Entsendung von Staatsanwälten zu koordinieren, die Gefängniskapazität zu prüfen und Reiseverbote durchzusetzen.

Wie lange dauerte Yoons Kriegsrecht?

Die Erklärung dauerte nur etwa sechs Stunden. Die Nationalversammlung stimmte mit 190:0 für die Aufhebung.

Welche Strafen erhielten andere Yoon-Beamte?

Yoon erhielt lebenslänglich plus 30 Jahre, Han Duck-soo 23 Jahre (reduziert auf 15), Kim Yong-hyun 30 Jahre.

Kann Park Berufung einlegen?

Ja, Park hat das Recht auf Berufung. Sein Team erwägt dies, aber es wurde noch keine formelle Entscheidung getroffen.

Quellen

Informationen für diesen Artikel stammen von Gerichtsurteilen, Nachrichtenberichten von The Korea Times, AP News, The Guardian und Wikipedia.

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