Südkorea: Ex-Präsident Yoon zu Lebenslang verurteilt | 2026

Ehemaliger Präsident Yoon Suk-yeol am 19. Februar 2026 zu lebenslanger Haft für Aufstand während Kriegsrechtskrise 2024 verurteilt. Umfassende Analyse des Urteils, Zeitablauf und politische Konsequenzen.

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Was ist der Fall Yoon Suk-yeol?

Ehemaliger Präsident Yoon Suk-yeol wurde am 19. Februar 2026 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er während der Kriegsrechtserklärung 2024 einen Aufstand anführte. Das Urteil des Seoul Central District Court beendet ein 443-tägiges Verfahren und macht ihn zum ersten Ex-Präsidenten mit Lebensstrafe seit 1996.

Hintergrund: Die Kriegsrechtskrise 2024

Am 3. Dezember 2024 verhängte Yoon Kriegsrecht, beschuldigte die Opposition und suspendierte die Nationalversammlung, was als Putschversuch galt. Innerhalb von sechs Stunden hob das Parlament die Maßnahme auf, ähnlich dem Putschversuch 1979, und verhinderte eine autoritäre Übernahme.

Schlüsselereignisse im Gerichtsverfahren

Von Verhaftung bis Amtsenthebung

Das Verfahren verlief schnell: Yoon wurde am 15. Januar 2025 als erster amtierender Präsident verhaftet, am 4. April 2025 einstimmig des Amtes enthoben, im Juni 2025 wurde Lee Jae Myung zum Präsidenten gewählt, im Dezember 2025 die Untersuchung abgeschlossen, im Januar 2026 forderte die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe, und am 19. Februar 2026 verurteilte das Gericht ihn zu lebenslanger Haft.

Die Gerichtsentscheidung

Richter Jee Gwi-yeon erklärte, Yoons Handlungen seien ein gezielter Plan zur Machtübernahme, illegale Mobilisierung von Sicherheitskräften, Inhaftierung von Politikern und Anspruch auf unkontrollierte Autorität. Das Gericht fand, dass der Kern des Falls Yoons Entscheidung war, Truppen zur Nationalversammlung zu schicken, um die Legislative zu behindern, wobei mildernde Umstände genannt wurden, da der Plan nicht sorgfältig orchestriert war und Gewalt begrenzt blieb.

'Yoon zeigte keine Reue für die enormen sozialen Kosten durch seine Kriegsrechtserklärung,' so Richter Jee. 'Seine Handlungen stellten einen direkten Angriff auf Südkoreas verfassungsmäßige Ordnung und demokratische Institutionen dar.'

Weitere Verurteilungen und Strafen

Das Gericht verhängte auch hohe Strafen für andere Beamte: Ehemaliger Verteidigungsminister Kim Yong-hyun (30 Jahre), ehemaliger Premierminister Han Duck-soo (23 Jahre), und fünf weitere Beamte (5-15 Jahre). Diese Verurteilungen zeigen die umfassende rechtliche Reaktion, ähnlich Rechenschaftsmechanismen nach autoritären Regimen in anderen Demokratien.

Politische Implikationen und Reaktionen

Die lebenslange Haftstrafe hat tiefgreifende Auswirkungen. Präsident Lee Jae Myung, der Ziel der Verhaftung war, lobte das Urteil als 'Sieg für die verfassungsmäßige Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.' Yoons Anhänger protestierten jedoch, was die anhaltenden politischen Spaltungen zeigt. Der Prozess dauerte 443 Tage mit 43 Verhandlungen und 160 Zeugen, und das Gericht entschied sich für Lebenshaft statt Todesstrafe, was die Verhältnismäßigkeit der Gerechtigkeit widerspiegelt.

Historischer Kontext und Bedeutung

Yoons Lebensstrafe ist einzigartig in Südkoreas Geschichte. Während frühere Präsidenten wie Park Geun-hye 20 Jahre für Korruption erhielten, ist Yoon der erste mit Lebenshaft für Aufstandsanklagen. Dies verstärkt Südkoreas Engagement zur Rechenschaftspflicht von Führern und markiert einen Meilenstein in der demokratischen Konsolidierung. Der Fall zeigt die Widerstandsfähigkeit der demokratischen Institutionen, im Gegensatz zu autoritären Rückschrittstendenzen weltweit.

Häufig gestellte Fragen

Was genau hat Yoon Suk-yeol getan, um lebenslange Haft zu erhalten?

Yoon verhängte am 3. Dezember 2024 Kriegsrecht, entsandte Truppen zur Blockade der Nationalversammlung, ordnete Verhaftungen politischer Gegner an und versuchte, unkontrollierte präsidiale Autorität zu etablieren. Das Gericht fand ihn schuldig, einen Aufstand gegen die verfassungsmäßige Ordnung geführt zu haben.

Wie lange dauerte die Kriegsrechtserklärung?

Die Kriegsrechtserklärung dauerte etwa sechs Stunden, bevor sie von der Nationalversammlung aufgehoben wurde. Abgeordnete hoben sie einstimmig in den frühen Morgenstunden des 4. Dezember 2024 auf.

Kann Yoon Suk-yeol die Lebensstrafe anfechten?

Ja, Yoon kann das Urteil vor höheren Gerichten anfechten. Sein Rechtsteam hat angekündigt, alle verfügbaren rechtlichen Wege zu nutzen.

Was passiert mit ehemaligen Präsidenten, die lebenslange Haftstrafen in Südkorea erhalten?

Yoon wird seine Strafe in einer Gefängniseinrichtung verbüßen. Mit 65 Jahren könnte er den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen, es sei denn, die Strafe wird durch Berufung oder Begnadigung reduziert.

Wie verhält sich dies zu anderen rechtlichen Problemen ehemaliger südkoreanischer Präsidenten?

Yoons Lebensstrafe ist die schwerste Strafe für einen ehemaligen Präsidenten. Park Geun-hye erhielt 20 Jahre für Korruption, während Militärdiktator Chun Doo-hwan zunächst die Todesstrafe (in Lebenshaft umgewandelt) für seine Rolle im Putsch 1979 und dem Gwangju-Massaker 1980 erhielt.

Quellen

DW: Südkoreanisches Gericht verurteilt Ex-Präsident Yoon zu lebenslanger Haft
CNBC: Südkorea Ex-Präsident Yoon Suk-yeol Lebensstrafe
Wikipedia: 2024 Südkoreanische Kriegsrechtskrise
CBS News: Yoon Lebensstrafe Kriegsrecht ehemaliger Südkorea-Präsident

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