Italien untersucht koordinierte Bahnsabotage am ersten Tag der Winterspiele

Italienische Behörden untersuchen koordinierte Sabotageakte am Eisenbahnnetz bei Bologna am ersten Tag der Olympischen Winterspiele 2026, die zu massiven Reisestörungen führten. Anarchistische Gruppen werden verdächtigt, kritische Infrastruktur angegriffen zu haben.

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Koordinierte Angriffe legen italienische Bahnstrecken während Olympia-Eröffnung lahm

Italienische Behörden untersuchen eine Reihe koordinierter Sabotageakte auf das Eisenbahnnetz, die am ersten vollen Tag der Olympischen Winterspiele 2026 stattfanden. Die Vorfälle in der Nähe des wichtigen Verkehrsknotenpunkts Bologna verursachten erhebliche Störungen im Zugverkehr Norditaliens und beeinträchtigten Tausende Olympia-Zuschauer und Reisende.

Mehrere Vorfälle auf wichtigen Bahnstrecken

Die Sabotage umfasste drei separate Angriffe auf die Bahninfrastruktur. Zwischen Bologna und Padua explodierte ein selbstgebauter Sprengsatz, der Stromkabel für den Zugbetrieb beschädigte. Gleichzeitig wurde ein Stromhäuschen am Bahnhof Pesaro auf der Strecke Bologna-Ancona in Brand gesetzt. Zudem wurden mehrere Kabel am Hauptbahnhof Bologna, einem der verkehrsreichsten Bahnknoten Italiens, vorsätzlich durchtrennt.

Der koordinierte Charakter dieser Angriffe deutet auf sorgfältige Planung hin. „Dies war eine schwere Sabotage an der Infrastruktur unseres Landes“, erklärte Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini. „Wenn sich dies als vorsätzlicher Plan herausstellt, wollten die Täter Italien während dieses wichtigen internationalen Ereignisses schaden.“

Massive Reisestörungen während der Olympischen Spiele

Die Sabotage verursachte umfangreiche Verspätungen im italienischen Bahnnetz. Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa, Intercity-Verbindungen und Regionalzüge hatten Verspätungen von bis zu zweieinhalb Stunden. Der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Bologna wurde vorübergehend geschlossen, was die italienische Bahngesellschaft zwang, den Betrieb über den Tag langsam wieder aufzunehmen.

Da Bologna als wichtiger Knotenpunkt Mailand – eine der Olympia-Gaststädte – mit anderen Teilen Italiens verbindet, scheint der Zeitpunkt der Angriffe bewusst gewählt, um maximale Störung während der Winterspiele zu verursachen. „Wir arbeiten daran, den normalen Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen, während wir die Sicherheit der Fahrgäste gewährleisten“, sagte ein Sprecher der italienischen Staatsbahn.

Anarchistische Gruppen verdächtig, Ermittlungen laufen

Obwohl keine Gruppe die Verantwortung für die Angriffe übernommen hat, vermuten italienische Polizeieinheiten anarchistische Gruppen, die gegen die Olympischen Spiele protestieren. Die Anti-Terror-Einheit Digos leitet die Ermittlungen und prüft mögliche Verbindungen zu ähnlichen Sabotagevorfällen während der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris, wo linksradikale Aktivisten wegen Störung des französischen Bahnverkehrs festgenommen wurden.

Die Vorfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund erhöhter Sicherheitsmaßnahmen für die Winterspiele, bei denen Italien 6.000 Sicherheitskräfte eingesetzt und Notstandsgesetze umgesetzt hat, die die präventive Inhaftierung mutmaßlicher Unruhestifter ermöglichen. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, einschließlich möglicher externer Einmischung“, enthüllte eine Ermittlungsquelle und wies darauf hin, dass die Behörden ausländische Beteiligung angesichts früherer russisch-verbundener Cyberangriffe auf Olympia-Einrichtungen nicht ausschließen.

Historische Parallelen und Sicherheitsbedenken

Dies ist nicht das erste Mal, dass Olympische Spiele mit Transportsabotage konfrontiert sind. Während der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris erlebten französische Bahnnetze ähnliche Angriffe mit durchtrennten Kabeln und in Brand gesetzten Anlagen. Das Muster deutet auf einen wachsenden Trend hin, kritische Infrastruktur während großer internationaler Veranstaltungen ins Visier zu nehmen.

Italiens Sicherheitsoperation für die Winterspiele ist aufgrund der geografisch verteilten Natur der Spiele, mit Veranstaltungen von Mailand bis in die Dolomiten, besonders komplex. Die Sabotagevorfälle unterstreichen die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen trotz umfangreicher Vorbereitungen. „Diese Angriffe zeigen, dass selbst bei massivem Sicherheitsaufwand entschlossene Gruppen Schwachstellen finden können“, bemerkte Sicherheitsanalyst Marco Rossi.

Quellen

Reuters: Italienische Polizei untersucht mögliche Sabotage am Bahnnetz bei Bologna

The Independent: Winterspiele Bologna Zug Brandstiftung Sabotage

AP News: Italien Winterspiele Sicherheitsmaßnahmen und Proteste

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