Wie Biber London vor Klimawandel-Überschwemmungen schützen
Im Kampf gegen den Klimawandel hat London einen unerwarteten Verbündeten gefunden: Biber. Das Ealing Beaver Project in West-London zeigt, dass die Wiederansiedlung von Eurasischen Bibern Überschwemmungen verhindern, die Biodiversität fördern und Kohlenstoff speichern kann – zu einem Bruchteil der Kosten traditioneller Infrastruktur. Seit ihrer Freilassung im Oktober 2023 auf Paradise Fields in Greenford hat eine Familie von fünf Bibern sieben Dämme gebaut, die einen natürlichen Schwamm bilden. Die nahe gelegene Greenford Tube Station blieb durch drei nasse Winter trocken.
Was ist das Ealing Beaver Project?
Das Ealing Beaver Project ist eine bahnbrechende städtische Renaturierungsinitiative, die eine Familie von fünf Eurasischen Bibern – zwei Erwachsene und drei Jungtiere – auf dem 20 Hektar großen Feuchtgebiet Paradise Fields freiließ. Finanziert durch den Rewild London Fund des Bürgermeisters, nutzt das Projekt Biber als natürliche Ingenieure, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern. Biber wurden vor über 400 Jahren in England ausgerottet. Ihre Wiederansiedlung ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung einer Schlüsselart. Die Wiederansiedlungsprogramme für Eurasische Biber in Europa waren bemerkenswert erfolgreich.
Warum Biber? Die Wissenschaft hinter natürlichem Hochwasserschutz
Biber gelten als 'Ökosystem-Ingenieure', da sie Landschaften verändern. Sie bauen Dämme, um tiefes Wasser für Schutz vor Fressfeinden zu schaffen. Diese Dämme verlangsamen den Wasserfluss und lassen es seitlich in die Auen ausbreiten, wo es versickert. Das erzeugt einen Schwammeffekt, der Hochwasserspitzen reduziert.
Wie Biberschutz Dämme Überschwemmungen verhindern
- Wasserrückhalt: Biberschutz speichern überschüssigen Regen und geben ihn langsam ab.
- Grundwasserneubildung: Durch Ausbreitung auf Auen werden Grundwasserleiter aufgefüllt.
- Sedimentfänger: Dämme halten Sedimente und Schadstoffe zurück.
- Erosionsschutz: Langsamerer Wasserfluss reduziert Bodenerosion.
Laut Biberexperte Willy de Koning-Bovenhoff bauen Biber Dämme, wenn das Wasser nicht tief genug ist – ein instinktives Verhalten, das sich als wertvoll für das Hochwassermanagement erwiesen hat.
Ergebnisse: Greenford Station bleibt trocken
Greenford Tube Station, in einer tiefliegenden Gegend, wurde bei starkem Regen oft überflutet. Der Gemeinderat hatte teure technische Lösungen geplant. Seit der Einführung der Biber blieb die Station drei Winter lang völlig trocken, obwohl die Winterniederschläge in Großbritannien um 30% zugenommen haben. Das Projekt hat internationale Aufmerksamkeit erregt. Ähnliche naturbasierte Klimaschutzlösungen werden in anderen hochwassergefährdeten Stadtgebieten erkundet. Die Biber haben Paradise Fields in ein blühendes Feuchtgebiet verwandelt.
Weitere Vorteile: Ökologie und Klima
Die Biber haben weit über den Hochwasserschutz hinaus Wirkung gezeigt.
Artenvielfalt
Seit der Ansiedlung sind neue Arten aufgetaucht: 8 zusätzliche Vogelarten, 2 neue Fledermausarten, Süßwassergarnelen und der seltene Braune Streifenfalter. Indem Biber Bäume fällen, öffnen sie das Kronendach, fördern Unterwuchs und locken Insekten an.
Kohlenstoffspeicherung
Biberfeuchtgebiete sind mächtige Kohlenstoffsenken. Ins Wasser gefallenes Holz zersetzt sich langsamer und bindet Kohlenstoff für Jahrhunderte.
Wasserqualität
Bakterien in Biberteichen bauen Stickstoff und Nitrate ab, verbessern die Wasserqualität und verhindern Bodenerosion.
Herausforderungen und Grenzen
Die Wiederansiedlung ist nicht ohne Herausforderungen. De Koning-Bovenhoff warnt, dass das Modell nicht überall kopiert werden kann. Probleme: Überflutung von Ackerland, Bautätigkeit an Deichen und Schienen, Baumfällschäden.
Im Februar 2025 kündigte die britische Regierung eine Politik an, die lizenzierte Freilassungen von Bibern in England erlaubt. Die erste lizenzierte Wildfreilassung war das Purbeck Beaver Project in Dorset. Die britische Biber-Wiederansiedlungspolitik entwickelt sich weiter.
FAQ: Biber und Klimawandel-Überschwemmungen
Was ist das Ealing Beaver Project?
Das Ealing Beaver Project ist eine Naturschutzinitiative, die im Oktober 2023 fünf Eurasische Biber auf Paradise Fields in West-London wiederansiedelte, um Überschwemmungsrisiken natürlich zu managen.
Wie verhindern Biber Überschwemmungen?
Biber bauen Dämme, die Wasserfluss verlangsamen, Regen speichern und allmählich abgeben. Das reduziert Hochwasserspitzen.
Sind Biber gefährlich?
Biber sind Pflanzenfresser und meiden Menschen. Dammbau und Bauten können jedoch Schäden verursachen.
Kann die Wiederansiedlung in anderen Städten funktionieren?
Ja, wenn geeignetes Feuchtgebiet und Unterstützung vorhanden sind. Jeder Ort erfordert sorgfältige Planung.
Wie viele Biber gibt es jetzt in Großbritannien?
2025 schätzungsweise 1.500-2.000 Biber in freier Wildbahn in England und Schottland, Tendenz steigend.
Follow Discussion