Zypern will britische Militärbasen 'Farage-sicher' machen
Zypern verlangt von Großbritannien Garantien, um zu verhindern, dass eine künftige Regierung unter Nigel Farage die britischen Souveränen Stützpunkte auf der Insel einseitig für offensive Militäroperationen nutzt. Der Schritt, den lokale Beamte als 'Farage-sicher' bezeichnen, spiegelt die wachsende Besorgnis in Nikosia über die geopolitischen Auswirkungen einer möglichen Farage-Regierung wider, insbesondere im Hinblick auf US-geführte Angriffe auf den Iran.
Laut einem hochrangigen zypriotischen Diplomaten, der mit Politico sprach, will Nikosia verbindliche Zusicherungen, dass keine künftige britische Regierung ohne zypriotische Zustimmung einseitig über den Einsatz von Militärgütern von den entscheiden kann. Die Stützpunkte, die unter dem Unabhängigkeitsvertrag von 1960 britisches Hoheitsgebiet sind, waren schon lange ein Spannungspunkt zwischen den beiden Verbündeten.
Hintergrund: Die Souveränen Stützpunkte
Als Zypern 1960 die Unabhängigkeit vom Britischen Empire erlangte, behielt das Vereinigte Königreich die Souveränität über zwei militärische Enklaven: Akrotiri und Dhekelia. Diese Stützpunkte umfassen etwa 254 Quadratkilometer und beherbergen Einrichtungen der Royal Air Force, britische Armeegarnisonen und Signals Intelligence-Einrichtungen. Sie sind strategisch wichtig für Operationen des Vereinigten Königreichs und der NATO im östlichen Mittelmeer, im Nahen Osten und in Nordafrika.
Unter der derzeitigen Labour-Regierung von Premierminister Keir Starmer hat das Vereinigte Königreich US-Anfragen zur Nutzung der zypriotischen Stützpunkte für offensive Angriffe auf den Iran abgelehnt. London genehmigte jedoch 'spezifische und begrenzte Verteidigungszwecke' als Reaktion auf iranische Angriffe. Diese differenzierte Haltung hat Nikosia bisher zufriedengestellt, aber die Aussicht auf eine Farage-Regierung – die Umfragen zufolge immer wahrscheinlicher wird – hat zypriotische Beamte beunruhigt.
Warum Farage für Zypern ein Problem ist
Nigel Farage, der 2024 Vorsitzender von Reform UK wurde und zum Abgeordneten für Clacton gewählt wurde, hat einen Aufschwung seiner Partei in den Meinungsumfragen erlebt, der im gesamten Jahr 2025 zu landesweiten Wahlabsichten führte und bei den Kommunalwahlen 2025 und 2026 die meisten Sitze gewann. Seine bekannte harte Haltung gegenüber dem Iran und seine engen Verbindungen zu bestimmten US-amerikanischen politischen Kreisen haben in Nikosia Befürchtungen ausgelöst, dass eine Farage-Regierung Washington bereitwillig Zugang zu den Stützpunkten für Angriffe auf iranische Atom- oder Militärziele gewähren würde.
'Die Sorge ist, dass eine künftige britische Regierung unter Farage nicht die gleiche Zurückhaltung üben könnte wie die derzeitige', sagte ein hochrangiger zypriotischer Diplomat gegenüber Politico. 'Wir brauchen Garantien, dass solche Entscheidungen nicht einseitig und ohne unsere Beteiligung getroffen werden können.'
Drohnenangriff auf britischen Stützpunkt verschärft Spannungen
Die Dringlichkeit der Angelegenheit wurde am 2. März 2025 deutlich, als eine mutmaßliche Hisbollah-Drohne einen der britischen Stützpunkte auf Zypern traf. Der Angriff, der vermutlich vom Libanon aus gestartet wurde, löste Luftschutzsirenen auf der Basis aus. Die zypriotische Regierung wurde jedoch von den britischen Behörden nicht über die ankommende Shahed-Drohne informiert, was zu erheblicher diplomatischer Verstimmung führte.
Zypern hat seitdem klargestellt, dass es den gesamten Rahmen der Stützpunkte überprüfen will. Der Vorfall offenbarte eine kritische Lücke in der Kommunikation und Souveränität: Während das Vereinigte Königreich die Stützpunkte befehligt, bedrohen etwaige Auswirkungen wie Vergeltungsschläge oder Kollateralschäden direkt zypriotische Zivilisten und Infrastruktur.
Wie 'Farage-sichere' Garantien aussehen könnten
Obwohl noch keine formellen Gespräche begonnen haben, haben zypriotische Beamte mehrere mögliche Mechanismen für eine Farage-sichere Regelung skizziert:
- Gemeinsame Entscheidungsprotokolle: Ausdrückliche zypriotische Zustimmung für offensive Militäroperationen von den Stützpunkten aus erforderlich.
- Vertragsänderung oder -zusatz: Verbindliche rechtliche Sprache im Unabhängigkeitsvertrag von 1960 oder ein neues bilaterales Abkommen.
- Vorherige Ankündigung und Vetorechte: Obligatorische Vorabinformation an Nikosia mit einem formellen Veto gegen nicht-defensive Missionen.
- Transparenzklauseln: Regelmäßige Berichterstattung durch die britischen Streitkräfte über Basisaktivitäten und etwaige US-Anfragen für Zugang.
Rechtsexperten weisen jedoch darauf hin, dass der Vertrag von 1960 dem Vereinigten Königreich die volle Souveränität über die Gebiete einräumt, sodass jede Einschränkung die britische Zustimmung erfordern würde. Die