31 Faultiere sterben in Florida: Kaltlager-Tragödie

31 Faultiere sterben in Florida: Kaltlager-Tragödie bei Sloth World. FWC-Bericht nennt Unterkühlung als Ursache; Besitzer gibt Virus die Schuld. Überlebende Tiere in Zoo gebracht. Kongress ermittelt.

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Was geschah bei Sloth World Orlando?

Mehr als 30 Faultiere, die für eine geplante Attraktion namens Sloth World in Florida bestimmt waren, starben in einem kalten, unbeheizten Lagerhaus in der Nähe von Orlando. Dies geht aus einem Bericht der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) hervor. Die Tragödie ereignete sich zwischen Dezember 2024 und Februar 2025 und hat Empörung bei Tierschützern ausgelöst sowie eine Kongressuntersuchung nach sich gezogen.

Die erste Lieferung von 21 Hoffmann-Zweifingerfaultieren traf im Dezember 2024 aus Guyana ein. Sie wurden in einem Lagerhaus ohne fließend Wasser und Strom untergebracht. Heizlüfter, die mit Verlängerungskabeln aus einem Nachbargebäude betrieben wurden, lösten eine Sicherung aus, sodass die Tiere in einer Nacht ohne Wärme blieben, als die Temperaturen auf etwa 7 °C fielen. Faultiere benötigen Umgebungstemperaturen zwischen 21 °C und 30 °C. Der FWC-Bericht stellte fest, dass die Faultiere an einem 'Kälteschock' durch Unterkühlung starben.

Im Februar 2025 traf eine weitere Lieferung von 10 Faultieren aus Peru ein. Zwei waren bereits tot bei der Ankunft, die restlichen acht starben kurz darauf an schwerer Abmagerung und gesundheitlichen Komplikationen. Obduktionen ergaben das Vorhandensein eines neuartigen Gammaherpesvirus, aber die FWC kam zu dem Schluss, dass die Haupttodesursache Vernachlässigung der Umgebungsbedingungen war.

Besitzer bestreht Schuld, gibt Virus die Schuld

Sloth-World-Besitzer Ben Agresta bestritt, dass Kälte die Todesursache sei. Gegenüber dem lokalen Fox-Sender Fox35 Orlando sagte Agresta: 'Die Faultiere hatten ein Virus unter den Mitgliedern, dessen Symptome kaum sichtbar waren, nicht einmal nach der Autopsie.' Er behauptete, die Einrichtung sei nicht bereit gewesen, die Tiere aufzunehmen, aber es sei zu spät gewesen, die Lieferungen zu stornieren.

Die FWC fand jedoch keine Hinweise auf vorsätzliches Fehlverhalten. Die Behörde stellte fest, dass das Gebäude kein fließend Wasser oder Strom hatte, die Käfige nicht den Mindeststandards entsprachen und die Heizlüfter unzureichend waren. Trotz der Ergebnisse wurden keine Geldstrafen verhängt, die FWC gab nur eine mündliche Verwarnung, da kein 'vorsätzliches Fehlverhalten' vorlag.

Kongressuntersuchung und öffentliche Empörung

Der US-Abgeordnete Maxwell Frost, dessen Wahlkreis Orlando umfasst, hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. In einer Erklärung sagte Frost: 'Es ist inakzeptabel, dass 31 unschuldige Tiere aufgrund grober Fahrlässigkeit starben und niemand zur Rechenschaft gezogen wird. Wir müssen die Schlupflöcher schließen, die so etwas ermöglichen.'

Der Fall hat die Aufmerksamkeit auf die weitgehend unregulierte Welt exotischer Tierattraktionen in Florida gelenkt. Im Gegensatz zu Zoos, die von der Association of Zoos and Aquariums (AZA) akkreditiert sind, unterliegen Einrichtungen wie Sloth World weniger strengen Auflagen. Die Floridas Exotentier-Verordnungen wurden dafür kritisiert, dass sie solche Tragödien nicht verhindern können.

Überlebende Faultiere in den Central Florida Zoo gebracht

Dreizehn Faultiere überlebten das Ereignis. Sie wurden in den Central Florida Zoo & Botanical Gardens in Sanford, Florida, gebracht, wo sie mindestens 30 Tage in Quarantäne bleiben. Der Zoo arbeitet mit der AZA zusammen, um langfristige Unterbringungen für die Tiere zu finden. Die überlebenden Faultiere umfassen sowohl Hoffmann-Zweifingerfaultiere als auch Linnaeus-Zweifingerfaultiere.

Agresta hat angekündigt, dass Sloth World Insolvenz anmelden und nie eröffnen wird. Das Unternehmen hatte mindestens 69 wild gefangene Faultiere importiert; das Schicksal von etwa 24 Tieren ist unbekannt. Naturschutzgruppen wie The Sloth Institute und The Sloth Conservation Foundation haben eine stärkere Durchsetzung der Gesetze zur Wildtierimport und -wohlfahrt gefordert.

Warum sind Faultiere kälteempfindlich?

Faultiere stammen aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, wo die Temperaturen ganzjährig warm sind. Ihr langsamer Stoffwechsel ermöglicht es ihnen nicht, Körperwärme effizient zu erzeugen. Längere Kälte unter 21 °C kann zu Unterkühlung, Atemwegsinfektionen und Tod führen. Der FWC-Bericht stellte fest, dass die Lagertemperatur bei etwa 7 °C lag, weit unter dem Toleranzbereich der Faultiere.

Schlüsselfaktoren bei den Faultiertoden

  • Temperatur: Lagerhaus bei 7 °C; Faultiere benötigen 21–30 °C.
  • Einrichtung: Kein fließend Wasser, kein Strom, unzureichende Heizung.
  • Käfige: Erfüllten nicht die Mindestanforderungen an Größe und Sicherheit.
  • Transportstress: Wild gefangene Tiere aus Guyana und Peru ohne angemessene Akklimatisierung verschifft.
  • Regulierungslücken: FWC verhängte keine Geldstrafen, nur eine mündliche Verwarnung.

FAQ: Sloth World Todesfälle

Wie viele Faultiere starben bei Sloth World?

Mindestens 31 Faultiere starben zwischen Dezember 2024 und Februar 2025. 21 starben an Kälteeinwirkung im Dezember, 10 im Februar (zwei tot bei Ankunft, acht später).

Warum starben die Faultiere?

Der FWC-Bericht führte die Hauptursache auf 'Kälteschock' durch Unterkühlung zurück, nachdem Heizlüfter ausgefallen waren. Das Lagerhaus hatte kein fließend Wasser oder Strom, die Temperaturen fielen auf 7 °C.

Wird Sloth World trotzdem eröffnen?

Nein. Besitzer Ben Agresta hat angekündigt, dass das Unternehmen Insolvenz anmelden wird und die Attraktion nie eröffnet wird.

Was geschah mit den überlebenden Faultieren?

13 überlebende Faultiere wurden in den Central Florida Zoo & Botanical Gardens gebracht, wo sie in Quarantäne sind und tierärztlich versorgt werden.

Wurde jemand zur Verantwortung gezogen?

Die FWC verhängte keine Geldstrafen, nur eine mündliche Verwarnung, da kein vorsätzliches Fehlverhalten vorlag. US-Abgeordneter Maxwell Frost hat eine Untersuchung des Vorfalls und der breiteren Exotentierhandelsvorschriften eingeleitet.

Quellen

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