Präsident Donald Trump hat das Pentagon angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zurückzufahren, und verwies auf sein „sehr gutes Verhältnis“ zu Nordkoreas Führer Kim Jong-un. Die Ankündigung erfolgte Stunden vor Beginn der jährlichen Übung Ulchi Freedom Shield am 17. August 2026 mit rund 18.000 südkoreanischen Soldaten und Tausenden US-Kräften. Trump erklärte, die Übungen seien teuer und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges“ Signal an Pjöngjang, das er als „unbedrohlich und respektvoll“ beschrieb.
Was kündigte Trump zu den Südkorea-Übungen an?
In einem Truth-Social-Beitrag schrieb Trump, es sei zu spät, die Ulchi-Freedom-Shield-Übung vollständig abzusagen, doch er wies Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die US-Beteiligung „erheblich zu reduzieren“. Die zehntägigen Manöver, die bis zum 27. August dauern, sind ein jährliches Ereignis, das Nordkorea routinemäßig verurteilt. Die US-Südkorea-Allianz betrachtet diese Übungen seit Langem als Eckpfeiler der Abschreckung gegen Pjöngjangs wachsende Raketen- und Atomprogramme.
Warum Trump die Ulchi-Freedom-Shield-Übungen reduziert
Kosten und „feindseliges Signal“
Trump argumentierte, die USA trügen den Großteil der finanziellen Last. „Sie sind sehr teuer und werden größtenteils von uns finanziert“, schrieb er. „Sie senden außerdem ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal.“ Seine Sprache ähnelte Pjöngjangs eigener Charakterisierung der Manöver als „Probe für einen Angriffskrieg“. Nordkorea hat seine Waffenentwicklung wiederholt mit einer aus seiner Sicht feindseligen US-Politik verknüpft.
Das Verhältnis zu Kim Jong-un
Der Präsident pflegt seit dem ersten Gipfel in Singapur 2018 ein persönliches Verhältnis zu Kim, als er eine frühere Runde Kriegsspiele aussetzte. An diesem Wochenende postete Trump ein Foto von sich mit Kim und schrieb: „Trotz des unfreundlichen Blicks auf diesem Foto gibt es viele Fotos, auf denen wir lächeln. Kim Jong-un und ich verstehen uns SEHR gut!“ Das Verhältnis steht im Kontrast zu Nordkoreas jüngsten Tests ballistischer Raketen, die gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen.
Reaktionen Südkoreas und Nordkoreas
Südkoreas Präsidialamt erklärte, es beobachte Trumps Botschaft genau und hoffe auf einen sinnvollen Dialog. Das südkoreanische Verteidigungsministerium teilte mit, die Ulchi-Freedom-Shield-Übung werde wie geplant durchgeführt. Trump enthüllte außerdem, er habe Südkoreas Präsidenten gebeten, sich den US-Bemühungen zur Denuklearisierung des Iran anzuschließen, doch Seoul habe mit „Nein, danke!“ abgelehnt. Trump nannte dies „etwas unzusammenhängend“, schien es aber mit seiner Entscheidung zu verbinden.
Auswirkungen auf die Allianz und die nordkoreanische Bedrohung
Verteidigungsanalysten warnen, dass reduzierte gemeinsame Feldübungen die Einsatzbereitschaft der Koalition zu einem Zeitpunkt senken könnten, an dem Nordkorea bis zu 14.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands in die Ukraine entsandt hat. Die diesjährige Übung hatte die gemeinsamen Feldmanöver bereits von 17 auf 14 reduziert. Der Einsatz nordkoreanischer Truppen in der Ukraine hat die Vorbereitung der US- und südkoreanischen Streitkräfte auf mögliche Konflikte verändert, so hochrangige Offiziere des United Nations Command.
Kritiker, darunter Senator Mark Kelly, sagten, die Zurückstufung der Übungen untergrabe die Abschreckung. Der Schritt wirft zudem Fragen auf, ob Trump einen neuen Gipfel mit Kim anstrebt oder Nordkoreas Atomstatus anerkennt – Schritte, die Pjöngjang vor einem Dialog fordert.
FAQ
Warum hat Trump die Südkorea-Militärübungen reduziert?
Trump sagte, die Übungen seien teuer, größtenteils von den USA finanziert und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges“ Signal an Nordkorea, zu dem er nach eigenen Angaben ein „sehr gutes Verhältnis“ habe.
Was ist die Ulchi-Freedom-Shield-Übung?
Ulchi Freedom Shield ist eine jährliche gemeinsame Militärübung der USA und Südkoreas zur kombinierten Verteidigungsbereitschaft. Die Manöver 2026 dauern vom 17. bis 27. August mit rund 18.000 südkoreanischen Soldaten.
Hat Trump US-Südkorea-Übungen schon früher reduziert?
Ja. 2018 setzte Trump nach seinem Singapur-Gipfel mit Kim Jong-un eine große gemeinsame Übung aus, ein Schritt, der nach Ansicht von Kritikern die Bereitschaft schwächte.
Wie reagierte Südkorea?
Südkoreas Regierung erklärte, sie beobachte die Lage genau und hoffe auf einen sinnvollen Dialog, während das Verteidigungsministerium mitteilte, die Übungen würden wie geplant fortgesetzt.
Was sagte Nordkorea?
Nordkorea bezeichnete die Übungen als „Probe für einen Angriffskrieg“ und startete aus Protest ballistische Raketen, signalisierte aber Dialogbereitschaft, falls die USA den Atomstatus anerkennen und feindselige Politik zurückziehen.
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