Die USA setzten ein als Zivilflugzeug getarntes Militärflugzeug bei einem tödlichen Angriff auf ein venezolanisches Drogenboot ein, was Fragen zu möglichen Kriegsverbrechen aufwirft. Die Niederlande haben ihre Zusammenarbeit mit den USA in der Karibik aufgrund der tödlichen Taktiken eingestellt.
Geheime Flugzeugoperation wirft Fragen zu Kriegsverbrechen auf
Das US-Militär setzte bei dem umstrittenen Angriff im September 2025 auf ein mutmaßliches Drogenboot vor Venezuela ein geheimes Flugzeug ein, das umlackiert wurde, um wie ein ziviles Flugzeug auszusehen. Dies geht aus einer Untersuchung der New York Times hervor. Das getarnte Flugzeug hatte keine sichtbaren Waffen oder militärische Markierungen, was ernste Fragen zu möglichen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht aufwirft.
Elf Tote bei erstem Angriff
Der Angriff am 2. September forderte das Leben aller elf Insassen des venezolanischen Speedboots, von dem die Trump-Administration behauptete, es transportiere Drogen und Mitglieder der Tren de Aragua-Bande. Die Operation wurde noch kontroverser, als Militäreinheiten den Befehl erhielten, einen zweiten Angriff auf zwei Überlebende durchzuführen, die sich an Wrackteilen festklammerten, wodurch auch sie getötet wurden.
'Dies scheint ein klarer Fall von Perfidie zu sein – sich als Zivilisten auszugeben, um Feinde zu täuschen', sagte der pensionierte Generalmajor Steven J. Lepper, ein Experte für Militärrecht. 'Nach den Genfer Konventionen kann dies ein Kriegsverbrechen darstellen.'
Opferzahl von Operation Southern Spear steigt
Der Angriff war Teil der Operation Southern Spear, einer US-Militärkampagne, die laut Wikipedia-Daten bis Dezember 2025 mindestens 115 Menschen bei 35 Angriffen auf mutmaßliche Drogenschmugglerfahrzeuge getötet hat. Das Pentagon behauptet, alle Angriffe seien nach US-amerikanischem und internationalem Recht legal, aber Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten warnen vor außergerichtlichen Hinrichtungen.
Niederlande stoppt Zusammenarbeit
Die niederländische Regierung hat die Zusammenarbeit mit den USA bei Anti-Drogen-Operationen in der Karibik zurückgefahren und beschränkt ihre Rolle auf die niederländischen Hoheitsgewässer um Aruba, Bonaire und Curaçao. Verteidigungsminister Ruben Brekelmans kündigte an, dass die Niederlande nicht länger an unabhängigen US-Drogenoperationen in internationalen Gewässern teilnehmen werden.
'Die Amerikaner haben einen anderen Weg gewählt, indem sie Verdächtige erschießen, anstatt sie festzunehmen', sagte Brekelmans in einer Erklärung. 'Das ist wirklich ihre Sache, daran sind wir nicht beteiligt.'
Internationale rechtliche Bedenken
Rechtsexperten fragen sich, ob die US-Angriffe die Schwelle der 'bewaffneten Angriffe' erfüllen, die für Selbstverteidigung nach der UN-Charta erforderlich ist. Die Angriffe fanden ohne Genehmigung des UN-Sicherheitsrats und in internationalen Gewässern statt, wo andere Seerechtsvorschriften gelten.
Das Weiße Haus behauptet, die Angriffe seien gerechtfertigt, weil die USA sich in einem 'bewaffneten Konflikt' mit nichtstaatlichen Drogenkartellen befänden. Kritiker argumentieren jedoch, dass dies eine gefährliche Ausweitung militärischer Befugnisse darstellt und einen besorgniserregenden Präzedenzfall für außergerichtliche Hinrichtungen außerhalb traditioneller Kriegsgebiete schafft. Die Debatte berührt grundlegende Fragen der Souveränität, des Völkerrechts und der Grenzen der militärischen Macht im Kampf gegen den transnationalen Drogenhandel.
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