USA zerstört erneut Drogenboot während Kontroverse über früheren Angriff anhält

Das US-Militär zerstört erneut ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot im Pazifik. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer anhaltenden Kontroverse um einen früheren Angriff, bei dem Überlebende getötet wurden, was zu Vorwürfen von Kriegsverbrechen und einer Kongressuntersuchung führt.

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US-Militär führt neuen Angriff im östlichen Pazifik aus

Das US-Militär hat erneut einen Angriff auf ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot in internationalen Gewässern des östlichen Pazifiks durchgeführt, bei dem alle vier Besatzungsmitglieder getötet wurden. Laut einer Erklärung des U.S. Southern Command auf X richtete sich die Operation gegen ein Boot, das einer 'bekannten Drogenhandelsroute' folgte und Mitglieder einer 'designierten terroristischen Organisation' an Bord hatte. Diese jüngste Aktion bringt die Gesamtzahl solcher Angriffe unter der Trump-Regierung auf mindestens 22, mit fast 90 Toten seit September 2025.

Kontroverse um 'Doppelangriff' verschärft sich

Der neue Angriff erfolgt vor dem Hintergrund einer eskalierenden Kontroverse um einen Angriff am 2. September, der Vorwürfe möglicher Kriegsverbrechen ausgelöst hat. Kongressmitglieder sahen gestern unzensiertes Filmmaterial des ersten karibischen Angriffs, das zeigte, dass US-Truppen einen zweiten Angriff auf Überlebende ausführten, die sich an ihr gekentertes Schiff klammerten. 'Das war das Beunruhigendste, was ich je gesehen habe,' sagte der demokratische Kongressabgeordnete Jim Himes nach der Sichtung des Materials. 'Zwei Personen, die offensichtlich in Not an einem zerstörten Schiff waren, wurden von den USA getötet.'

Verteidigungsminister Pete Hegseth steht wegen des Vorfalls unter intensivem Druck. Obwohl zunächst berichtet wurde, dass Hegseth den Folgeangriff befahl, sagte Admiral Frank M. Bradley vor dem Kongress aus, dass er persönlich die Entscheidung traf, 'die Mission abzuschließen', indem alle Ziele ausgeschaltet wurden. Hegseth verteidigte die Aktion und sagte, Bradley sei 'weit innerhalb seiner Befugnisse' gewesen, den zweiten Angriff zu autorisieren.

Juristische und politische Konsequenzen

Die Trump-Regierung hat versucht, ihre aggressive Anti-Drogen-Kampagne juristisch zu rechtfertigen, indem sie große Drogenkartelle als terroristische Organisationen einstufte, was erweiterte Befugnisse für militärische Aktionen ermöglicht. Juristische Experten und Menschenrechtsorganisationen haben jedoch ernsthafte Bedenken geäußert. Laut einer CNN-Analyse könnte das Töten von Schiffbrüchigen, die 'hors de combat' (außer Gefecht) sind, das Völkerrecht verletzen. Der pensionierte Army-JAG Daniel Maurer stellte fest, dass solche Handlungen Kriegsverbrechen gemäß den Genfer Konventionen darstellen könnten.

Senator Angus King war noch direkter: 'Das vorsätzliche Töten von Überlebenden wäre ein Kriegsverbrechen und Mord.' Die Kontroverse hat zu einer zweigleisigen Kongresskontrolle geführt, bei der Gesetzgeber vollständige Rechenschaft für Operationen fordern, die bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenhändler in der Karibik und im östlichen Pazifik mehr als 80 Menschen getötet haben.

Verteidigung und Ausbaupläne der Regierung

Präsident Trump hat die Angriffe vehement verteidigt, lobte Hegseths Leistungen und deutete Pläne an, Operationen auf Landziele in Venezuela auszuweiten. 'Wir führen den Kampf gegen die Drogenkartelle, wo immer sie operieren,' sagte Trump kürzlich. 'Diese terroristischen Organisationen überschwemmen unser Land mit Gift, und wir nutzen jedes verfügbare Mittel, um sie zu stoppen.'

Der republikanische Senator Tom Cotton unterstützt die Position der Regierung und behauptet, der zweite Angriff sei gerechtfertigt gewesen: 'Ich sah, wie die Überlebenden weiterhin versuchten, ihr drogenbeladenes Boot für die USA aufzurichten, damit sie weiterkämpfen konnten,' bemerkte er nach der Sichtung des Filmmaterials.

Internationale und innenpolitische Reaktionen

Die Angriffe haben die US-Beziehungen zu Venezuela und anderen lateinamerikanischen Ländern unter Druck gesetzt, wobei Kritiker vermuten, dass das eigentliche Motiv eher ein Regimewechsel als eine Anti-Drogen-Aktion sein könnte. Laut Wikipedia-Dokumentation haben sich die Operationen auf Schiffe konzentriert, die mutmaßlich von Gruppen wie Venezuelas Tren de Aragua und Kolumbiens National Liberation Army betrieben werden, obwohl keine Beweise öffentlich gemacht wurden.

Innenpolitisch ist die Kontroverse zu einem politischen Streitpunkt geworden. Demokraten haben zum Rücktritt von Hegseth und zur Freigabe des Rechtsgutachtens des Justizministeriums aufgerufen, das die Angriffe rechtfertigt. Unterdessen veröffentlicht die Regierung weiterhin Bilder zerstörter Schiffe, einschließlich des jüngsten Angriffs im östlichen Pazifik, als Teil dessen, was sie einen 'transparenten' Ansatz im Kampf gegen den Drogenhandel nennt.

Während die Debatte andauert, bleibt die grundlegende Frage: Sind diese Operationen legitime Anti-Terrorismus-Aktionen oder außergerichtliche Hinrichtungen, die das Völkerrecht verletzen? Mit laufenden Kongressuntersuchungen und wahrscheinlichen rechtlichen Herausforderungen zeigt die Kontroverse keine Anzeichen eines Nachlassens, während die Regierung ihre aggressive Anti-Drogen-Kampagne fortsetzt.

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