Schützen töten 22 Dorfbewohner in Niger nach Taufzeremonie

Bewaffnete Militanten töteten 22 Dorfbewohner in Nigers Tillabéri-Region während und nach einer Taufzeremonie, was auf wachsende Sicherheitskrise hindeutet.

Schützen töten 22 Dorfbewohner in Niger nach Taufzeremonie
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Tödlicher Angriff auf Zivilisten in Nigers Tillabéri-Region

Bewaffnete Militanten auf Motorrädern starteten einen brutalen Angriff auf Dorfbewohner in der westlichen Tillabéri-Region Nigers und töteten 22 Menschen während und nach einer Taufzeremonie. Der Angriff ereignete sich im Dorf Ouallam, etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Niamey entfernt.

Doppelangriff auf Feier

Laut lokalen Behörden und Augenzeugenberichten eröffneten die Angreifer zunächst das Feuer auf Dorfbewohner, die zu einer Tauffeier versammelt waren, wobei 15 Menschen getötet wurden. Die Schützen verfolgten dann fliehende Dorfbewohner zu einem anderen Ort, wo sie sieben weitere Personen exekutierten. 'Während Menschen eine Taufzeremonie feierten, eröffneten bewaffnete Männer das Feuer und verbreiteten Tod und Terror,' sagte der lokale Menschenrechtsaktivist Maikoul Zodi in sozialen Medien.

IS-Sahel-Verantwortung

Der Angriff wird der Islamischen Staat-Sahel-Provinz (IS-Sahel) zugeschrieben, die zunehmend Zivilisten in der Region ins Visier nimmt. Dies ist der jüngste in einer Reihe brutaler Angriffe, die in Nigers Grenzregionen zu Mali und Burkina Faso Hunderte von Menschenleben gefordert haben.

Wachsende Sicherheitskrise

Human Rights Watch veröffentlichte kürzlich einen Bericht, in dem mindestens fünf ähnliche Angriffe in der Tillabéri-Region seit März 2025 dokumentiert werden. Die Organisation gibt an, dass IS-Sahel mehr als 127 Dorfbewohner hingerichtet und Dutzende von Häusern niedergebrannt hat. 'Islamistische bewaffnete Gruppen haben die Zivilbevölkerung in West-Niger ins Visier genommen und schreckliche Verbrechen begangen,' sagte die HRW-Sahel-Forscherin Ilaria Allegrozzi.

Gescheiterte Versprechen des Militärjuntas

Der Angriff unterstreicht die Sicherheitsherausforderungen, vor denen Nigers Militärjunta steht, die vor zwei Jahren durch einen Putsch an die Macht kam und versprach, den Terrorismus wirksamer zu bekämpfen. Trotz der Ausweisung französischer und amerikanischer Militärmissionen und des Versprechens eines härteren Vorgehens hat die Gewalt gegen Zivilisten unter der Militärherrschaft tatsächlich zugenommen.

Lokale Bewohner und Menschenrechtsorganisationen werfen dem Militär vor, nicht auf Warnungen und Schutzersuchen zu reagieren. Die Tillabéri-Region ist trotz ihrer Nähe zur Hauptstadt zunehmend anfällig für terroristische Angriffe geworden, was Fragen zur Kontrolle der Junta über die Sicherheitslage des Landes aufwirft.

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