Tödliche Waldbrände wüten in Südchile
Chile erlebt eine der verheerendsten Waldbrandsaisons seiner Geschichte. In den Regionen Biobío und Ñuble haben die Flammen mindestens 16 Menschen das Leben gekostet und etwa 20.000 Menschen zur Evakuierung gezwungen. Präsident Gabriel Boric hat für beide Regionen, etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago, den Notstand ausgerufen, während Rettungskräfte verzweifelt versuchen, die sich rasch ausbreitenden Brände unter Kontrolle zu bringen.
Notfallhilfe und verheerende Auswirkungen
Die chilenische Regierung hat alle verfügbaren Mittel mobilisiert, um die Waldbrände zu bekämpfen, die bereits mehr als 20.000 Hektar Land verwüstet und mindestens 250 Häuser in Schutt und Asche gelegt haben. 'Alle Mittel sind verfügbar,' schrieb Präsident Boric auf der Social-Media-Plattform X und betonte damit das Engagement der Regierung für die Nothilfe. Die Ausrufung des Notstands ermöglicht den Einsatz des Militärs und internationale Hilfe, falls erforderlich.
Laut einem Bericht der BBC wütet der gefährlichste Brand in trockenen Wäldern nahe Concepción, der zweitgrößten Stadt Chiles. Feuerwehrleute bekämpfen 24 aktive Brände im ganzen Land, wobei der Großteil der Evakuierungen in den Küstenstädten Penco und Lirquen stattfindet.
Extreme Wetterbedingungen verschärfen die Krise
Die Waldbrände werden durch extreme Sommertemperaturen und starken Wind verschärft. Das chilenische Meteorologische Institut hat vor Temperaturen von bis zu 38°C in Chillán, der Hauptstadt der Region Ñuble, gewarnt. 'Der starke Wind und die hohen Temperaturen haben das Feuer angefacht,' berichteten chilenische Behörden und betonten die herausfordernden Bedingungen für die Feuerwehrmannschaften.
Diese Katastrophe ereignet sich, während Chile die schlimmste Dürre seit über tausend Jahren erlebt. Klimawissenschaftler warnen, dass solche extremen Brandbedingungen immer häufiger auftreten. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass Zentralchile einen dramatischen Anstieg der Brandaktivität erlebt hat, mit 1,7 Millionen Hektar verbranntem Land im letzten Jahrzehnt – dreimal so viel wie im vorherigen Jahrzehnt.
Regionale Zusammenhänge und historische Präzedenzfälle
Die aktuelle Krise folgt auf verheerende Waldbrände im Nachbarland Argentinien, wo Anfang dieses Monats mehr als 15.000 Hektar patagonische Wildnis in Flammen aufgingen. Chile selbst litt 2024 unter katastrophalen Bränden, die in der Region Valparaíso 138 Menschen das Leben kosteten, was die aktuelle Notlage für Bewohner und Behörden besonders alarmierend macht.
Wie von der Associated Press berichtet, sind fast 4.000 Feuerwehrleute derzeit an der Bekämpfung der Flammen beteiligt, wobei auch die Streitkräfte nun in die Nothilfe eingebunden sind. Die Situation bleibt kritisch, da die Wettervorhersagen für die kommenden Tage anhaltend hohe Temperaturen und starken Wind vorhersagen.
Die chilenische Forstbehörde hat bestätigt, dass 15 der Todesopfer in der Region Biobío zu beklagen sind, mit einem weiteren Todesfall in Ñuble. Es wurden Notunterkünfte für vertriebene Bewohner eingerichtet, während die Behörden daran arbeiten, das volle Ausmaß der Sach- und Umweltschäden zu ermitteln.
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