Am 16. Mai 2026 gab die Niederlande elf Jahrhunderte alte Chola-Kupferplatten an Indien zurück, während Premier Modi Den Haag besuchte. Die Platten waren seit 1862 an der Universität Leiden. Die Rückgabe beendet eine 14-jährige diplomatische Bemühung.
Was sind die Chola-Platten?
Die Platten bestehen aus 24 Kupferblättern (30 kg) mit einem Bronzering und dem Siegel von Kaiser Rajendra Chola I. Sie wurden im 21. Regierungsjahr von Kaiser Rajaraja Chola I. ausgestellt. Die zweisprachigen Inschriften in Sanskrit und Tamil dokumentieren die Schenkung des Dorfes Anaimangalam an das buddhistische Kloster Chulamanivarma Vihara, erbaut von einem Herrscher des Srivijaya-Reiches. Sie sind eines der bedeutendsten epigraphischen Zeugnisse der Chola-Dynastie und zeigen die Seehandelsnetzwerke der Chola-Dynastie.
Wie gelangten die Platten in die Niederlande?
Die Platten wurden zwischen 1687 und 1700 beim Bau einer VOC-Festung ausgegraben und von Missionar Florentius Camper in die Niederlande gebracht. Sie wurden 1862 der Universität Leiden gespendet. Indien forderte 2012 ihre Rückgabe; nach der niederländischen Politik von 2022 führte der Kolonialsammlungsausschuss eine Provenienzuntersuchung durch und stellte fest, dass sie ohne Zustimmung entfernt wurden. Er empfahl die bedingungslose Rückgabe.
Die Rückgabezeremonie und diplomatische Bedeutung
Die Übergabe fand in Den Haag während Modis dreitägigem Besuch statt, der Teil einer Fünf-Nationen-Reise war. Modi nannte es einen „freudigen Moment“. Der Vorstand der Universität Leiden genehmigte die Rückgabe Anfang Mai 2026, der Empfehlung des Ausschusses folgend. Die Platten werden an den Archaeological Survey of India übergeben; digitale Kopien bleiben verfügbar. Die Platten sollen in Indien öffentlich ausgestellt werden. Die Rückgabe ist Teil eines Trends: 2023 wurden 478 Objekte an Indonesien und Sri Lanka zurückgegeben, 2024 weitere 288. Die niederländische Kolonial-Rückgabepolitik setzt Maßstäbe.
Historische und kulturelle Bedeutung
Die Platten dokumentieren die Patronage eines buddhistischen Klosters durch einen hinduistischen Herrscher und zeigen religiöse Pluralität. Der Sanskrit-Teil führt die Abstammung auf Vishnu zurück, der tamilische Teil enthält Steuerdetails. Sie gelten als eine der wichtigsten epigraphischen Quellen für die Chola-Zeit und sind ein Zeugnis des kulturellen Austauschs zwischen Indien und Südostasien. Die Rückführung kolonialer Artefakte ist ein zentrales Thema: Auch Nigeria, Griechenland und Äthiopien fordern die Rückgabe ihres Erbes.
Auswirkungen auf die indisch-niederländischen Beziehungen
Die Rückgabe symbolisiert die Stärkung der bilateralen Beziehungen. Der bilaterale Handel beträgt 27,8 Mrd. USD; die Niederlande sind viertgrößter Investor in Indien. Kooperationsschwerpunkte sind Halbleiter, Wasserwirtschaft, saubere Energie und Verteidigung. Der Besuch diente auch der Umsetzung des EU-Indien-Freihandelsabkommens. Die Niederlande sind ein wichtiger Partner für Indien im Bereich der grünen Wasserstofftechnologie.
FAQ
Was sind die Chola-Platten?
Ein Satz von 24 Kupferblättern aus dem 11. Jahrhundert, auch Leidener Platten genannt, zweisprachig Sanskrit und Tamil, die Landschenkungen an ein buddhistisches Kloster dokumentieren.
Warum gab die Niederlande sie zurück?
Nach der niederländischen Politik zu Kolonialsammlungen von 2022 wurde festgestellt, dass sie ohne Zustimmung entfernt wurden; Rückgabe empfohlen.
Wie lange waren sie in den Niederlanden?
Seit dem frühen 18. Jahrhundert, über 160 Jahre.
Wo werden sie nun aufbewahrt?
Beim Archaeological Survey of India in Neu-Delhi.
Welche Bedeutung haben sie?
Seltene Aufzeichnung von Chola-Verwaltung und Seehandelsverbindungen, religiöse Pluralität.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichten von NOS, der Universität Leiden, Indian Express, India Today, NDTV, dem niederländischen Kolonialsammlungsausschuss und Hindustan Times.
Follow Discussion