Massiver Abzug wissenschaftlicher Talente bei Bundesbehörden
Die US-Bundesregierung hat einen beispiellosen Brain-Drain erlebt, bei dem laut einer umfassenden Analyse des renommierten Fachmagazins Science innerhalb eines Jahres mehr als 10.000 promovierte Wissenschaftler aus den Bereichen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) die Behörden verließen. Dies stellt eine verblüffende Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr dar und markiert den größten jährlichen Rückgang wissenschaftlicher Expertise, der jemals bei Bundesbehörden verzeichnet wurde.
Verheerende Auswirkungen auf wichtige Behörden
Die Analyse untersuchte 14 große Bundesministerien und -behörden und ergab, dass die Regierung nun 17 % weniger promovierte MINT-Wissenschaftler beschäftigt als noch vor einem Jahr. Die Verluste bedeuten, dass mehr als 106.000 kumulative Jahre an wissenschaftlicher Erfahrung aus dem öffentlichen Sektor verschwinden.
Das Gesundheitsministerium, das nun unter der Leitung des umstrittenen Ministers Robert Kennedy Jr. steht, erlebte einen der dramatischsten Abgänge. Etwa 2.400 der 16.500 promovierten Forscher verließen die Behörde, während nur eine Handvoll Ersatz auf gleichem Expertise-Niveau eingestellt wurde. 'Wir sehen einen systematischen Abbau wissenschaftlicher Kapazitäten, deren Wiederaufbau Jahrzehnte dauern wird,' sagte Dr. Elena Rodriguez, eine ehemalige NIH-Forscherin, die kürzlich zu einer Universität wechselte.
Umwelt- und Raumfahrtbehörden stark betroffen
Die Environmental Protection Agency (EPA) verlor fast ein Viertel ihres wissenschaftlichen Personals, 443 von 1.939 promovierten Mitarbeitern gingen. Die National Science Foundation verzeichnete einen noch alarmierenderen Rückgang von 40 % bei ihren promovierten Mitarbeitern. Die NASA verabschiedete 167 hochqualifizierte Wissenschaftler, ohne Ersatz einzustellen – eine Entwicklung, die viele Experten mit der wachsenden Rolle privater Unternehmen wie SpaceX unter der aktuellen Regierung in Verbindung bringen.
'Hier geht es nicht nur um Zahlen – es geht um den Verlust von institutionellem Gedächtnis und spezialisiertem Wissen, das unsere Umweltschutz- und Raumfahrtprogramme am Laufen hält,' erklärte Dr. Michael Chen, ein Klimawissenschaftler, der nach 15 Jahren Dienst bei der EPA kürzlich ausgeschieden ist.
Politisches Klima und Politikwechsel
Obwohl die Daten keine Unterscheidung zwischen freiwilligen Abgängen, Pensionierungen und erzwungenen Entlassungen treffen, fällt der Zeitpunkt mit dem erklärten Ziel der Trump-Regierung zusammen, die Bundesbelegschaft zu verkleinern. Die Analyse zeigt, dass promovierte Forscher in etwa im gleichen Tempo gingen wie andere Bundesangestellte, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um eine gezielte Säuberung, sondern eher um breitere politische Strömungen handelt.
Die Auswirkungen auf die Forschung waren jedoch schwerwiegend. Laut der Untersuchung des Science-Magazins wurden Tausende Forschungsstipendien beendet oder eingefroren, was mehr als 74.000 Teilnehmer klinischer Studien betrifft und mehr als 800 Millionen US-Dollar an wissenschaftlicher Forschung stoppt.
Langfristige Folgen für die amerikanische Innovation
Experten warnen, dass dieser Brain-Drain dauerhafte Auswirkungen auf die globale wissenschaftliche Führungsposition Amerikas haben könnte. 'Wenn man so viel Expertise so schnell verliert, gefährdet man nicht nur aktuelle Projekte – man gefährdet zukünftige Entdeckungen und unsere Fähigkeit, auf Krisen zu reagieren,' bemerkte Dr. Sarah Johnson, Direktorin des Science Policy Institute.
Der Abgang promovierter MINT-Wissenschaftler bei Behörden wie den National Institutes of Health, dem Energieministerium und dem U.S. Forest Service stellt für viele eine Krise der wissenschaftlichen Kapazitäten der Bundesregierung dar. Da fast elf Wissenschaftler gehen, für jeden neu eingestellten, steht die Regierung vor erheblichen Herausforderungen, die technische Expertise zu erhalten, die benötigt wird, um komplexe Probleme von Klimawandel bis hin zu öffentlichen Gesundheitskrisen anzugehen.
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