Trump erhöht Druck auf Grönland mit Zolldrohungen

Trump droht acht EU-Ländern mit Zöllen, falls sie einer US-Übernahme Grönlands entgegenwirken, und verweist auf nationale Sicherheit und strategische arktische Ressourcen. Das EU-Parlament erwägt, ein Handelsabkommen an den Rückzug der Drohungen zu knüpfen.

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Trump erhöht Druck auf Grönland mit Zolldrohungen

Der ehemalige Präsident Donald Trump hat seine Kampagne zur Erwerbung Grönlands drastisch eskaliert, indem er mit der Verhängung von Importzöllen gegen Länder droht, die der amerikanischen Kontrolle über das strategisch wichtige arktische Gebiet entgegenwirken. Bei einem Treffen im Weißen Haus erklärte Trump: 'Ich könnte Zölle gegen Länder verhängen, wenn sie bei Grönland nicht mitmachen. Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit.' Dies markiert das jüngste Kapitel in Trumps langjährigem Interesse an Grönland, das er erstmals während seiner Präsidentschaft äußerte.

Strategische Bedeutung treibt amerikanisches Interesse an

Die Bedeutung Grönlands reicht weit über seine eisigen Landschaften hinaus. Als größte Insel der Welt nimmt es eine entscheidende Position zwischen Nordamerika und Europa ein, mit der amerikanischen Thule Air Base für Raketenabwehr und maritime Überwachung. Laut einer AP News-Analyse enthält Grönland wertvolle Mineralressourcen, darunter Seltene Erden, die für moderne Technologien entscheidend sind, mit zwei der weltweit größten Vorkommen in Kvanefjeld und Tanbreez. Der CSIS-Bericht stellt fest, dass Grönland weltweit mit 1,5 Millionen Tonnen Seltenen Erden auf Platz acht steht, was es strategisch wichtig macht, während die USA kritische Mineralvorräte sichern wollen, die anfällig für chinesische Exportkontrollen sind.

Spezifische Zolldrohungen angekündigt

Trump hat spezifiziert, dass acht Länder der Europäischen Union – Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland – ab dem 1. Februar 2026 einen Importzoll von 10 % erhalten, der am 1. Juni auf 25 % steigt, wenn sie den amerikanischen Erwerb Grönlands nicht unterstützen. 'Der Präsident meint es ernst,' sagte Trumps ernannter Grönland-Gesandter Jeff Landry in einem Interview mit Fox News über Trumps Wunsch, Grönland zu einem Teil der Vereinigten Staaten zu machen. 'Er hat Dänemark gesagt, was er will, und jetzt liegt es an Außenminister Rubio und Vizepräsident JD Vance, eine Einigung zu erzielen.'

Europäischer und lokaler Widerstand

Das Europäische Parlament erwägt, die Genehmigung eines großen Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten an den Rückzug von Trumps Drohungen bezüglich Grönlands zu knüpfen. 'Es ist klar, dass die nationale Souveränität jedes Landes von allen Partnern in einem Handelsabkommen respektiert werden muss,' sagte Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, in einem Kommentar für Bloomberg.

Lokal haben sowohl dänische als auch grönländische Führer Trumps Vorschläge entschieden abgelehnt. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nannte jüngste Verhandlungen 'einen fundamentalen Meinungsunterschied,' während Tausende in Grönland und Dänemark mit Slogans wie 'Grönland ist nicht zu verkaufen' protestiert haben. Als autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark behält Grönland seine eigene Regierung, ist aber in Außen- und Verteidigungsangelegenheiten von Dänemark abhängig.

Geopolitische Implikationen

Die Situation unterstreicht die wachsenden Spannungen in der Arktis, wo schmelzendes Eis durch den Klimawandel neue Schifffahrtsrouten und Ressourcenexploration ermöglicht. Russland und China haben beide ihre arktische Präsenz ausgebaut, wobei Chinas Polar Silk Road-Initiative versucht, Einfluss zu gewinnen. Trump hat seinen Grönland-Vorstoß wiederholt damit gerechtfertigt, dass China und Russland Pläne für Grönlands Ressourcen hätten.

Die Pattsituation stellt eine wichtige Bewährungsprobe für die transatlantischen Beziehungen und die NATO-Allianzen dar, bei der europäische Führer wirtschaftlichem Druck durch Trumps Zolldrohungen ausgesetzt sind, während sie die Souveränität eines NATO-Partners verteidigen. Während der Besuch von Gesandtem Jeff Landry im März näher rückt, beobachtet die internationale Gemeinschaft genau, ob Trumps unkonventioneller Ansatz Ergebnisse liefern oder die diplomatischen Beziehungen weiter belasten wird.

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