Tausende protestieren gegen Trumps Annexionspläne für Grönland
In einer kraftvollen Solidaritätsbekundung strömten am 17. Januar 2026 zehntausende Demonstranten auf die Straßen Dänemarks, um ein Ende der Drohungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zu fordern, Grönland zu annektieren. Die Massenproteste, organisiert unter dem Motto 'Hände weg von Grönland', stellen die bisher größte öffentliche Reaktion auf Trumps eskalierende Rhetorik über den Erwerb des autonomen dänischen Gebiets dar.
'Grönland ist nicht käuflich'
Auf dem Rathausplatz in Kopenhagen schwenkten Demonstranten grönländische Flaggen und skandierten 'Kalaallit Nunaat' (der Name Grönlands auf Grönländisch), während sie Schilder mit Aufschriften wie 'Grönland ist nicht käuflich' und 'Respektiert unsere Souveränität' hielten. Laut Organisatoren nahmen allein in der Hauptstadt etwa 20.000 Menschen teil, mit weiteren Protesten, die zeitgleich in Aarhus, Aalborg, Odense und Kolding stattfanden.
'Die Vereinigten Staaten waren früher unsere Freunde. Jetzt fühlt es sich an, als wären sie unser Feind,' erzählte ein dänischer Veteran Reportern bei der Demonstration in Aarhus. 'Sie wollen Grönland einnehmen – wie kann das sein? Man kann nicht einfach ein anderes Land und ein anderes Volk einnehmen.'
Geopolitische Spannungen eskalieren
Die Proteste fallen mit einem Besuch amerikanischer Kongressabgeordneter in Dänemark zusammen und folgen auf Trumps jüngste Ankündigung von 10% Zöllen auf acht europäische Länder – darunter Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland – weil sie sich amerikanischen Plänen zum Erwerb Grönlands widersetzen. Trump hat gedroht, diese Zölle bis zum 1. Juni 2026 auf 25% zu erhöhen, es sei denn, es wird eine Vereinbarung für das erzielt, was er den 'Vollständigen und Totalen Kauf Grönlands' nennt.
Grönland, ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, steht seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Jahr 2025 im Zentrum geopolitischer Spannungen. Der ehemalige Präsident hat wiederholt erklärt, dass der Erwerb Grönlands 'für die amerikanische Sicherheit notwendig sei' und hat militärische Intervention nicht ausgeschlossen.
Gescheiterte diplomatische Bemühungen
Diese Woche trafen sich die Außenminister Dänemarks und Grönlands mit dem US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident J.D. Vance in Washington, aber die Gespräche erbrachten keinen Durchbruch. 'Es ist uns nicht gelungen, die amerikanische Position zu ändern,' erklärte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach dem Treffen.
Experten bezweifeln Trumps angegebene Sicherheitsmotivationen und verweisen stattdessen auf die strategische militärische Lage und wertvollen Bodenschätze Grönlands. Die Insel beherbergt bedeutende Vorkommen an Uran und Seltenen Erden, während ihre Lage in der Arktis sie für Raketenabwehrsysteme entscheidend macht. Die USA betreibt bereits die Pituffik Space Base (ehemals Thule Air Base) im Nordwesten Grönlands im Rahmen eines Verteidigungsabkommens von 1951 mit Dänemark.
Grönländischer Widerstand und internationale Reaktion
In Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, zogen parallele Demonstrationen beträchtliche Menschenmengen an, die sich jeder amerikanischen Übernahme widersetzten. Umfragen deuten darauf hin, dass sich etwa 85% der Grönländer gegen einen Beitritt zu den Vereinigten Staaten aussprechen und ihre Autonomie innerhalb des dänischen Reichs schätzen.
Die Situation hat eine beispiellose Spannung innerhalb der NATO verursacht, da Artikel-5-Verpflichtungen Mitgliedstaaten dazu verpflichten würden, die dänische Souveränität zu verteidigen, wenn sie bedroht wird. Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen kritisierte Trump dafür, Grönland als Ablenkung von dringenderen Sicherheitsbedenken wie dem Krieg Russlands in der Ukraine zu nutzen.
Europäische Länder haben ihr Engagement für die Souveränität Grönlands bekräftigt, wobei mehrere Nationen, darunter die Niederlande, angekündigt haben, Militärpersonal zu entsenden, um an bevorstehenden Verteidigungsübungen in grönländischen Gewässern teilzunehmen.
Die Proteste repräsentieren eine wachsende öffentliche Mobilisierung gegen das, was viele als Verstoß gegen internationales Recht und das Recht auf Selbstbestimmung ansehen. Wie ein Demonstrant in Kopenhagen Reportern sagte: 'Das geht nicht nur um Grönland – es geht darum, ob mächtige Länder einfach nehmen können, was sie wollen, von kleineren Ländern.'
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