Trump droht mit Zöllen, um Grönland zu erwerben

Trump droht mit Importzöllen gegen Länder, die sich einer amerikanischen Übernahme Grönlands widersetzen. Das Europäische Parlament erwägt, ein Handelsabkommen einzufrieren.

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Trumps Grönland-Ambitionen lösen transatlantische Krise aus

Der ehemalige Präsident Donald Trump hat seine Kampagne zur Erwerbung Grönlands eskaliert, indem er mit Importzöllen gegen Länder droht, die sich der amerikanischen Kontrolle über das autonome dänische Gebiet widersetzen. Während eines Treffens im Weißen Haus sagte Trump: 'Ich könnte Zölle gegen Länder verhängen, wenn sie bei Grönland nicht mitmachen. Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit.' Diese jüngste Drohung kommt, während das Europäische Parlament erwägt, ein großes Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten als Reaktion auf Trumps Grönland-Ambitionen einzufrieren.

Strategische Bedeutung Grönlands

Der strategische Wert Grönlands ist dramatisch gestiegen, da das arktische Eis schmilzt, was neue Schifffahrtsrouten eröffnet und enorme Mineralreserven freilegt. Laut einer CSIS-Analyse enthält Grönland etwa 1,5 Millionen Tonnen Seltenerdreserven, darunter zwei der weltweit größten Vorkommen. Diese Mineralien sind für moderne Technologie und Verteidigungssysteme unerlässlich. Darüber hinaus bietet die Lage Grönlands Kontrolle über aufkommende arktische Schifffahrtsrouten, die den Welthandel revolutionieren könnten, indem sie die Transitzeit zwischen Asien und Europa um mehr als die Hälfte verkürzen.

Diplomatische Spannungen nehmen zu

Die Situation hat eine diplomatische Krise zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten ausgelöst. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen beschrieb jüngste Verhandlungen als 'einen grundlegenden Meinungsunterschied', nachdem Gespräche mit Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio ohne Fortschritt endeten. Dänemark hat jede Souveränitätsübertragung über Grönland entschieden abgelehnt, und die grönländische Regierung hat wiederholt ihren Widerstand gegen eine Annexion erklärt.

Trumps Sondergesandter für Grönland, Gouverneur Jeff Landry aus Louisiana, plant einen Besuch in dem Gebiet im März. Landry sagte Fox News: 'Der Präsident meint es ernst. Er hat Dänemark gesagt, was er will, und jetzt liegt es an Minister Rubio und Vizepräsident Vance, eine Einigung zu erzielen.' Landrys unkonventioneller Ansatz hat jedoch Kritik hervorgerufen. Laut einem Los Angeles Times-Bericht haben grönländische Beamte seine geplante Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen abgelehnt und nannten sie 'inakzeptablen politischen Druck'.

Handelsabkommen in Gefahr

Das Europäische Parlament erwägt nun, die Zustimmung zu einem umfassenden US-EU-Handelsabkommen an den Rückzug von Trumps Grönland-Drohungen zu knüpfen. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, sagte Bloomberg: 'Es ist klar, dass die nationale Souveränität jedes Landes von allen Partnern in einem Handelsabkommen respektiert werden muss.' Das vorgeschlagene Handelsabkommen würde erfordern, dass die EU Zölle auf amerikanische Industriegüter abschafft und den Marktzugang für Agrarprodukte erleichtert.

Ein Politico-Bericht deutet an, dass hochrangige Gesetzgeber aus Mitte-links-, liberalen, grünen und linken Gruppen behaupten, das Abkommen müsse blockiert werden, wobei sie argumentieren, dass eine Zustimmung dazu, während Trump territoriale Ansprüche gegen Dänemark erhebt, seine Handlungen belohnen würde. Die Europäische Volkspartei bleibt unverbindlich, hat aber nicht genügend Stimmen, um das Abkommen allein zu genehmigen.

Historischer Kontext und zukünftige Implikationen

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Vereinigten Staaten Interesse an Grönland zeigen. Wie auf Wikipedia's Dänemark-USA-Beziehungen Seite vermerkt, versuchte Außenminister William H. Seward kurz vor dem Kauf Alaskas von Russland im Jahr 1867, sowohl Grönland als auch Island von Dänemark zu kaufen. Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die Vereinigten Staaten ein vorübergehendes Protektorat über Grönland, um eine Nazi-Besetzung zu verhindern.

Die derzeitige Pattsituation stellt einen wichtigen Test für die transatlantischen Beziehungen dar. Während Trump mit Zöllen droht und die EU Handelsvergeltungsmaßnahmen erwägt, hat sich das, was als ungewöhnliche territoriale Ambition begann, zu einer großen geopolitischen Krise entwickelt, die die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen über den Atlantik hinweg neu gestalten könnte.

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