Lokalisierung von Gesundheitsversorgung gewinnt weltweit an Bedeutung

Weltweite Bemühungen zur Lokalisierung der Produktion essenzieller Medikamente und Impfstoffe beschleunigen sich 2025, mit Afrika als Ziel von 60% lokaler Impfstoffproduktion bis 2040 und neuen politischen Maßnahmen zur Unterstützung inländischer pharmazeutischer Kapazitäten.

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Aufbau widerstandsfähiger Medikamenten- und Impfstoffproduktion

Die COVID-19-Pandemie hat kritische Schwachstellen in den globalen Gesundheitssystemen aufgedeckt, was zu einer bedeutenden Verlagerung hin zur Lokalisierung der Produktion essenzieller Medikamente und Impfstoffe geführt hat. Während Länder weltweit die strategische Bedeutung der Gesundheitssouveränität erkennen, beschleunigen sich die Bemühungen zur Diversifizierung der Produktionskapazitäten im Jahr 2025.

Lehren aus der Pandemie

Die eklatanten Unterschiede beim Impfstoffzugang während der COVID-19-Krise haben die Gefahren konzentrierter Produktion deutlich gemacht. 'Wir können es uns nicht leisten, das Szenario zu wiederholen, in dem reiche Länder Impfstoffe sicherten, während Entwicklungsländer monatelang auf Zugang warten mussten,' sagt Dr. Maria Rodriguez, eine Expertin für globale Gesundheitspolitik bei der Weltgesundheitsorganisation. Die Pandemie zeigte, dass mehr als 70% der Impfstoffproduktionskapazität auf nur wenige Länder konzentriert war, was Engpässe verursachte, die globale Impfbemühungen verzögerten.

Laut einer aktuellen Studie in Nature Medicine ist Afrika jährlich mit mehr als 160 Krankheitsausbrüchen konfrontiert, importiert aber 70-90% der in Subsahara-Afrika konsumierten Medikamente und stellt weniger als 1% der globalen Impfstoffproduktion. Diese Abhängigkeit verursachte erhebliche Verzögerungen beim Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen sowohl während der COVID-19-Pandemie als auch beim aktuellen Affenpockenausbruch.

Regionale Produktionsinitiativen

Es laufen bedeutende Initiativen zur Einrichtung regionaler Produktionszentren. Der Pharmaceutical Manufacturing Plan for Africa der Afrikanischen Union zielt darauf ab, die kontinentale Kapazität zur Herstellung erschwinglicher, hochwertiger essenzieller Medikamente zu stärken. 'Unser Ziel ist es, bis 2040 60% des afrikanischen Impfstoffbedarfs lokal zu produzieren,' erklärt Dr. Ahmed Ogwell, geschäftsführender Direktor des Africa CDC. Aktuelle Analysen zeigen, dass Afrika derzeit nur 11 Impfstoffhersteller hat, von denen nur 10 Formulierungs-/Abfüll-/Fertigstellungs-Kapazitäten besitzen und nur Südafrika und Senegal über End-to-End-Produktionskapazitäten verfügen.

In Asien erweitern Länder wie Indien und Vietnam ihre pharmazeutische Produktionsinfrastruktur. Indien, bereits als 'Apotheke der Welt' bekannt, investiert in fortschrittliche Produktionstechnologien, um seine Kapazitäten für sowohl Generika als auch innovative Biologika zu erweitern.

Politische Unterstützung und Finanzierung

Regierungen implementieren politische Maßnahmen zur Unterstützung der lokalen Produktion. Die Vereinigten Staaten haben kürzlich eine Executive Order erlassen, um regulatorische Prozesse für die inländische pharmazeutische Produktion zu straffen. 'Der Bau neuer pharmazeutischer Produktionsanlagen in den USA kann aufgrund regulatorischer Barrieren 5-10 Jahre dauern - wir verkürzen diese Zeitleiste erheblich,' erklärt ein Beamter des Weißen Hauses.

Es entstehen auch Finanzierungsmechanismen. Die Ankündigung des African Vaccine Manufacturing Accelerator durch GAVI im Dezember 2023 - ein Finanzierungsmechanismus in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar - zielt darauf ab, nachhaltige Impfstoffproduktion in Afrika zu schaffen. Ähnliche Initiativen werden für Südostasien und Lateinamerika diskutiert.

Technologietransfer und Kapazitätsaufbau

Erfolgreiche Technologietransfers zeigen die Machbarkeit lokaler Produktion. Der Technologietransfer des oralen Cholera-Impfstoffs vom International Vaccine Institute zum südafrikanischen Biovac Institute zeigt, wie die Stärkung lokaler Produktion Impfstoffengpässe während wiederkehrender Ausbrüche bewältigen kann. 'Technologietransfer geht nicht nur um das Teilen von Formeln; es geht um den Aufbau ganzer Ökosysteme von Expertise,' bemerkt Dr. James Kim, Direktor des International Vaccine Institute.

Laut einer umfassenden Übersicht erfordert der Aufbau nachhaltiger Produktion gleichzeitige Investitionen in Forschungsinfrastruktur, Biotech-Inkubationssysteme und kooperative Partnerschaften. Der Ansatz betont die Entwicklung von Produktionsinfrastruktur, die Stärkung regulatorischer Rahmenbedingungen und die Verbesserung menschlicher Kapazitäten durch spezialisierte Trainingsprogramme.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Trotz Fortschritten bleiben erhebliche Herausforderungen bestehen. Der Aufbau von End-to-End-Produktionskapazitäten erfordert bedeutende Investitionen in Infrastruktur, regulatorische Harmonisierung und Personalentwicklung. Qualitätskontrolle und die Einhaltung internationaler Standards stellen zusätzliche Hindernisse für neue Produktionsstandorte dar.

Doch das Momentum wächst. 'Die Zeit für regionale Impfstoffproduktion ist gekommen,' argumentiert ein kürzlich erschienener Lancet-Artikel und betont, dass dezentralisierte Produktionssysteme wesentlich für die Gewährleistung gerechten Zugangs und Widerstandsfähigkeit während Gesundheitsnotfällen sind.

Während Länder weiter in lokale Produktionskapazitäten investieren, verschiebt sich die globale Gesundheitslandschaft hin zu einem stärker verteilten und widerstandsfähigeren Lieferkettenmodell, das bessere Gesundheitsversorgungssicherheit für alle Länder verspricht.

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