Botschafter: Israel, nicht UK, hat US-Sonderbeziehung

Botschafter Turner: Israel hat wahre US-Sonderbeziehung. Seine Äußerungen überschatten König Charles' Staatsbesuch vor dem Iran-Krieg und Epstein-Skandal.

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Britischer Botschafter Christian Turner sorgt mit durchgesickerten Äußerungen für Aufsehen in Washington

In einer diplomatischen Bombe, die den Staatsbesuch von König Charles III. in Washington überschattet hat, stellte der britische Botschafter in den USA, Sir Christian Turner, die geschätzte 'besondere Beziehung' zwischen Großbritannien und den USA offen in Frage und erklärte, Amerikas wahrer besonderer Partner sei 'wahrscheinlich Israel.' Die durchgesickerten Bemerkungen, zuerst von der Financial Times berichtet, haben diplomatische Kreise erschüttert und drohen das Ziel des Königbesuchs zu untergraben.

Turner äußerte sich im Februar 2026 bei einem privaten Treffen mit britischen Schülern in Washington – lange vor dem Iran-Krieg, der die transatlantischen Beziehungen weiter verkomplizierte. Der Audio-Mitschnitt, der am 28. April 2026 veröffentlicht wurde, zeigt den Botschafter tief skeptisch gegenüber dem Begriff 'besondere Beziehung', der 1946 von Winston Churchill geprägt wurde.

Was sagte der Botschafter?

Turner erklärte demnach: 'Ich denke, es gibt nur ein Land, das eine besondere Beziehung zu den USA hat, und das ist wahrscheinlich Israel.' Er bezeichnete den Begriff zwischen UK und USA als 'nostalgisch', 'rückwärtsgewandt' und voller 'Ballast'. Der Botschafter, der sein Amt im Februar 2026 antrat, vermeidet die Phrase ganz, da sie 'auf der Vergangenheit basiert, nicht auf der Gegenwart.'

Turner räumte ein, dass die anglo-amerikanischen Beziehungen 'sehr stark' seien, besonders in Verteidigung und Sicherheit, betonte aber, sie müssten sich weiterentwickeln. Er forderte Großbritannien und Europa auf, ihre Beziehung zu den USA 'neu zu definieren', besonders in der Verteidigung, anstatt auf den amerikanischen Sicherheitsschirm zu vertrauen.

Epstein-Skandal und Starmers Position

Turner äußerte sich auch zum Epstein-Skandal und zeigte sich erstaunt, dass er in den USA keine politischen Konsequenzen hatte. 'Es ist außergewöhnlich, dass der Epstein-Skandal in den USA niemanden getroffen hat,' sagte er, während er in Großbritannien hochrangige Persönlichkeiten wie seinen Vorgänger Lord Mandelson und Prinz Andrew zu Fall brachte und Premier Keir Starmer unter enormen Druck setzte. Die Führungskrise der britischen Labour-Partei brodelt seit Monaten im Epstein-Nachhall.

Zeitpunkt: König Charles' Staatsbesuch überschattet

Das Leck kam zu einem höchst sensiblen Zeitpunkt. König Charles III. hielt sich vom 27.–28. April 2026 zu einem historischen Staatsbesuch in Washington auf – erst der zweite britische Monarch, der vor dem Kongress sprach. Der Besuch sollte die Beziehungen reparieren, die durch Meinungsverschiedenheiten über den Iran-Krieg, Trumps NATO-Kritik und die Weigerung Großbritanniens, sich den US-israelischen Angriffen auf den Iran anzuschließen, belastet sind.

Das Außenministerium betonte, die Äußerungen seien privat und informell gewesen und spiegeln nicht die Position der Regierung wider. Ein Palastvertreter wollte sich nicht äußern.

Historischer Kontext: Die 'besondere Beziehung' unter Druck

Der Begriff 'besondere Beziehung' ist seit Churchills Rede 1946 ein Eckpfeiler der anglo-amerikanischen Diplomatie. Die Geschichte der diplomatischen Spannungen zwischen UK und USA umfasst die Suezkrise 1956, die US-Invasion in Grenada 1983 und Obamas Bezeichnung von Angela Merkel als seine 'engste internationale Partnerin.'

Turners Vorgänger Lord Mandelson musste zurücktreten, nachdem seine Verbindungen zu Epstein bekannt wurden. Präsident Trump selbst bezeichnete die Beziehung 2026 als 'nicht mehr das, was sie war', nachdem Großbritannien zunächst gezögert hatte, US-Angriffe auf den Iran zu unterstützen.

Was bedeutet das für die Zukunft der UK-US-Beziehungen?

Turners Äußerungen entfachen eine Debatte darüber, ob die 'besondere Beziehung' eine diplomatische Realität oder ein beruhigender Mythos ist. Großbritannien und die USA bleiben enge Verbündete in Geheimdiensten (Five Eyes), Militärkooperation und Handel, aber das Machtgleichgewicht hat sich seit dem Kalten Krieg verschoben. Der Aufruf des Botschafters an Europa, seine Verteidigungsbeziehung zu Washington neu zu definieren, spiegelt eine strategische Neuausrichtung wider.

Häufig gestellte Fragen

Was sagte der Botschafter über die US-UK-Sonderbeziehung?

Sir Christian Turner erklärte, das einzige Land mit einer wahren 'besonderen Beziehung' zu den USA sei 'wahrscheinlich Israel', nicht Großbritannien. Er nannte den Begriff 'nostalgisch' und 'rückwärtsgewandt'.

Wann machte Turner diese Bemerkungen?

Im Februar 2026 während eines privaten Treffens mit britischen Schülern in Washington. Die Aufnahme wurde am 28. April 2026 veröffentlicht.

Warum ist das Leck so bedeutend?

Es überschattete den Staatsbesuch von König Charles, der die Beziehungen stärken sollte. Die Äußerungen widersprachen direkt der Botschaft des Besuchs.

Was sagte Turner zum Epstein-Skandal?

Er zeigte sich erstaunt, dass der Skandal in den USA keine politischen Folgen hatte, während er in Großbritannien hochrangige Persönlichkeiten zu Fall brachte und den Premierminister bedroht.

Was ist die Antwort der britischen Regierung?

Das Außenministerium erklärte, die Bemerkungen seien privat und informell gewesen und spiegeln nicht die Regierungsposition wider. Es bekräftigte die Stärke des US-UK-Bündnisses.

Quellen

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