Französische Marine beschlagnahmt mutmaßlichen russischen Schattenflotten-Tanker
In einer bedeutenden Durchsetzungsaktion gegen russische Sanktionsumgehung hat die französische Marine am 22. Januar 2026 einen 250 Meter langen Öltanker namens Grinch im Mittelmeer abgefangen. Die Operation, die zwischen Spanien und Marokko mit Unterstützung von Verbündeten, darunter das Vereinigte Königreich, durchgeführt wurde, richtete sich gegen ein Schiff, das vermutlich Teil der geheimen russischen 'Schattenflotte' ist, die genutzt wird, um westliche Sanktionen gegen russische Ölexporte zu umgehen.
Falsche Flaggen und Sanktionsumgehung
Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte die Beschlagnahmung an und erklärte, der Tanker sei unter einer falschen Flagge der Komoren gefahren, nachdem er mehrfach die Flagge gewechselt habe. 'Wir werden nichts durchgehen lassen,' erklärte Macron und betonte, dass 'die Aktivitäten der Schattenflotte dabei helfen, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finanzieren.' Das Schiff, das zuvor im Juli 2022 als Carl fuhr, steht sowohl auf europäischen als auch amerikanischen Sanktionslisten und ist in den letzten Jahren unter deutschen, liberianischen, gabunischen und barbadischen Flaggen gefahren.
Die Grinch war vom russischen Arktishafen Murmansk ausgelaufen und wurde zu einem Ankerplatz umgeleitet, wo eine gerichtliche Untersuchung stattfindet. Laut BBC-Berichten leisteten britische Marineeinheiten Tracking- und Überwachungsunterstützung für die Operation, was die internationale Zusammenarbeit bei der Sanktionsdurchsetzung unterstreicht.
Russlands wachsende Schattenflotte
Die russische Schattenflotte stellt ein ausgeklügeltes Netzwerk aus Hunderten von Schiffen dar, das genutzt wird, um Sanktionen nach der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zu umgehen. Nach Wikipedia-Daten ist dieser geheime Betrieb von etwa 600 Schiffen Ende 2022 auf zwischen 1.100 und 1.400 Schiffe im Dezember 2023 angewachsen, wobei Schätzungen nahelegen, dass sich der Umfang seit Anfang 2022 mehr als verdreifacht hat.
Diese alternden Tanker, oft am Ende ihrer Betriebsdauer gekauft, stellen erhebliche Umwelt- und Sicherheitsrisiken dar. Viele operieren mit 'unbekannten' Versicherern und schalten regelmäßig ihre automatischen Identifikationssysteme aus, während sie riskante Schiff-zu-Schiff-Übertragungen auf See durchführen. Billigflaggen aus Ländern wie Gabun, das sein Schiffsregister 2023 mehr als verdoppelte, erleichtern diese Operationen.
Internationale Reaktion und ukrainische Unterstützung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die französische Aktion und schrieb auf X: 'Danke, Macron. Genau solche Maßnahmen sind nötig, um sicherzustellen, dass russisches Öl nicht länger genutzt wird, um Russlands Krieg zu bezahlen.' Diese Beschlagnahmung folgt auf ähnliche Operationen westlicher Länder, darunter die amerikanische Beschlagnahmung mehrerer Tanker im Atlantik in den letzten Wochen und die französische Festsetzung eines anderen russischen Tankers, Boracay, im September 2025.
Die Operation zeigt ein verstärktes westliches Engagement, Russlands Fähigkeit zur Finanzierung seiner Militäroperationen durch Öleinnahmen einzuschränken. Wie The Guardian berichtete, transportieren diese Schattenflottenschiffe typischerweise russisches Öl in Länder wie Indien und China trotz internationaler Sanktionen und Preisobergrenzen.
Da das Mittelmeer eine entscheidende Schifffahrtsroute für russische Ölexporte darstellt, sind solche Beschlagnahmungen strategische Bemühungen, Sanktionen durchzusetzen und gleichzeitig die Umweltrisiken anzugehen, die von schlecht gewarteten Schattenflottenschiffen ausgehen, die mit minimaler Aufsicht operieren.
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