Baltische Staaten fordern koordinierte Aktion gegen russische Schattenflotte

Die baltischen Staaten fordern eine stärkere, koordinierte Reaktion auf Russlands Schattenflotte von Öltankern, die für den heimlichen Ölexport und vermutete militärische Aktivitäten genutzt wird. Die aktuellen Sanktionslisten sind inkonsistent, und es gibt keine einheitliche Strategie. Jüngste russische Militäraktionen unterstreichen die Dringlichkeit des Problems.

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Die baltischen Staaten fordern ein stärkeres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte, die aus Hunderten alter Öltanker besteht, die unter falscher Flagge fahren, um russisches Öl heimlich zu exportieren. Russland wird auch verdächtigt, diese Schiffe für militärische Zwecke wie Spionage und die Beschädigung von Unterwasserkabeln einzusetzen.

In The Guardian warnen die Außen- und Verteidigungsminister Estlands und Litauens, dass die derzeitige europäische Politik unwirksam ist. Die USA, die EU und das Vereinigte Königreich haben jeweils eigene Listen von Schiffen der Schattenflotte, aber diese Listen überschneiden sich nur teilweise. Der litauische Minister Kęstutis Budrys stellt fest, dass nur die Hälfte der sanktionierten Schiffe auf allen drei Listen steht.

Es gibt wenig Koordination bei der Bekämpfung der Flotte. Obwohl 14 Länder an Gesprächen über die Schattenflotte teilnehmen, fehlt ein Gremium, das eine gemeinsame Strategie oder den Informationsaustausch koordiniert.

Der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur fordert eine einheitliche Linie und schlägt vor, alle gelisteten Schiffe aus europäischen Gewässern zu verbannen, da sie ohnehin keine europäischen Häfen anlaufen dürfen. Dies würde jedoch gegen das internationale Seerecht verstoßen.

Die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion wird durch die jüngsten russischen Aktionen unterstrichen, darunter die Entsendung eines Kampfflugzeugs in den estnischen Luftraum als Reaktion auf die estnische Marine, die einen sanktionierten Tanker in internationale Gewässer zurückbegleitete.

Die NATO bleibt vorsichtig und konzentriert sich auf den Schutz von Unterwasserkabeln. Stellvertretender Leiter John Mead des NATO-Hauptquartiers in Brunssum betont, dass Russland sich schnell erschöpfen würde, wenn es jedes Schiff der Schattenflotte eskortieren wollte.

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