Die Straße von Hormus, der wichtigste Energie-Engpass der Welt, erlebte im März 2026 einen fast vollständigen Zusammenbruch des Schiffsverkehrs. Die täglichen Durchfahrten fielen von 129 Anfang Februar auf nur sechs Ende März – ein Rückgang um 95%. Damit wurde eine Route unterbrochen, die etwa 20% des weltweiten Erdöls und einen erheblichen Anteil des LNG transportiert. Brent-Rohöl stieg am 8. März erstmals seit 2022 über 100 Dollar und erreichte einen Höchststand von 126 Dollar. Das weltweite Ölangebot verlor über 10 Millionen Barrel pro Tag. Die Krise hat weitreichende Auswirkungen auf Schifffahrtskosten, Ernährungssicherheit und das globale Handelswachstum, das laut UNCTAD von 4,7% auf 1,5% fallen könnte.
Wie sich die Schließung der Straße von Hormus entwickelte
Die Krise begann am 28. Februar 2026 mit US-israelischen Luftangriffen auf iranische Anlagen. Der Iran blockierte daraufhin die Straße, enterte Schiffe und legte Minen. Bis zum 2. März waren über 138 Containerschiffe eingeschlossen. Der Iran-USA-Konflikt 2026 eskalierte weiter. Am 27. März sperrte die IRGC die Straße für US-Verbündete. Ein Waffenstillstand am 8. April erlaubte eine teilweise Wiedereröffnung, aber der Iran verlangte hohe Gebühren. Nach dem Scheitern der Islamabad-Gespräche verhängten die USA eine Blockade gegen iranische Häfen.
Globaler Ölangebotsschock und Preisspirale
Die EIA schätzte, dass im März 7,5 Millionen Barrel pro Tag (b/d) an Produktion stillgelegt wurden, im April stieg die Zahl auf 9,1 Millionen b/d. Die IEA bezeichnete dies als die größte Versorgungsunterbrechung der Geschichte. Brent-Rohöl lag im März bei durchschnittlich 103 Dollar, mit einem prognostizierten Höchststand von 115 Dollar im zweiten Quartal. Es war der größte monatliche Anstieg der Ölpreise.
Schifffahrts- und Frachtkosten explodieren
Kriegsrisikoprämien für Tanker stiegen auf bis zu 5% des Schiffsrumpfwerts. Frachtindizes stiegen stark an. Containerlinien verhängten Notaufschläge von bis zu 3.000 Dollar pro Container. Die transpazifischen Raten stiegen um 40%, die Asien-Europa-Raten um 20%. Die globale Schifffahrtskrise 2026 verschärfte die Lieferkettenprobleme.
Ernährungssicherheitskrise droht für Entwicklungsländer
Die Region ist für 13% der weltweiten Stickstoffdüngerexporte verantwortlich. Der FAO-Chefökonom warnte vor einer sich schließenden Chance zur Verhinderung einer Ernährungskrise. Laut Amnesty International könnten 9,1 Millionen Menschen in Asien von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Besonders riskant ist die Lage in mehreren asiatischen Ländern. 3,4 Milliarden Menschen in 46 Entwicklungsländern geben mehr für Schulden aus als für Gesundheit oder Bildung. Die Ernährungssicherheitsrisiken 2026 werden durch Frachtratensteigerungen verschärft.
Verlangsamung des Welthandelswachstums
UNCTAD prognostiziert, dass das Wachstum des Welthandels von 4,7% im Jahr 2025 auf 1,5% bis 2,5% im Jahr 2026 fallen wird – das niedrigste seit 2023. Ursachen sind der geopolitische Schock, Handelsunsicherheit und finanzielle Volatilität. Entwicklungsländer sind überproportional betroffen.
Alternative Routen und Beschleunigung erneuerbarer Energien
Die bestehenden Umgehungspipelines bieten nur begrenzte Kapazität, weit weniger als die 20 Millionen b/d, die normalerweise durch Hormus fließen. Beide Pipelines wurden vom Iran angegriffen. Der Erneuerbare-Energien-Investitionsschub 2026 hat an Dynamik gewonnen, da Regierungen die Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Nahen Osten verringern wollen. Die IEA gab 400 Millionen Barrel aus Notvorräten frei.
Expertenansichten
Die IEA bezeichnete die Krise als 'die größte Störung der weltweiten Energieversorgung seit den 1970er Jahren'.
Häufig gestellte Fragen
Was hat die Schließung der Straße von Hormus 2026 verursacht?
US-israelische Luftangriffe, auf die der Iran mit einer Blockade reagierte.
Wie viel Öl passiert normalerweise die Straße von Hormus?
Etwa 20 Millionen Barrel pro Tag.
Welche Auswirkungen hatte die Krise auf die Ölpreise?
Brent-Rohöl stieg auf über 100 Dollar, mit einem Höchststand von 126 Dollar.
Wie hat die Krise das Welthandelswachstum beeinflusst?
UNCTAD prognostiziert einen Rückgang von 4,7% auf 1,5% bis 2,5%.
Welche langfristigen Auswirkungen auf die Energiesicherheit gibt es?
Die Krise beschleunigt Investitionen in alternative Routen und erneuerbare Energien.
Fazit: Eine Nach-Hormus-Weltordnung?
Die Hormus-Krise 2026 hat die globale Energiesicherheit grundlegend verändert. Die Welt wird sich mit Diversifizierung und Resilienzaufbau auf eine fragmentiertere Energieordnung einstellen.
Quellen
- UNCTAD Rapid Assessment, April 1, 2026
- U.S. Energy Information Administration, April 2026 Short-Term Energy Outlook
- International Energy Agency, April 2026 statements
- FAO Chief Economist warnings, April 2026
- Wikipedia: 2026 Strait of Hormuz crisis
- Seavantage: Strait of Hormuz Crisis Timeline
- Foreign Policy Journal, May 13, 2026
- Amnesty International analysis, May 2026
- CNBC, April 23, 2026
- Global Trade Review, April 2026
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