Spanien bestätigt größten Kokainfund der Geschichte
Innenminister Fernando Grande-Marlaska bestätigte am 4. Mai 2026 den Kokainfund der Guardia Civil vor den Kanarischen Inseln als den größten jemals verzeichneten: 30.215 Kilogramm (über 30 Tonnen) in 1.279 Paketen. Die Operation am 1. Mai 2026, etwa 90 Seemeilen südlich von Gran Canaria, war ein historischer Schlag gegen atlantische Drogennetzwerke. Das Schiff Arconian unter der Flagge der Komoren wurde nach einem Hinweis des niederländischen Geheimdienstes abgefangen. Es war am 22. April 2026 von Freetown, Sierra Leone, abgefahren und gab vor, nach Bengasi, Libyen, zu fahren.
Wie die Operation ablief
Die Guardia Civil verfolgte die Arconian tagelang. Bei der Durchsuchung fanden sie nicht nur das Kokain, sondern auch 42.000 Liter Benzin – Treibstoff für Schnellboote – sowie fast 30 Mobiltelefone, vier SIM-Karten, einen USB-Stick und eine Festplatte. Zunächst wurden nur 17 philippinische Besatzungsmitglieder gefunden, aber sechs bewaffnete Wächter – fünf Niederländer und ein Surinamese – versteckten sich im Bug. Sie hatten drei Maschinengewehre, zwei Pistolen und Munition.
Festnahmen und kriminelle Vergangenheit
Alle 23 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und angeklagt wegen Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit und Nutzung eines Schiffs für Drogenhandel. Mehrere Niederländer haben Vorstrafen: Ein 36-Jähriger wurde 2010 zu sieben Jahren verurteilt, weil er jemandem in den Hals geschossen hatte; ein 22-Jähriger wurde 2023 in Rotterdam festgenommen, als er Drogen aus einem Container holen wollte; ein 33-Jähriger aus Groningen stand wegen Geldwäsche vor Gericht.
Verbindung zu 'Bolle Jos' und Sierra-Leone-Netzwerken
Der Fund lenkt die Aufmerksamkeit auf Jos Leijdekkers, genannt 'Bolle Jos', einen niederländischen Drogenhändler, der sich angeblich in Sierra Leone aufhält. Leijdekkers wurde in Belgien in Abwesenheit zu 24 Jahren Haft und 96 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Er soll enge Beziehungen zur politischen Elite Sierra Leones haben. Die Abfahrt der Arconian von Freetown und die bekannten Routen des Flüchtigen haben die Ermittlungen intensiviert. Die Drogenhandelsverbindungen Sierra Leones werden nun verstärkt untersucht. Die spanischen Behörden arbeiten mit Europol und der DEA zusammen, um die Herkunft des Kokains zu ermitteln. Die atlantischen Kokainschmuggelrouten von Südamerika über Westafrika nach Europa stehen im Fokus.
Wert und Ausmaß des Fundes
Die 30.215 Kilogramm Kokain haben einen geschätzten Großhandelswert von etwa 812 Millionen Euro (956 Millionen US-Dollar). Der Straßenwert könnte nach Streckung und Verteilung 2,5 Milliarden Euro übersteigen. Dieser Fund verdoppelt Spaniens vorherigen Rekord von 13 Tonnen aus dem Jahr 2024. Minister Grande-Marlaska erklärte: 'Dies ist einer der wichtigsten Drogenfunde national und international. Wir haben den kriminellen Organisationen einen schweren Schlag versetzt.'
Breitere Europol-Operation stört atlantische 'Drogenautobahn'
Der Rekordfund war Teil einer größeren internationalen Aktion. Zwischen dem 13. und 26. April 2026 führten von Europol koordinierte Operationen zu 545 Festnahmen in spanischen Häfen. Dabei wurden über 8.000 Kilogramm Haschisch, fast 11.000 Kilogramm Kokain und 21 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt. Europol erklärte, die Operationen hätten eine 'wichtige Autobahn für Kokaintransporte im Atlantik' unterbrochen. Die Europol-Atlantik-Drogenoperationen konzentrieren sich zunehmend auf Schnellboot-Netzwerke.
FAQ
Was ist der größte Kokainfund in der europäischen Geschichte?
Die Beschlagnahme von 30.215 Kilogramm Kokain von der Arconian im Mai 2026 ist der größte Kokainfund in Europa, der Spaniens Rekord von 13 Tonnen aus 2024 übertrifft.
Wer ist 'Bolle Jos' und steht er in Verbindung mit diesem Fund?
Jos Leijdekkers, bekannt als 'Bolle Jos', ist ein niederländischer Drogenhändler, der in Abwesenheit zu 24 Jahren verurteilt wurde. Er wird mit der Sendung in Verbindung gebracht, wurde aber nicht in diesem Fall angeklagt.
Wie viel sind 30 Tonnen Kokain wert?
Der Großhandelswert wird auf rund 812 Millionen Euro geschätzt, der Straßenwert übersteigt 2,5 Milliarden Euro.
Woher kam das Kokain und wohin sollte es?
Das Kokain stammt vermutlich aus Kolumbien, wurde über Westafrika transportiert und in Sierra Leone verladen. Die Drogen sollten auf See auf Schnellboote umgeladen werden, um nach Europa geschmuggelt zu werden.
Welche Anklagen drohen den festgenommenen Besatzungsmitgliedern?
Den 23 Besatzungsmitgliedern werden Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit und Nutzung eines Schiffs für Drogenhandel vorgeworfen. Das spanische Nationalgericht ordnete Untersuchungshaft an.
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