Deutschland gibt 574 Kolonial-Schädel an Westafrika zurück

Deutschland gibt 574 Kolonial-Schädel an Westafrika zurück. Die SPK klärte ihre Herkunft nach fünfjähriger Forschung. Die Überreste wurden für rassistische Studien entwendet.

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Eine deutsche Stiftung hat angekündigt, Hunderte von Menschenschädeln aus der Kolonialzeit an Westafrika zurückzugeben. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gab am 22. April 2026 bekannt, dass die Provenienzforschung an fast 600 Schädeln abgeschlossen sei, was die Rückgabe an Länder wie Kamerun, Togo, Ghana und Nigeria ermöglicht.

Die Rückführung kolonialer Artefakte ist für Deutschland eine wachsende Priorität.

Provenienzforschung enthüllt dunkle Geschichte

Das zwischen 2021 und 2026 durchgeführte Projekt untersuchte 574 Schädel im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Die Ergebnisse zeigen:

  • 336 Schädel aus Kamerun
  • 151 Schädel aus Togo
  • 23 Schädel aus Ghana
  • 1 Schädel aus Nigeria
  • 63 Schädel nicht zuordenbar

Viele stammen von Zwangsarbeitern beim Eisenbahnbau in Kamerun, Hinrichtungsopfern und geplünderten Gräbern. Die Sammlung wurde ursprünglich von der Charité für rassistische Forschung angelegt, bevor sie 2011 an das Museum überging.

Deutschlands koloniales Erbe

Das deutsche Kolonialreich umfasste ab 1884 Gebiete in West- und Ostafrika. Die Kolonialzeit war von brutaler Unterdrückung geprägt, insbesondere der Völkermord an den Herero und Nama in Namibia (1904–1908), den die UN als ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts anerkennt. Tausende indigene Menschen wurden getötet und ihre Schädel nach Deutschland für rassistische Studien geschickt.

Der deutsche Kolonialgenozid in Namibia bleibt ein schmerzhaftes Kapitel, trotz offizieller Anerkennung 2021.

Frühere Rückführungsbemühungen

Bereits 2019 gab Deutschland 19 Schädel an Namibia zurück, 2022 Benin-Bronzen an Nigeria. Die SPK hat auch Schädel aus Ostafrika identifiziert: 904 aus Ruanda, 202 aus Tansania, 22 aus Kenia, und zur Rückgabe bereit erklärt.

Weg zur Rückführung

SPK-Präsidentin Marion Ackermann erklärte: 'Wo möglich, sollten die menschlichen Knochen an den Ort zurückkehren können, von dem sie stammen.' Die Stiftung hat die Überreste den Herkunftsländern angeboten; logistische und diplomatische Regelungen sind noch offen.

Die Rückerstattung menschlicher Überreste aus Museen erfordert komplexe Verhandlungen.

Auswirkungen und Bedeutung

Die Rückführung ist ein entscheidender Schritt für Deutschlands Aufarbeitung seiner kolonialen Vergangenheit. Aktivisten und Nachkommengemeinschaften fordern die Rückgabe seit langem. Das SPK-Projekt untersucht insgesamt etwa 7.700 Schädel, davon rund 1.700 bearbeitet. Für die betroffenen Gemeinschaften ermöglicht die Rückkehr würdevolle Bestattungen nach über einem Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Warum geben deutsche Museen Schädel an Afrika zurück?

Sie wurden während der deutschen Kolonialherrschaft (1884–1918) für rassistische Forschung entwendet. Nach Provenienzforschung und Druck gibt Deutschland sie zur Anerkennung seiner Kolonialverbrechen zurück.

Wie viele Schädel werden zurückgegeben?

Insgesamt 574 Schädel aus Westafrika: 336 nach Kamerun, 151 nach Togo, 23 nach Ghana, 1 nach Nigeria. Zusätzlich über 1.100 Schädel aus Ostafrika.

Was war der Zweck der Sammlung?

Sie dienten zur Untermauerung rassistischer Theorien der Überlegenheit europäischer Völker.

Hat Deutschland schon früher koloniale Artefakte zurückgegeben?

Ja, darunter 2019 Schädel an Namibia und 2022 Benin-Bronzen an Nigeria.

Wann werden die Schädel zurückkehren?

Noch kein genauer Termin. Die SPK hat die Rückgabe angeboten, Verhandlungen laufen. Frühere Rückführungen dauerten mehrere Monate.

Quellen

  • Pressemitteilung der SPK, 22. April 2026
  • Deutsche Welle Berichterstattung
  • NOS Niederlande, 22. April 2026
  • UN-Dokumentation zum Völkermord an Herero und Nama

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