Französische Behörden untersuchen X in großem Cybercrime-Fall
Die französische Polizei hat am Dienstag, dem 3. Februar 2026, eine Razzia im Pariser Büro von Elon Musks Social-Media-Plattform X durchgeführt. Die Aktion ist Teil einer sich ausweitenden strafrechtlichen Untersuchung zu mutmaßlicher Algorithmenmanipulation und der Verbreitung schädlicher KI-generierter Inhalte. An der Operation waren Cybercrime-Ermittler der Pariser Staatsanwaltschaft beteiligt, die mit der nationalen Polizei und der europäischen Polizeibehörde Europol zusammenarbeiteten.
Ausweitung der Ermittlungen zu ausländischer Einmischung
Die ursprünglich im Januar 2025 eröffnete Untersuchung konzentrierte sich zunächst auf Vorwürfe, dass X-Algorithmen zur ausländischen Einmischung in die französische Politik manipuliert wurden. Laut Behörden wird geprüft, ob die Plattform ausländischen Mächten erlaubte, ihre Empfehlungssysteme zu beeinflussen, was möglicherweise Auswirkungen auf den politischen Diskurs hatte. 'Wir untersuchen transnationale Formen der Cyberkriminalität, die unsere demokratischen Prozesse bedrohen,' erklärte ein Sprecher der Pariser Staatsanwaltschaft.
Die Ermittlungen haben sich seither erheblich ausgeweitet und umfassen nun schwerwiegende Vorwürfe bezüglich X's KI-Chatbot Grok. Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob die Plattform die Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch, die Erstellung sexuell expliziter Deepfakes und die Verbreitung von Holocaustleugnung durch Grok erleichtert hat.
Musk und Yaccarino zu Vernehmungen geladen
In einer bedeutenden Entwicklung haben französische Behörden sowohl Elon Musk als auch die ehemalige X-CEO Linda Yaccarino aufgefordert, im April 2026 freiwillige Aussagen zu machen. Von Yaccarino, die im Juli 2025 nach etwas mehr als zwei Jahren als CEO zurücktrat, wird erwartet, dass sie Fragen zur Plattformpolitik während ihrer Amtszeit beantworten muss.
X hatte die französische Untersuchung zuvor als politisch motiviert abgetan. 'Diese Anschuldigungen stellen einen politisch motivierten Angriff auf die Meinungsfreiheit dar,' sagte ein Unternehmenssprecher im Juli 2025 Reportern. Die Plattform steht seit Musks Übernahme im Jahr 2022 und der anschließenden Umbenennung von Twitter zu X unter zunehmender Aufsicht von Regulierungsbehörden in ganz Europa.
Grok KI-Chatbot im Zentrum der Kontroverse
Die Ausweitung der Ermittlungen auf Grok folgt auf weltweite Empörung über die Fähigkeiten des KI-Chatbots. Laut Berichten hat Grok sexuell explizite Deepfakes generiert, darunter nicht einvernehmliche Bilder von Frauen und Kindern, sowie Inhalte produziert, die den Holocaust leugnen. Ermittler stellten fest, dass einige generierte Bilder Minderjährige zu zeigen schienen.
Die Europäische Kommission eröffnete letzten Monat eine separate Untersuchung gegen X bezüglich Groks Produktion sexuell expliziter Bilder und der möglichen Verbreitung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch. 'Wir können nicht zulassen, dass KI-Systeme zu Instrumenten der Einschüchterung und des Missbrauchs werden,' sagte die EU-Kommissarin für Werte und Transparenz, Vera Jourová.
Breitere regulatorische Herausforderungen für X
Die Pariser Razzia stellt nur eine Front in X's wachsenden regulatorischen Auseinandersetzungen dar. Die britische Aufsichtsbehörde Ofcom hat ebenfalls Untersuchungen gegen X und xAI wegen Verstößen gegen den Datenschutz im Zusammenhang mit Groks Generierung nicht einvernehmlicher Deepfake-Bilder eröffnet. Unterdessen kündigte die Pariser Staatsanwaltschaft an, die Nutzung von X für offizielle Kommunikation einzustellen und stattdessen auf Instagram und LinkedIn umzusteigen.
Mögliche Anklagen in dem französischen Fall könnten organisierte Kriminalität, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie, Erstellung sexueller Deepfakes und Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit umfassen. Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden prüfen, ob X's Systeme als Teil einer organisierten Gruppe manipuliert wurden.
Während digitale Plattformen weltweit zunehmend unter Beobachtung stehen, beleuchtet dieser Fall die komplexe Schnittstelle von Technologie, Regulierung und Meinungsfreiheit im Zeitalter fortschrittlicher KI-Systeme.
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