USA spricht nächste Woche mit Dänen über Grönland, Militäroption bleibt

US-Außenminister Rubio spricht nächste Woche mit Dänen über Grönland, während die Militäroption offen bleibt. Die Situation setzt die NATO unter Druck, europäische Verbündete unterstützen die dänische Souveränität über das strategische Arktisgebiet.

Diplomatische Konfrontation über die Arktis

In einer dramatischen Eskalation der Spannungen hat US-Außenminister Marco Rubio angekündigt, dass er nächste Woche mit dänischen Amtsträgern über Grönland sprechen wird, während das Weiße Haus weiterhin betont, dass militärische Aktionen 'eine Option' bleiben, um das strategische arktische Gebiet zu erwerben. Die Trump-Regierung hat ihren Druck erhöht, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, und verweist auf nationale Sicherheitsbedürfnisse angesichts des wachsenden chinesischen und russischen Einflusses in der Arktis.

'Wir ziehen es immer vor, es anders zu machen, so war es auch in Venezuela,' sagte Rubio zu Reportern, als er gefragt wurde, ob die USA bereit sind, die Existenz der NATO für Grönland aufs Spiel zu setzen. Sein Verweis auf die jüngste US-Kommandooperation in Venezuela, bei der Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen wurde, löste Schockwellen in europäischen Hauptstädten aus.

NATO-Allianz unter Druck

Die Situation hat eine beispiellose Spannung innerhalb der NATO-Allianz verursacht, da sowohl Dänemark als auch die Vereinigten Staaten Mitglieder des Verteidigungspakts sind. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte zuvor, dass ein US-Angriff auf einen NATO-Verbündeten verheerend wäre. 'Wenn die USA beschließen, ein anderes NATO-Land anzugreifen, dann würde alles zum Stillstand kommen. Das gilt auch für die NATO und damit die Nachkriegsordnung der internationalen Sicherheit,' erklärte sie.

Europäische NATO-Länder haben sich hinter Dänemark gestellt, wobei Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und das Vereinigte Königreich gemeinsam bestätigten, dass Grönland 'seinen Einwohnern gehört.' Der französische Außenminister Barrot sagte, er habe die Angelegenheit mit seinen deutschen und polnischen Kollegen besprochen und erklärte: 'Wir wollen handeln, aber das wollen wir gemeinsam tun, als europäische Partner.'

Strategische Bedeutung Grönlands

Der Wert Grönlands liegt in seiner strategischen Lage zwischen Europa und Nordamerika in der zunehmend wichtiger werdenden Arktis. Da der Klimawandel neue Schifffahrtsrouten eröffnet und Zugang zu bisher unzugänglichen Ressourcen ermöglicht, bietet die Kontrolle über Grönland erhebliche geopolitische Vorteile. Die Insel ist auch reich an kritischen Mineralien, einschließlich Seltener Erden, die für moderne Technologie und Verteidigungsanwendungen unerlässlich sind.

Die USA betreiben bereits die Pituffik Space Base in Grönland unter einem Vertrag von 1951 mit Dänemark, der Raketenangriffswarnungen und Weltraumüberwachungsoperationen unterstützt. Die Trump-Regierung will jedoch eine direktere Kontrolle und argumentiert, dass die wachsende Bedrohung durch China und Russland in der Arktis eine stärkere US-Präsenz erfordert.

Kaufoption ebenfalls erwogen

Weißes-Haus-Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte, dass die Regierung auch den Kauf Grönlands diskutiert. 'Präsident Trump hält immer alle Optionen offen. Seine erste Option ist immer der diplomatische Dialog,' sagte sie. Sowohl Dänemark als auch Grönland haben diese Möglichkeit jedoch als inakzeptabel abgelehnt.

Laut Berichten hatten der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt das Treffen mit Rubio angefordert, nachdem frühere Versuche gescheitert waren. Das Treffen soll voraussichtlich mit der Sitzung des Nordatlantikrats am kommenden Donnerstag zusammenfallen, dem wichtigsten politischen Entscheidungsgremium der NATO.

Europäische Reaktionspläne

Europäische Regierungen arbeiten Berichten zufolge an Notfallplänen für den Fall, dass die USA ihre Drohungen wahr machen. Der französische Außenminister Barrot behauptete, Rubio habe ihm gestern versichert, dass die USA eine militärische Aktion in Grönland ausschließen. 'Er wies die Vorstellung zurück, dass das, was in Venezuela passiert ist, auch in Grönland passieren könnte,' sagte Barrot, obwohl Rubios öffentliche Äußerungen anderes nahelegen.

Die Situation stellt eine der schwerwiegendsten Belastungsproben für den NATO-Zusammenhalt seit Jahrzehnten dar, mit dem Potenzial, die transatlantischen Beziehungen grundlegend zu verändern. Da Grönland ein autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark bleibt, würde jede erzwungene Übertragung das Völkerrecht und etablierte Souveränitätsprinzipien verletzen.

Das diplomatische Engagement der kommenden Woche wird von Verbündeten und Gegnern genau beobachtet werden, da das Ergebnis nicht nur die Zukunft Grönlands bestimmen, sondern auch die Stabilität des westlichen Bündnissystems beeinflussen könnte, das seit dem Zweiten Weltkrieg die globale Sicherheit stützt.

Liam Nguyen

Liam Nguyen ist ein preisgekrönter kanadischer politischer Korrespondent, bekannt für seine tiefgründige Berichterstattung über Bundesangelegenheiten. Als Sohn vietnamesischer Flüchtlinge in Vancouver geboren, verleiht seine Arbeit unterrepräsentierten Stimmen in politischen Kreisen Gehör.

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