6-Jähriger findet 1.300 Jahre altes Schwert in Norwegen

Ein 6-jähriger norwegischer Junge entdeckte ein 1.300 Jahre altes Scramasax-Schwert auf einem Schulausflug. Das seltene Fundstück wird in Oslo konserviert.

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Junge entdeckt altes Schwert auf Schulausflug

Ein sechsjähriger norwegischer Junge machte den archäologischen Fund seines Lebens. Während eines Schulausflugs im Frühjahr in Brandbu, Norwegen, entdeckte Henrik Refsnes Mørtvedt, Schüler der ersten Klasse, ein rostiges Objekt auf einem gepflügten Feld – und zog ein 1.300 Jahre altes Schwert aus der späten Merowingerzeit hervor, kurz vor der Wikingerzeit.

Der bemerkenswerte Fund ereignete sich Ende April 2026 in der Nähe von Tingelstad in der Gemeinde Gran, Teil der Region Hadeland. Henrik lief mit seinen Klassenkameraden, als er etwas Ungewöhnliches im Schmutz bemerkte. „Es war rostig und schmutzig, also dachte ich: Ich hebe es auf und sehe, was es ist“, erzählte Henrik der Lokalzeitung Hadeland. Seine Lehrer kontaktierten sofort lokale Archäologen, gemäß den Protokollen für potenzielle Kulturgutfunde.

Was wurde entdeckt?

Das Artefakt ist ein einschneidiges Schwert, bekannt als Scramasax oder Sax – eine Waffe, die bei germanischen Völkern während der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters verbreitet war. Anders als zweischneidige Wikingerschwerter hat der Scramasax eine nur auf einer Seite geschärfte Klinge. Archäologen der Denkmalbehörde der Region Innlandet datierten das Schwert auf etwa 550–800 n. Chr., in die Übergangszeit zwischen Merowingerzeit und früher Wikingerzeit.

Das Schwert ist außergewöhnlich gut erhalten. Laut der Kulturerbeorganisation Kulturarv i Innlandet ähnelt die Waffe stark einem „Schwert vom Typ F“ aus Jan Petersens maßgeblicher Typologie von 1919, die bis heute das Standardsystem zur Klassifizierung frühmittelalterlicher skandinavischer Schwerter darstellt. Die Wikinger-Schwerttypologie von Petersen kategorisiert Schwerter nach Form von Griff und Knauf und hilft Archäologen, Funde in ganz Norwegen zu datieren und einzuordnen.

Die Region Hadeland: „Land des Kriegers“

Der Fundort hat besondere historische Bedeutung. Hadeland bedeutet im Altnordischen „Land des Kriegers“ – ein passender Name für eine Region, die zahlreiche eisenzeitliche und wikingerzeitliche Artefakte hervorgebracht hat. Das Gebiet ist übersät mit Grabhügeln, Spuren alter Siedlungen und Überresten frühmittelalterlicher Gehöfte und zählt zu den reichsten archäologischen Landschaften Norwegens.

Dies ist nicht der erste bedeutende Fund in der Region. In den letzten Jahren wurden Wikingerschätze entdeckt, darunter der Mørstad-Hortfund – der größte wikingerzeitliche Münzschatz Norwegens mit fast 3.000 Silbermünzen. Die Region Hadeland liefert weiterhin wertvolle Einblicke in das frühmittelalterliche Leben in Skandinavien.

Wissenschaftliche Analyse und Konservierung

Das Schwert wurde an das Museum für Kulturgeschichte (Kulturhistorisk museum) in Oslo übergeben, wo es umfassend konserviert und wissenschaftlich untersucht wird. Spezialisten planen, Röntgenaufnahmen und metallurgische Analysen durchzuführen, um Details über die Konstruktion des Schwerts zu ermitteln, darunter die Schmiedetechnik, die Eisenqualität und mögliche Kampfspuren.

Die Forscher sind besonders daran interessiert, ob das Schwert ursprünglich Teil eines Grabes war, das durch jahrhundertelanges Pflügen gestört wurde, oder ob es verloren ging. Die archäologischen Konservierungsmethoden des Museums werden das Artefakt für künftige Studien und Ausstellungen bewahren.

Breitere archäologische Bedeutung

Der Fund unterstreicht die wichtige Rolle, die normale Bürger – selbst kleine Kinder – bei der Bewahrung des kulturellen Erbes spielen. Das norwegische Gesetz verlangt, dass alle archäologischen Funde gemeldet werden, und das schnelle Handeln von Henrik und seinen Lehrern stellte sicher, dass das Schwert ordnungsgemäß dokumentiert und geborgen werden konnte.

Archäologen lobten den Umgang der Schule mit dem Fund. Die Denkmalbehörde von Innlandet würdigte die Schüler für ihr schnelles Denken und dafür, dass sie das Artefakt nicht weiter störten. „Sie haben alles richtig gemacht, indem sie sofort die Archäologen der Gemeinde kontaktierten“, sagte ein Sprecher.

Das Schwert stammt aus der Zeit vor der klassischen Wikingerzeit (die allgemein mit den Überfällen auf Lindisfarne ab 793 n. Chr. beginnt). Artefakte aus dieser Übergangsperiode der Merowingerzeit sind seltener als spätere Wikingerfunde, was diese Entdeckung besonders wertvoll für das Verständnis der Entwicklung von Waffen und Gesellschaft im vorwikingerzeitlichen Skandinavien macht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie alt ist das von dem sechsjährigen Jungen gefundene Schwert?

Das Schwert ist etwa 1.300 Jahre alt und stammt aus der späten Merowingerzeit (550–800 n. Chr.), kurz vor der Wikingerzeit.

Welche Art von Schwert wurde entdeckt?

Es handelt sich um einen einschneidigen Scramasax oder Sax, ein eisernes Schwert mit nur einer geschärften Kante, typisch für germanische Völker des frühen Mittelalters.

Wo wurde das Schwert gefunden?

Der Fund wurde auf einem gepflügten Feld nahe Brandbu in der Gemeinde Gran, Innlandet, im Südosten Norwegens gemacht – Teil der historisch reichen Region Hadeland.

Wer hat das Schwert entdeckt?

Der sechsjährige Henrik Refsnes Mørtvedt, Schüler der ersten Klasse an der Fredheim-Schule, fand das Schwert während eines Schulausflugs im Frühjahr.

Wo befindet sich das Schwert jetzt?

Das Artefakt wurde zur Konservierung, Röntgenanalyse und weiteren Untersuchung an das Museum für Kulturgeschichte in Oslo übergeben.

Quellen

  • NOS News (Niederländischer Rundfunk) – Originalbericht
  • BBC Newsround – internationale Berichterstattung
  • Greek Reporter – zusätzliche Details
  • Ancient Origins – historischer Kontext
  • Arkeonews – archäologische Bedeutung und Museumspläne
  • Kulturhistorisk museum, Universität Oslo – Museumsinformationen
  • Jan Petersen, De Norske Vikingsverd (1919) – Schwerttypologie

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