Gewaltsame Demonstrationen erschüttern italienische Stadt
Über 60 Polizisten wurden bei gewaltsamen Protesten in Bologna, Italien, verletzt, nachdem der 42-jährige Abderrahim Fakir, ein in Marokko geborener italienischer Einwohner, am 19. Juli 2026 während einer polizeilichen Festnahme gestorben war. Die Unruhen haben Vergleiche mit der Tötung von George Floyd in den USA ausgelöst und eine nationale Debatte über Polizeiverhalten und Rassismus in Italien entfacht.
Die Proteste, die am 20. Juli begannen und bis in die Nacht andauerten, sahen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei auf zwei Hauptplätzen. Während ein Platz friedlich blieb, eskalierte der andere in Chaos. Demonstranten zertrümmerten Schaufenster, setzten Autos in Brand und zerstörten Geldautomaten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Mindestens vier Demonstranten wurden ebenfalls verletzt.
Was ist mit Abderrahim Fakir passiert?
Fakir, ein 42-jähriger Unternehmer, der seit seinem fünften Lebensjahr in Italien lebte, starb während einer Festnahme am Sonntag, dem 19. Juli. Die Polizei war gerufen worden, weil ein Mann sich aggressiv verhielt und möglicherweise unter einer psychischen Episode litt. Zeugen sagten, Fakir habe ein Auto und später einen Polizeiwagen getroffen. Ein von einem Passanten aufgenommenes Video zeigt zwei Polizisten, die auf Fakir sitzen, während er mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegt. Im Video ist zu hören, wie Fakir immer wieder 'Aiuto, aiuto, basta!' ruft. Die Beamten bleiben auf ihm sitzen. Nachdem er aufhört sich zu bewegen, fesseln sie seine Knöchel und überprüfen seine Vitalfunktionen. Sanitäter stehen in der Nähe, ohne einzugreifen. Ähnlich wie im George Floyd Polizeigewalt-Fall wird die Fixierungstechnik der Beamten weithin verurteilt. Die beiden beteiligten Polizisten im Alter von 23 und 28 Jahren wurden nicht suspendiert, sind aber derzeit nicht im aktiven Dienst, wie italienische Medien berichten.
Politische Reaktionen und Ermittlungen
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte eine Untersuchung von Fakirs Tod, verurteilte aber die gewaltsamen Proteste als 'inakzeptabel'. Staatsanwälte in Bologna ermitteln und fordern Körperkameras. Oppositionsparteien warfen der rechtsextremen Regierung vor, ein Klima des Hasses zu fördern. Bolognas Bürgermeister Lepore schrieb: 'Wer Gewalt mit Gewalt beantwortet, ignoriert die Rechtsstaatlichkeit.' Innenminister Piantedosi und Vize-Premier Salvini verteidigten die Polizei. Salvini sagte, die Beamten täten ihre Pflicht. Die italienische rechtsextreme Regierungspolitik steht erneut in der Kritik. Fakirs Schwager Hamid forderte Gerechtigkeit und kritisierte das Verhalten von Polizei und Sanitätern.
Vergleiche mit George Floyd und globale Auswirkungen
Das Video von Fakirs Tod hat sofort Vergleiche mit dem Mord an George Floyd im Jahr 2020 in Minneapolis, USA, ausgelöst, bei dem ein Polizist über neun Minuten auf Floyds Hals kniete. Demonstranten in Bologna knieten mit erhobenen Fäusten aus Solidarität mit der Black-Lives-Matter-Bewegung. Menschenrechtsorganisationen forderten eine unabhängige Untersuchung. Der Vorfall hat auch Proteste in anderen italienischen Städten und in Diasporagemeinschaften im Ausland ausgelöst. Experten in europäischen Polizeireformbewegungen weisen darauf hin, dass der Fall Forderungen nach Änderungen der Polizei-Protokolle in ganz Europa beschleunigen könnte.
FAQ
Was hat die Bologna-Proteste ausgelöst?
Die Proteste wurden durch den Tod von Abderrahim Fakir ausgelöst, der während einer Festnahme am 19. Juli 2026 starb.
Wie viele Menschen wurden bei den Protesten verletzt?
Über 60 Polizisten und mindestens vier Demonstranten wurden verletzt.
Was zeigt das Video von Fakirs Festnahme?
Das Video zeigt zwei Polizisten, die auf Fakir sitzen, während er um Hilfe fleht. Nachdem er still wird, fesseln sie seine Knöchel und überprüfen seine Vitalfunktionen.
Wurden die Beamten angeklagt?
Bislang wurden keine Anklagen erhoben. Die Beamten sind nicht suspendiert, aber nicht im aktiven Dienst. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Wie hat die italienische Regierung reagiert?
Ministerpräsidentin Meloni forderte eine Untersuchung, verurteilte aber die Gewalt. Rechte Politiker verteidigten die Polizei, während die Opposition die Regierungspolitik kritisierte.
Quellen
Informationen für diesen Artikel wurden aus Berichten von NOS, The Guardian, Al Jazeera, ABC News, Reuters, BBC News, Corriere della Sera und La Stampa zusammengestellt.
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