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Südafrika: Anti-Migranten-Hexenjagd eskaliert

Südafrika in der Krise: Anti-Migranten-Proteste werden gewalttätig. Tausende fliehen, Tote gemeldet, Polizei landesweit im Einsatz. Offizielle Daten zeigen: Migranten sind nur 4,1% der Bevölkerung – widerlegt die These der 'Flut'.

Südafrika: Anti-Migranten-Hexenjagd eskaliert
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Südafrika kocht über: Landweite Anti-Migranten-Hexenjagd bricht aus

Südafrika hat einen Siedepunkt erreicht: Große Menschengruppen gehen in einer koordinierten Anti-Migranten-Hexenjagd auf die Straße und zielen auf ausländische Staatsangehörige in Großstädten. Die Unruhen, angetrieben von der Anti-Migrationsbewegung 'March and March', haben zu weit verbreiteter Gewalt, Geschäftsschließungen und der Flucht Tausender Migranten geführt. Präsident Cyril Ramaphosa ruft zur Ruhe auf und fordert die Demonstranten auf, auf 'Einschüchterung, Drohungen oder Ultimaten' zu verzichten. Polizei und Militär wurden landesweit eingesetzt, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Hintergrund: Anstieg der Anti-Migranten-Stimmung

Die Anti-Migranten-Bewegung in Südafrika wird durch hohe Arbeitslosigkeit – offiziell 32,7 % im Q1 2026 – und tiefe wirtschaftliche Ungleichheit befeuert. Die Gruppe 'March and March' unter der Führung von Sandile Dube setzte ein inoffizielles Ultimatum bis zum 30. Juni für undokumentierte Ausländer, das Land zu verlassen, mit der Behauptung, Migranten würden Arbeitsplätze stehlen, Kriminalität fördern und öffentliche Dienste belasten. Ähnlich wie bei Anti-Einwanderer-Protesten in Europa gewinnt die Bewegung unter frustrierten Bürgern an Zulauf. In den letzten Wochen wurden Bürgerwehren gesichtet, die Migranten in Johannesburg und Durban verhörten und verprügelten; mindestens fünf mosambikanische Staatsangehörige wurden getötet.

Gewalt und Angst ergreifen das Land

Migranten fliehen in Scharen

Tausende Migranten aus Malawi, Simbabwe und anderen afrikanischen Nationen haben sich in provisorischen Lagern in Durban und Kapstadt eingefunden, verzweifelt auf der Suche nach Bussen in ihre Heimatländer. Ebrahim Moosa (37) sagte gegenüber Reuters, während er mit seiner Frau anstand: 'Wir haben Angst, weil man nie weiß, was die Leute planen. Es ist nicht gut, abzuwarten und zu sehen, was passiert.' Über 2.000 Malawier haben sich für die freiwillige Rückführung registriert, und Ghana hat eine Reisewarnung für nicht notwendige Reisen nach Südafrika herausgegeben.

Tote und Zerstörung

Die Gewalt hat bereits Todesopfer gefordert. Die mosambikanische Regierung bestätigte fünf Bürger, die bei fremdenfeindlichen Angriffen in der Westkap-Provinz getötet wurden. Familien flohen in die Berge nahe Kleinmond und Gansbaai, um den Mobs zu entkommen. Im Geschäftsviertel von Johannesburg schlossen Ladenbesitzer früh, als Gruppen mit Knüppeln und anti-ausländischen Parolen durch die Straßen zogen. Die Regierung fürchtet eine Wiederholung der tödlichen Anti-Migranten-Unruhen von 2008, bei denen 62 Menschen starben.

Was die Zahlen wirklich sagen

Die 'March and March'-Bewegung behauptet, Millionen illegaler Einwanderer überwältigten das Land. Offizielle Statistiken erzählen jedoch eine andere Geschichte. Laut Statistics South Africa (Stats SA) machten Migranten 2023 nur 4,1 % der Bevölkerung aus – etwa 3,1 Millionen Menschen. Im internationalen Vergleich ist dies niedrig: Großbritannien hat 17 % Migranten, die Niederlande 16,8 %. Aktivisten argumentieren, dass offizielle Zahlen undokumentierte Migranten übersehen, aber Stats SA betont, dass seine Zensusmethodik alle Einwohner erfassen soll.

Zur Kriminalität: Daten von 2017 zeigten 11.842 Ausländer in nationalen Gefängnissen, von denen nur 1.380 wegen illegaler Einreise festgehalten wurden. Professor Loren B. Landau von der Oxford University sagte gegenüber Reuters: 'Die meisten Straftaten dieser Gruppe beruhen auf Verstößen gegen das Einwanderungsgesetz.' Ein Weltbankbericht von 2018 ergab zudem, dass auf jeden arbeitsuchenden Migranten etwa zwei Arbeitsplätze für Südafrikaner durch die Geschäftstätigkeit von Migranten geschaffen werden.

Wirtschaftliche Ungleichheit: Die Wurzel des Übels

Südafrika bleibt das ungleichste Land der Welt, mit einem Gini-Koeffizienten über 0,6. Trotz der größten Volkswirtschaft Afrikas ist das Wachstum schleppend, und die Arbeitslosigkeit – insbesondere bei Jugendlichen (60,9 % für 15- bis 24-Jährige) – ist lähmend. Historisch gesehen nutzte die Apartheidregierung Wanderarbeiter aus ganz Afrika, um Gewerkschaften zu untergraben und Löhne niedrig zu halten, etwa im Goldbergbau. Dieses Erbe hat sich mit dem aktuellen Druck gegen Ausländer gewandt. Experten für Migrationsökonomie und Arbeitsmärkte weisen darauf hin, dass Migranten oft Lücken im Arbeitsmarkt füllen, anstatt Einheimische zu verdrängen. Auch die Auswirkungen von Rücküberweisungen auf afrikanische Volkswirtschaften spielen eine Rolle in der regionalen Dynamik.

Regierungsreaktion und internationale Besorgnis

Präsident Ramaphosa verurteilte die Gewalt, erkannte aber die Notwendigkeit an, illegale Einwanderung zu bekämpfen. Polizei und Militär wurden in Townships und Stadtzentren eingesetzt. Human Rights Watch forderte die Behörden auf, Migranten nicht zum Sündenbock zu machen und ihren Schutz zu gewährleisten. Mehrere Länder, darunter Malawi, Simbabwe und Ghana, haben mit der Rückführung ihrer Bürger begonnen. Die Afrikanische Union drückte große Besorgnis aus und forderte Südafrika auf, seine verfassungsmäßigen Verpflichtungen zum Schutz aller Menschen in seinen Grenzen einzuhalten.

FAQ: Südafrika Anti-Migranten-Krise

Was ist die 'March and March'-Bewegung?

'March and March' ist eine von Sandile Dube geführte Anti-Migrationsgruppe, die im Juni 2026 landesweite Proteste organisierte und ein Ultimatum für undokumentierte Ausländer setzte, Südafrika zu verlassen. Sie behauptet, sich auf nationale Sicherheit zu konzentrieren, nicht auf Fremdenfeindlichkeit.

Wie viele Migranten gibt es in Südafrika?

Laut Stats SA machen Migranten etwa 4,1 % der Bevölkerung aus (3,1 Millionen Menschen), was international niedrig ist. Aktivisten behaupten, die tatsächliche Zahl sei aufgrund undokumentierter Migration höher.

Was löste die aktuelle Gewalt aus?

Hohe Arbeitslosigkeit (32,7 %), tiefe Ungleichheit und Frustration über öffentliche Dienste wurden von Anti-Migranten-Gruppen ausgenutzt. Das von 'March and March' gesetzte Ultimatum vom 30. Juni löste weit verbreitete Angst und Angriffe aus.

Wie reagiert die Regierung?

Präsident Ramaphosa hat Polizei und Militär zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzt, die Gewalt verurteilt und zu Dialog aufgerufen. Mehrere afrikanische Nationen repatriieren ihre Bürger.

Was kann zur Lösung der Krise getan werden?

Experten fordern, die Ursachen anzugehen: Wirtschaftsreformen, Arbeitsplatzschaffung, verbesserte öffentliche Dienste und eine humane Einwanderungspolitik, die Rhetorik von datengestützten Lösungen trennt.

Quellen

Die Informationen in diesem Artikel stammen aus Berichten von Reuters, The Guardian, Associated Press, Statistics South Africa, der Weltbank sowie Aussagen der südafrikanischen Regierung und Human Rights Watch.

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