Verdächtiger in Erpressungsfall mit Rattengift in Babynahrung festgenommen
Die österreichische Polizei hat am 2. Mai 2026 einen 39-jährigen Mann im Bundesland Salzburg festgenommen. Er wird verdächtigt, HiPP-Babynahrungsgläser mit Rattengift versetzt zu haben, um das Unternehmen zu erpressen. Die Erpressung erstreckte sich über mehrere europäische Länder. Der Fall begann im März 2026, als HiPP eine E-Mail mit einer Lösegeldforderung von 2 Millionen Euro (ca. 2,3 Mio. USD) in Kryptowährung erhielt. Die E-Mail wurde an eine selten überwachte Gruppenadresse gesendet und vom Unternehmen erst zwei Wochen nach Ablauf der sechstägigen Frist bemerkt. „Das Unternehmen bemerkte die Forderung erst nach Ablauf der Frist“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegenüber der Nachrichtenagentur DPA.
Wie die Verunreinigung entdeckt wurde
Das erste manipulierte Glas wurde von einem Kunden in Eisenstadt, 60 Kilometer südlich von Wien, entdeckt. Das HiPP-Karotten-Kartoffel-Brei-Glas (für Babys ab 5 Monaten) hatte einen beschädigten Deckel, wirkte geöffnet und roch ungewöhnlich. Tests der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit bestätigten 15 Mikrogramm Rattengift, ein starkes Antikoagulans. Insgesamt wurden fünf manipulierte Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei sichergestellt, bevor jemand sie verzehren konnte. Ein sechstes Glas wird jedoch noch vermisst. „Wir bitten die Öffentlichkeit, wachsam zu sein und Babynahrungsgläser auf Anzeichen von Manipulation zu überprüfen“, warnte ein Polizeisprecher.
Warnhinweise für Verbraucher
- Beschädigte oder lose Deckel – jedes Glas, das nicht richtig verschlossen ist
- Fehlende Sicherheitssiegel – die innenliegende Folie muss intakt sein
- Ungewöhnliche Gerüche oder Verfärbungen – jeder auffällige Geruch oder Aussehen
- Weiße Aufkleber mit roten Kreisen – auf dem Boden einiger manipulierter Gläser
HiPP hat alle betroffenen Chargen von Karotten-Kartoffel-Brei bei SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR und Maximarkt in Österreich zurückgerufen. Kunden erhalten ohne Kassenbon eine volle Rückerstattung. Ähnliche Rückrufe gab es in Tschechien und der Slowakei. „Andere Produkte sind nicht betroffen“, erklärte HiPP.
Ermittlungen und Festnahme
Die österreichische Polizeiermittlungen wurden durch deutsche Behörden ausgelöst, die eine glaubwürdige Bedrohung gegen HiPP identifizierten. Der Hinweis führte die Ermittler in das Burgenland, wo die manipulierten Gläser zuerst entdeckt wurden. Der Verdächtige, dessen Identität nicht veröffentlicht wurde, wurde in Salzburg nahe der deutschen Grenze festgenommen. Er wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter schwerer Körperverletzung angeklagt. Die Polizei machte keine weiteren Angaben. Die Lösegeldforderung in Kryptowährung wird von Kryptowährungsregulierungsexperten als zunehmend üblich bei hochriskanten Erpressungen beschrieben, da sie vermeintliche Anonymität bietet.
Gesundheitsrisiken und Sicherheitsmaßnahmen
Das gefundene Rattengift ist ein Antikoagulans, das die Blutgerinnung hemmt. Symptome wie Zahnfleischbluten, Nasenbluten, leichte Blutergüsse und Blut im Urin oder Stuhl können zwei bis fünf Tage nach Einnahme auftreten. Es wurden keine Fälle von Einnahme gemeldet. Gesundheitsbeamte betonen, dass das Risiko für die Allgemeinheit gering ist, da die Manipulation gezielt und begrenzt war. Eltern werden jedoch gebeten, kürzlich gekaufte HiPP-Gläser in Österreich, Tschechien oder der Slowakei zu überprüfen und verdächtige Produkte zurückzugeben.
Auswirkungen auf HiPP und die Babynahrungsindustrie
Der Vorfall hat ernste Bedenken hinsichtlich Produktmanipulation und Sicherheit in der Lieferkette der Babynahrungsindustrie aufgeworfen. Babynahrungssicherheitsvorschriften werden überprüft, während Hersteller ihre Sicherheitsprotokolle überarbeiten. HiPP, 1932 in Pfaffenhofen (Deutschland) gegründet und heute in Sachseln (Schweiz) ansässig, ist eine der führenden Bio-Babynahrungsmarken Europas. Das Unternehmen betont sein Engagement für Sicherheit und Qualitätskontrolle. Der Rückruf betrifft Tausende von Gläsern in drei Ländern, wobei HiPP versichert, dass keine anderen Produktlinien betroffen sind. Die finanziellen Auswirkungen werden noch bewertet.
FAQ: Babynahrungsvergiftung in Österreich
Was geschah im HiPP-Fall?
In HiPP-Babynahrung in Österreich, Tschechien und der Slowakei wurde Rattengift gefunden. Ein 39-jähriger Mann wurde festgenommen, der das Unternehmen um 2 Millionen Euro erpressen wollte.
Wurde jemand verletzt?
Nein. Alle fünf kontaminierten Gläser wurden vor dem Verzehr sichergestellt. Ein sechstes Glas wird noch gesucht.
Welche Produkte wurden zurückgerufen?
HiPP Karotten-Kartoffel-Brei (190g) bei SPAR in Österreich sowie ähnliche Produkte in Tschechien und der Slowakei. Rückerstattung ohne Kassenbon möglich.
Was tun bei Verdacht auf Manipulation?
Glas nicht öffnen. Auf beschädigte Deckel, fehlende Siegel, ungewöhnliche Gerüche oder weiße Aufkleber mit roten Kreisen achten. Produkt zurückgeben oder HiPP kontaktieren.
Wie ist der Stand der Ermittlungen?
Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Die Polizei sucht noch das sechste Glas und analysiert digitale Beweise. Weitere Details wurden nicht freigegeben.
Quellen
- ORF (österreichischer Rundfunk) — Originalbericht
- NOS Nieuws — Niederländischer Bericht
- The Independent — UK-Bericht
- BBC News — BBC-Berichterstattung
- Al Jazeera — Al Jazeera Bericht
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