Ein Pariser Gericht hat zehn Personen wegen Cybermobbings der First Lady Brigitte Macron verurteilt. Die Strafen umfassen Gefängnis, Geldbußen und verpflichtende Anti-Mobbing-Trainings. Das Urteil gilt als wichtiger Präzedenzfall im Kampf gegen Online-Belästigung.
Historisches Urteil in französischem Cybermobbing-Fall
Ein Gericht in Paris hat ein historisches Urteil gefällt, indem es zehn Personen wegen des Cybermobbings der französischen First Lady Brigitte Macron verurteilte. Juristen betrachten diesen Fall als ein wichtiges Präzedenz für Online-Belästigungsfälle, in die öffentliche Personen verwickelt sind. Die Angeklagten, zwischen 41 und 65 Jahre alt, wurden für schuldig befunden, bösartige Lügen über die 72-jährige Frau von Präsident Emmanuel Macron verbreitet zu haben. Dazu gehörten hartnäckige Behauptungen, sie sei als Mann geboren worden, sowie Anspielungen, die ihren Altersunterschied von 24 Jahren zu ihrem Mann mit Pädophilie in Verbindung brachten.
Strafen und Konsequenzen
Das Gericht verhängte eine Reihe von Strafen, die die Schwere der Vergehen widerspiegeln. Ein Angeklagter, der nicht im Gerichtssaal erschien, erhielt eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, während acht andere Bewährungsstrafen zwischen vier und acht Monaten erhielten. Alle zehn wurden verpflichtet, eine Cybermobbing-Sensibilisierungsschulung zu absolvieren, und für mehrere Angeklagte wird ihr Zugang zu sozialen Medien für sechs Monate gesperrt. Zusätzlich müssen die Angeklagten gemeinsam 11.675 Euro als Entschädigung an Brigitte Macron für immateriellen Schaden zahlen.
'Die Kommentare waren besonders erniedrigend, beleidigend und bösartig,' stellte das Gericht in seinem Urteil fest und wies darauf hin, dass einige Beiträge zehntausendfach angesehen worden waren, was ihre schädliche Wirkung verstärkte.
Auswirkungen auf die Familie und rechtliche Strategie
Während des Prozesses sagte Brigitte Macrons Tochter aus ihrer früheren Ehe über die verheerenden Auswirkungen aus, die die Online-Belästigung auf ihre Familie hatte. 'Meine Kinder werden in der Schule gemobbt wegen der Lügen, die über ihre Großmutter verbreitet werden,' sagte sie dem Gericht und betonte damit, wie die Verschwörungstheorien reale Konsequenzen für die jüngere Generation der Macron-Familie hatten.
Der Fall stellt eine strategische Wende für die Macrons dar, die jahrelang Online-Missbrauch toleriert hatten, bevor sie sich entschieden, rechtliche Schritte einzuleiten. 'Ich habe diese Verfahren eingeleitet, um ein Exempel im Kampf gegen Belästigung zu statuieren,' erklärte Brigitte Macron über ihr Rechtsteam. Die Entscheidung der First Lady, rechtliche Mittel zu suchen, fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über die psychologische Belastung durch anhaltende Online-Belästigung von öffentlichen Personen und ihren Familien.
Breiterer rechtlicher Kontext
Dieser französische Fall ist Teil einer breiteren internationalen Rechtsstrategie der Macrons. Sie führen gleichzeitig eine Verleumdungsklage in den Vereinigten Staaten gegen die konservative Podcasterin Candace Owens, die wiederholt auf ihrem YouTube-Kanal behauptet hat, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden. Die französische Regierung hat auch Berufung beim obersten Gerichtshof des Landes in Bezug auf ähnliche Fälle eingelegt, was auf einen umfassenden Ansatz zur Bekämpfung grenzüberschreitender digitaler Belästigung hindeutet.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass dieses Urteil Frankreichs Entschlossenheit zeigt, seine Cybermobbing-Gesetze durchzusetzen, die in den letzten Jahren verschärft wurden, um das wachsende Problem der Online-Belästigung anzugehen. Die verpflichtende Sensibilisierungsschulung, die Teil der Strafe ist, stellt einen innovativen Ansatz dar, der strafende Maßnahmen mit pädagogischen Interventionen kombiniert.
Bedenken zur Meinungsfreiheit
Ein Angeklagter hat angekündigt, gegen das Urteil Berufung einzulegen, und behauptet, es stelle eine Aushöhlung der Meinungsfreiheit in Frankreich dar. 'Dieses Urteil zeigt, dass Meinungsfreiheit in Frankreich nicht mehr existiert,' erklärte er nach dem Urteilsspruch. Rechtliche Analysten weisen jedoch darauf hin, dass das französische Recht zwischen geschützter Meinungsäußerung und gezielter Belästigung unterscheidet, wobei letztere rechtliche Konsequenzen hat.
Der Fall hat eine Debatte über die Grenzen zwischen freier Meinungsäußerung und schädlicher Sprache im digitalen Zeitalter ausgelöst. Während einige Angeklagte behaupteten, ihre Kommentare seien als Humor oder Satire gedacht gewesen, betonte das Gericht, dass die kumulative Wirkung wiederholter bösartiger Veröffentlichungen ein Muster der Belästigung schuf, das rechtliche Grenzen überschritt.
Dieses historische Urteil sendet ein klares Signal, dass Online-Belästigung von öffentlichen Personen und ihren Familien in Frankreich nicht toleriert wird, und setzt einen wichtigen Präzedenzfall für zukünftige Fälle, in denen digitaler Missbrauch und Desinformationskampagnen gegen politische Figuren involviert sind.
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