Der am 29. April 2026 vom Copernicus Climate Change Service (C3S) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) veröffentlichte Europäische Klimazustandsbericht (ESOTC) 2025 zeichnet ein alarmierendes Bild: Mindestens 95 % Europas verzeichneten überdurchschnittliche Jahrestemperaturen. Es war eines der heißesten und trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn. Europa bleibt der am schnellsten erwärmende Kontinent.
Rekordhitzewellen
Mehrere intensive Hitzewellen trafen Europa 2025, darunter ein 25-tägiges Ereignis im Juli. In Subarktis-Fennoskandien (Norwegen, Schweden, Finnland) gab es 21 aufeinanderfolgende Tage über 30 °C innerhalb des Polarkreises. Erstmals erreichte die Türkei 50 °C. Die Niederlande erlebten zwei offizielle Hitzewellen in einem Jahr. Laut Klimawandel-Zuschreibungsforschung werden solche Hitzewellen durch menschengemachten Klimawandel häufiger und intensiver.
Verheerende Waldbrände
Extremhitze und Dürre führten zu Rekordbränden. In der spanischen Provinz Zamora verbrannte ein einzelner Brand rund 40.081 Hektar – der größte Einzelbrand seit 1968. Er forderte drei Tote und zwang 7.800 Menschen zur Evakuierung. Spanien verursachte die Hälfte der europäischen Waldbrand-Kohlenstoffemissionen 2025. Insgesamt emittierten Waldbrände in Europa Rekord-47 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Mehr als 1 Million Hektar brannten – die größte Fläche je. Die Waldbrandsaison 2025 in Europa zerstörte über 10.000 km² Land.
Dürre und Wasserknappheit
Nordwest- und Mitteleuropa erlebten eines der zehn trockensten Jahre. Über ein Drittel Europas litt unter extremer landwirtschaftlicher Dürre, die Bodenfeuchte war die niedrigste seit 33 Jahren. 70 % der europäischen Flüsse führten unterdurchschnittliches Wasser – mit Folgen für Agrar, Energie und Ökosysteme.
Rekord-Ozeantemperaturen
Die Meeresoberflächentemperaturen erreichten das vierte Jahr in Folge Höchstwerte. Marine Hitzewellen betrafen 86 % der europäischen Gewässer, 36 % als schwer oder extrem – der höchste Anteil je. Das Mittelmeer erreichte stellenweise 30 °C. Wärmere Ozeane erwärmen die Luft und begünstigen Extremregen, wie bei den verheerenden Überschwemmungen in Valencia 2024 mit über 220 Toten.
Schwindendes Eis und Schnee
Der grönländische Eisschild verlor 139 Gigatonnen Eis. Die Schneebedeckung im März lag 31 % unter dem Durchschnitt. Alle europäischen Gletscherregionen verloren an Masse – Island verzeichnete den zweitgrößten jährlichen Verlust. Die rasche Erwärmung der Polarregionen verstärkt die Erwärmung durch den Albedo-Effekt.
Meilensteine der erneuerbaren Energien
Wind und Solar lieferten 2025 erstmals 30 % des EU-Stroms und übertrafen fossile Brennstoffe (29 %). Solar erzeugte Rekord-12,5 %. Erneuerbare machten 46,4 % der Stromerzeugung aus. Die EU-Ziele für erneuerbare Energien 2030 bleiben entscheidend für die Emissionsreduktion.
Menschliche und wirtschaftliche Kosten
Mindestens 21 Menschen starben bei Stürmen und Überschwemmungen, drei durch Brände in Spanien sowie weitere Tote in Portugal und Zypern. 14.500 Menschen waren direkt betroffen. Die hitzebedingte Sterblichkeit steigt durch häufigere und intensivere Hitzewellen.
FAQ
Was ist der Europäische Klimazustandsbericht 2025?
Der ESOTC 2025 ist ein jährlicher Bericht von C3S und WMO über Klimabedingungen, Extremereignisse und Langzeittrends in Europa.
Wie heiß war Europa 2025?
Mindestens 95 % Europas hatten überdurchschnittliche Temperaturen. Subarktische Regionen erlebten 21 Tage über 30 °C, die Türkei erreichte 50 °C. Die Niederlande hatten zwei offizielle Hitzewellen.
Was verursachte die Rekordwaldbrände 2025?
Extremhitze, Dürre und trockene Vegetation. Der Brand in Zamora war der größte in Spaniens Geschichte und brannte über 40.000 Hektar. Die Kohlenstoffemissionen erreichten 47 Mio. Tonnen – ein Rekord.
Wie wirken sich marine Hitzewellen aus?
86 % der europäischen Gewässer waren betroffen, die höchste jemals gemessene Rate. Die Ozeane erwärmen sich und erhöhen das Risiko von Extremregen, wie bei den Überschwemmungen in Valencia 2024.
Was wird gegen die Klimakrise getan?
Die Energiewende beschleunigt sich: Wind und Solar übertrafen 2025 erstmals fossile Brennstoffe mit 30 % des EU-Stroms. Erneuerbare lieferten 46,4 % der Stromerzeugung. Dennoch sind schnellere Anpassungen und Minderung nötig.
Quellen
- ECMWF – ESOTC 2025 Bericht
- WMO – Klimazustand Europa 2025
- Copernicus – Europäischer Klimazustand
- New Scientist – Extremwetter 2025 trieb Rekord-Waldbrandemissionen
- The Watchers – Bericht zum Brand in Zamora
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