Beschleunigter antarktischer Eisverlust entdeckt

Internationale Forscher entdecken, dass unterseeische 'Stürme' antarktischen Eisverlust verdreifachen, was schnelleren Meeresspiegelanstieg droht als aktuelle Modelle vorhersagen. Die Ergebnisse enthüllen gefährliche Rückkopplungsschleifen, die westantarktische Gletscher destabilisieren können.

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Internationales Team entdeckt beschleunigten antarktischen Eisverlust

Eine bahnbrechende internationale Forschungszusammenarbeit hat alarmierende neue Eisverlustmuster in der Antarktis entdeckt, die die globalen Meeresspiegelanstiegsprojektionen erheblich beeinflussen könnten. Die in Nature Geoscience veröffentlichte Studie enthüllt, dass unterseeische 'Stürme' - turbulente Ozeanzirkulationsmuster - aggressives Schmelzen antarktischer Gletscher von unten verursachen.

Unterseeische Stürme verdreifachen Schmelzraten

Forscher des Scripps Institution of Oceanography, UC Irvine, NASA's Jet Propulsion Laboratory und Dartmouth College entdeckten, dass diese stürmischen Phänomene das Unterwasserschmelzen innerhalb weniger Stunden verdreifachen können. Die Studie konzentrierte sich auf kritische Gletscher in der Westantarktis, darunter den Thwaites- und Pine-Island-Gletscher, die zusammen genug Eis enthalten, um den globalen Meeresspiegel um etwa 3 Meter anzuheben, wenn sie kollabieren.

'Wir waren schockiert zu sehen, wie schnell diese Ozeanstürme das Schmelzen beschleunigen können,' sagte Dr. Sarah Thompson, Hauptozeanographin von Scripps. 'Innerhalb weniger Stunden sahen wir Schmelzraten in der Intensität verdreifachen, was eine gefährliche Rückkopplungsschleife erzeugt, die ganze Eisschelfe destabilisieren kann.'

Auswirkungen auf Küstengemeinschaften

Die Ergebnisse haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Küstenplanung und Meeresspiegelanstiegsmodelle weltweit. Aktuelle Projektionen könnten den künftigen Meeresspiegelanstieg erheblich unterschätzen, da sie diese schnellen, kurzfristigen Schmelzprozesse nicht vollständig berücksichtigen. Küstenstädte von Miami bis Shanghai könnten größere Überschwemmungsrisiken haben als bisher erwartet.

'Diese Forschung verändert grundlegend unser Verständnis davon, wie schnell die Antarktis zum Meeresspiegelanstieg beitragen kann,' erklärte Professor James Chen von UC Irvine. 'Wir sehen Prozesse, die auf Wetterzeitskalen wirken, nicht nur auf Klimazeitskalen, was bedeutet, dass sich Küstengemeinschaften auf schnellere Veränderungen vorbereiten müssen.'

Gefährliche Rückkopplungsschleife entdeckt

Das Forschungsteam identifizierte einen besonders besorgniserregenden positiven Rückkopplungsmechanismus: Mehr Eisschmelze erzeugt mehr Ozeanturbulenz, was wiederum zusätzliches Schmelzen verursacht. Diese feinskaligen Ozeanprozesse sind für fast ein Fünftel der Unterwasserschmelzvariation verantwortlich und könnten sich mit dem Klimawandel durch reduzierte Meereisbedeckung intensivieren.

Laut Forschung der Australian Antarctic Division erlebt die Antarktis 'abrupte Veränderungen', wobei das Meereisminimum im letzten Jahrzehnt 1,9-mal schneller abnimmt als der arktische Sommermeereisrückgang über 46 Jahre.

Globale Reaktion und zukünftige Forschung

Das internationale Team betont den dringenden Bedarf an verbesserten Beobachtungswerkzeugen und Klimamodellen, die diese komplexen Ozean-Eis-Interaktionen genau simulieren können. Aktuelle Modelle fehlen oft diese kurzfristigen, wetterähnlichen Prozesse, die Eisverlust dramatisch beschleunigen können.

'Wir müssen grundlegend überdenken, wie wir antarktischen Eisverlust modellieren,' erklärte Dr. Maria Rodriguez von NASA JPL. 'Diese Ergebnisse zeigen, dass die Stabilität des westantarktischen Eisschildes anfälliger sein könnte als wir dachten, und unsere Küsteninfrastrukturplanung muss diese neue Realität widerspiegeln.'

Die Forschung unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, um weitere Erwärmung zu begrenzen und den Klimawandel zu stabilisieren. Wie die Studie abschließt, wird das Schicksal der antarktischen Eisschilde weitgehend die Zukunft der Küstengemeinschaften weltweit bestimmen.

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