Aktivisten-Hacker haben persönliche Daten von mehr als 41.000 Mitarbeitern des US-Heimatschutzministeriums (DHS) veröffentlicht – der dritte große Datenabfluss bei US-Bundesbehörden innerhalb eines Monats. Der Datensatz, den das Transparenzkollektiv Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets) am 28. Oktober 2026 freigab, enthält Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Jobbezeichnungen und interne E-Mail-Gruppen von Beschäftigten unter anderem der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE und der Grenzschutzbehörde CBP.
Was ist das Department of Homeland Security?
Das US-Heimatschutzministerium wurde nach den Anschlägen vom 11. September gegründet, um nationale Sicherheitsaufgaben zu bündeln. Es beaufsichtigt Behörden für Einwanderung, Luftsicherheit und Cybersicherheit. Unter der Trump-Regierung geriet ICE wegen aggressiver Abschiebungen in die Kritik; Beamte agieren häufig ohne Uniform oder sichtbaren Ausweis.
Welche Daten wurden geleakt?
Die Datensätze betreffen rund ein Siebtel der 260.000 Beschäftigten und waren zuletzt am 19. August 2026 aktualisiert worden. Die Sammlung „Icepick“ enthält neben Kontaktdaten auch Bürostandorte, Vorgesetzte und mehr als 55.000 Berechtigungsgruppen, die Einblicke in interne Abläufe geben.
Aufschlüsselung nach Behörden
- Customs and Border Protection (CBP): über 21.000 Datensätze
- ICE und Homeland Security Investigations: etwa 10.000
- US Citizenship and Immigration Services: rund 6.200
- Cybersecurity and Infrastructure Security Agency: knapp 1.000
Einige interne Gruppen verweisen auf verdeckte Ermittlungen, Telefonüberwachung und Überwachungstools wie Penlink und die Gesichtserkennungs-App Mobile Fortify. WIRED identifizierte 39 HSI-Mitarbeiter mit Bezug zu „CUC“, einem Kürzel für zertifizierte verdeckte Operationen.
Wie kamen die Hacker an die Daten?
Die Tat wird einer Gruppierung namens „Department of Peace“ zugeschrieben. Sie will die Informationen aus dem Okta-Single-Sign-on-Dienst des DHS entnommen haben; Okta bestreitet eine Kompromittierung. Das DHS erklärte, man sei „sich einer möglichen Sicherheitslücke bewusst und arbeite aktiv an der Lösung“. Reuters verifizierte Angaben mehrerer Beschäftigter, konnte den gesamten Datensatz aber nicht bestätigen.
Es ist der dritte große Datenabfluss bei US-Bundesbehörden in einem Monat. Im September behauptete die Gruppe ShinyHunters, FBI-Dateien zu besitzen – kurz darauf wurde ein Verdächtiger in den Niederlanden festgenommen. Später im Monat soll eine Personaldatenbank des Pentagon monatelang zugänglich gewesen sein.
Folgen und Sicherheitsbedenken
DDoSecrets-Mitbegründerin Emma Best sagte, Ziel sei es, „Anonymität durch Rechenschaft zu ersetzen“; die Daten ermöglichten öffentliche Kontrolle und Informationsfreiheitsanträge. Ein Sprecher erklärte gegenüber NOS: „Sie haben unsere Daten, also ist es nur fair, dass wir ihre haben.“ Kritiker warnen jedoch, die Offenlegung gefährde Beamte und ihre Familien, da auch Kriminelle Zugriff hätten. „Experten für Cybersicherheit im Staatssektor betonen, dass solche Leaks Identitätsmissbrauch und gezielte Angriffe erleichtern“, so ein Analyst.
FAQ: Das DHS-Datenleck erklärt
Wie viele DHS-Mitarbeiter sind betroffen?
Mehr als 41.000 aktuelle und ehemalige Beschäftigte und Auftragnehmer – etwa ein Siebtel der Belegschaft.
Welche Informationen wurden veröffentlicht?
Namen, Arbeitsmails, Telefonnummern, Bürostandorte, Jobtitel, Vorgesetzte und interne E-Mail-Gruppen sowie Hinweise auf Überwachungstools und verdeckte Operationen.
Wer veröffentlichte die Daten?
Das Transparenzkollektiv DDoSecrets, das sich auf eine Gruppe namens „Department of Peace“ beruft.
Wurde Okta gehackt?
Okta, Identitätsanbieter des DHS, bestreitet eine Kompromittierung. Das DHS ermittelt.
Sind die Daten korrekt?
Reuters verifizierte einzelne Angaben, nicht den gesamten Datensatz. DDoSecrets räumt mögliche Lücken ein.
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