Was geschah auf der ISS am 5. Juni 2026?
Die NASA wies fünf Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) am 5. Juni 2026 an, in einer angedockten SpaceX Crew Dragon Schutz zu suchen, nachdem ein sich verschlechterndes Luftleck im russischen Swesda-Modul entdeckt wurde. Der Evakuierungsplan wurde Stunden später aufgehoben, nachdem russische Kosmonauten Reparaturarbeiten für weitere Auswertungen pausiert hatten. Der Vorfall war das schwerwiegendste Luftleck auf der Station seit 2020 und warf erneut Fragen zur strukturellen Integrität des alternden Orbitallabors auf.
Die fünf Besatzungsmitglieder, die Schutz suchten, waren die NASA-Astronauten Chris Williams, Jessica Meir und Jack Hathaway, der russische Kosmonaut Andrey Fedjajew und die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot. Sie waren als Vorsichtsmaßnahme an Bord der Crew Dragon 'Freedom' gegangen, während zwei russische Kosmonauten, Sergei Kud-Sverchkov und Sergei Mikajew, an Bord blieben, um Reparaturen zu versuchen. Die ISS-Notfallprotokolle wurden aktiviert, nachdem ein NASA-Beamter berichtete, dass die Leckrate im Transfertunnel des Swesda-Moduls seit Montag erheblich zugenommen hatte.
Hintergrund: Eine Geschichte von Lecks im Swesda-Modul
Das Swesda-Servicemodul (gestartet im Jahr 2000) hat seit 2019 mit kleinen Rissen im Transfertunnel zu kämpfen, die zu beherrschbaren Luftlecks führten. Im Jahr 2020 wurde ein Leck abgedichtet, aber Metallermüdung und Mikrometeoroidenschäden sind nicht vollständig behoben. Am 5. Juni identifizierte Roskosmos zwei Lecks; eines wurde repariert, die Arbeit am anderen pausiert. Die NASA betonte, dass die Evakuierung rein präventiv war. Der Vorfall ähnelt dem ISS-Luftleckvorfall von 2020, aber das Ausmaß führte zu einer dringenderen Reaktion.
Wie reagierte die Besatzung?
Von der NASA veröffentlichte Audioaufnahmen hielten den Moment fest, als der Evakuierungsbefehl gegeben wurde. Die Besatzung folgte ruhig den Trainingsprozeduren, zog die SpaceX-Druckanzüge an und betrat innerhalb weniger Minuten die Crew Dragon. Das Raumschiff, das als Rettungsboot an der Station angedockt ist, kann bei Bedarf innerhalb weniger Stunden abkoppeln und zur Erde zurückkehren. Der ehemalige ESA-Astronaut André Kuipers kommentierte: 'Eine Evakuierung ist ein einstudiertes Ereignis. Astronauten trainieren dafür in Unterdruckkammern. Die ISS ist eine alte Station und beginnt Risse zu zeigen. Dieses Mal entschieden sie sich, auf Nummer sicher zu gehen.'
Auswirkungen auf das ISS-Programm
Der Vorfall verstärkt Debatten über die Zukunft der ISS, die seit 2000 bewohnt ist. Mit Modulen, die älter als 25 Jahre sind, ist strukturelle Ermüdung unvermeidlich. Die NASA will die ISS bis 2030 betreiben, Russland bis 2028. Die End-of-Life-Planung der ISS umfasst Deorbit oder Übergang zu kommerziellen Stationen. Die NASA und Roskosmos untersuchen die Ursache der neuen Risse, möglicherweise thermische Zyklen oder Mikrometeoroide. Die Leckrate war monatelang stabil vor der Beschleunigung. Die Reparaturpause erlaubt eine Analyse für eine endgültige Lösung.
FAQ: ISS-Luftleck und Evakuierung
Was verursachte das Luftleck?
Risse im Transfertunnel von Swesda, wahrscheinlich durch Metallermüdung und Mikrometeoroide.
Waren Astronauten in Gefahr?
Nein, es war präventiv; die Leckrate war nicht kritisch.
Wie lange dauerte die Evakuierung?
Etwa drei Stunden.
Ist das schon einmal passiert?
Ja, im Jahr 2020 und kleinere Lecks seit 2019.
Was, wenn ein Leck nicht repariert werden kann?
Isolationsventile schließen das Modul ab oder die Besatzung evakuiert mit Rettungskapseln.
Follow Discussion