UK-Budget: Keine Angleichung des Mindestlohns für U21

Das UK-Budget setzt die Mindestlohn-Angleichung für Unter-21-Jährige aus: plus 3,9 % auf 11,27 Pfund statt Angleichung. Labour droht Ärger wegen Manifestbruch.

UK-Budget: Keine Angleichung des Mindestlohns für U21
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Ausgabe: DE

Die britische Regierung will im Haushalt am 28. Oktober die gesetzlichen Lohnuntergrenzen anheben, die Angleichung des Mindestlohns für Unter-21-Jährige jedoch aussetzen. Damit gerät sie unter Druck, gegen das Wahlprogramm der Labour-Partei zu verstoßen. Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds widersprach Berichten nicht, wonach der niedrigere National Minimum Wage für 18- bis 20-Jährige nur um 3,9 Prozent auf 11,27 Pfund pro Stunde steigt, während der National Living Wage für Über-21-Jährige ebenfalls um 3,9 Prozent auf 13,21 Pfund zulegt. Die BBC berichtete, dass 18- bis 20-Jährige nicht die größere Aufholerhöhung erhalten, die Labour zuvor signalisiert hatte.

Was ist die Mindestlohn-Angleichung für Unter-21-Jährige?

Gemeint ist Labours Wahlversprechen, „diskriminierende Altersstufen“ abzuschaffen, damit alle Erwachsenen – auch 18- bis 20-Jährige – denselben gesetzlichen Mindestlohn erhalten wie Beschäftigte ab 21. Derzeit gilt für Jüngere ein niedrigerer National Minimum Wage, während Ältere den höheren National Living Wage bekommen. Das Ziel war, Altersdiskriminierung bei der Bezahlung zu beenden – doch die Politik kollidiert mit Sorgen um Einstiegsjobs und steigende Jugendarbeitslosigkeit.

Warum pausiert die Regierung die Angleichung?

Die Pause spiegelt einen harten Zielkonflikt zwischen Fairness und Beschäftigung. Ministerien befürchten, eine schnellere Angleichung könnte junge Menschen aus ersten Jobs verdrängen, besonders in Gastgewerbe, Einzelhandel und Pflege. Laut Analyse der Resolution Foundation ist die Zahl der 16- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung, Beschäftigung noch Training sind (NEET), binnen zwei Jahren um 195.000 auf 940.000 gestiegen – Tendenz Richtung einer Million.

Sorgen um Jugendbeschäftigung und NEET-Daten

Die Jugendarbeitslosigkeitskrise blockiert die Angleichung. Über ein Viertel der jungen NEETs ist wegen Krankheit inaktiv, und die schnellen Anstiege seit 2024 lösten bereits Warnungen der Wirtschaft aus. Die 3,9 Prozent gelten daher als vorsichtiger, jobs-first-Ansatz – nicht als Rückzug.

Vorwürfe des Manifestbruchs

Die Opposition sieht Labours Versprechen von 2024 gebrochen, „allen Erwachsenen“ denselben Mindestlohn zu zahlen. Die grüne Co-Vorsitzende Mothin Ali warf Labour fehlenden Respekt vor jungen Menschen vor und forderte 15 Pfund für alle Altersgruppen. Reynolds betonte, das Labour-Manifest 2024 gelte weiterhin, werde aber „mit der Zeit“ umgesetzt. Kritiker entgegnen, Jüngere trügen die gleichen Lebenshaltungskosten bei niedrigerem Lohn.

Was der Haushalt ändert: alte und neue Sätze

Ab April 2027 gelten folgende Stundensätze:

LohngruppeBisherNeuPlus
National Living Wage (21+)12,71 £13,21 £3,9 %
National Minimum Wage (18–20)10,85 £11,27 £3,9 %
16–17 Jahre8,00 £8,31 £3,9 %

Die Lohnlücke bleibt groß: Ein 18-Jähriger verdient 1,94 Pfund pro Stunde weniger als ein 21-Jähriger – rund 77 Pfund pro 40-Stunden-Woche.

Reaktionen aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Opposition

Wirtschaftsverbände begrüßen die Pause und verweisen auf die bereits gestiegenen Arbeitgeberkosten in personalintensiven Branchen. Gewerkschaften und Jugendkampagnen kritisieren, Unter-21-Jährige zahlten dieselbe Miete, Lebensmittel und Fahrkarten wie ältere Kollegen. Der Streit rückt die Haushaltsentscheidungen von Schatzkanzler John Healey in den Fokus. Die Regierung betont, die Angleichung sei eine Frage des „Wann“, nicht des „Ob“, und erfolge „Schritt für Schritt“. Reuters zufolge bestätigte Healey die 3,9 Prozent am 28. Oktober 2026.

FAQ

Was ist die Mindestlohn-Angleichung?

Die Angleichung des niedrigeren National Minimum Wage für 18- bis 20-Jährige an den höheren National Living Wage für Über-21-Jährige – also die Abschaffung der Altersstufen.

Warum wurde die Angleichung pausiert?

Ministerien nennen steigende Jugendarbeitslosigkeit und das Risiko, junge Menschen aus Einstiegsjobs zu drängen. Rund 940.000 16- bis 24-Jährige sind derzeit NEET.

Wie viel erhalten 18- bis 20-Jährige künftig?

Ihr Stundensatz steigt um 3,9 Prozent von 10,85 auf 11,27 Pfund ab April 2027 – gegenüber 13,21 Pfund für Über-21-Jährige.

Bricht das das Wahlversprechen?

Kritiker sagen ja, da „alle Erwachsenen“ denselben Mindestlohn erhalten sollten. Die Regierung hält am Ziel fest, will es aber zeitlich strecken.

Fazit und Ausblick

Die Pause ist ein pragmatischer Rückzug mit politischem Preis. Sie schützt kurzfristig die Jugendbeschäftigung, lässt Labour aber angreifbar zurück. Am 28. Oktober entscheidet sich, ob daraus eine vorübergehende Pause oder eine dauerhafte Kehrtwende wird.

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