Historischer Wandel für ikonischen Brunnen
Ab heute müssen Touristen am weltberühmten Trevi-Brunnen in Rom 2 Euro Eintritt zahlen, um den direkten Beckenbereich zu betreten, in dem Besucher traditionell Münzen werfen und Fotos machen. Dies markiert eine bedeutende politische Veränderung für eines der beliebtesten Denkmäler Italiens, das seit seiner Fertigstellung im Jahr 1762 fast 300 Jahre lang kostenlos zugänglich war.
Massen kontrollieren
Das neue Gebührensystem soll den überwältigenden Massentourismus bewältigen, der das barocke Meisterwerk heimsucht. Der Brunnen zieht täglich bis zu 30.000 Besucher an und empfing allein im Jahr 2025 etwa 9 Millionen Touristen. 'Es geht hier nicht darum, Geld zu verdienen – es geht um die Bewahrung unseres kulturellen Erbes für zukünftige Generationen,' sagte Roms Tourismuskommissar in einer aktuellen Erklärung. 'Der Trevi-Brunnen ist ein lebendiges Denkmal, das vor der Abnutzung durch Massentourismus geschützt werden muss.'
Das 2-Euro-Ticket gewährt Zugang zum unteren Beckenbereich, in dem die traditionellen Münzwurf-Rituale stattfinden, während die Aussicht vom oberen Piazza di Trevi kostenlos bleibt. Die Gebühr gilt täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr, mit angepassten Zeiten montags und freitags ab 11:30 Uhr. Römische Einwohner mit gültigem Ausweis, Kinder unter 5 Jahren und Menschen mit Behinderung sowie ihre Begleiter sind von der Gebühr befreit.
Breitere Tourismusstrategie
Die Trevi-Brunnen-Initiative ist Teil einer umfassenden Tourismusmanagement-Strategie, die Eintrittsgelder an fünf weiteren, bisher kostenlosen Kulturstätten umfasst: Villa des Maxentius, Napoleonisches Museum, Baracco Museum, Carlo Bilotti Museum und Pietro Canonica Museum. Die erwarteten jährlichen Einnahmen von etwa 6,5 Millionen Euro werden für Erhaltungsmaßnahmen und kostenlosen Museumseintritt für lokale Bewohner verwendet.
'Wir sehen einen globalen Trend, bei dem Städte Zugänglichkeit gegen Erhalt abwägen müssen,' bemerkte die Kulturerbe-Expertin Dr. Maria Rossi. 'Der Ansatz Roms folgt ähnlichen Maßnahmen in Venedig mit ihrer Tagesbesuchergebühr und dem Pantheon-Eintrittsgeld im Jahr 2023. Es stellt eine notwendige Entwicklung dar, wie wir unsere empfindlichsten historischen Stätten schützen.'
Historischer Kontext und kulturelle Bedeutung
Der Trevi-Brunnen, entworfen vom italienischen Architekten Nicola Salvi und 1762 nach dreißigjähriger Bauzeit fertiggestellt, ist 26,3 Meter hoch und 49,15 Meter breit, was ihn zum größten barocken Brunnen Roms macht. Der Name leitet sich vom lateinischen 'trivium' ab, was 'drei Straßen' bedeutet und sich auf den Standort am Schnittpunkt dreier Wege bezieht.
Der Brunnen erlangte internationale Bekanntheit durch Federico Fellinis Film La Dolce Vita aus dem Jahr 1960, mit Anita Ekbergs ikonischer Szene, in der sie durch das Wasser watet. Die Tradition, Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen – von der angenommen wird, dass sie eine Rückkehr nach Rom garantiert – bringt etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr ein, die an katholische Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden.
Tickets können an Vor-Ort-SmartPOS-Stationen, über Online-Plattformen oder an Touristeninformationspunkten gekauft werden. Das System umfasst eine Kapazitätsgrenze von 400 Personen gleichzeitig am Becken, eine Fortsetzung der Beschränkungen, die während der Restaurierung des Brunnens im Jahr 2024 implementiert wurden.
Diese Meilenstein-Entscheidung repräsentiert Roms proaktiven Ansatz für nachhaltigen Tourismus, bei dem die Besuchererfahrung gegen die dringende Notwendigkeit abgewogen wird, einen der weltweit am meisten geschätzten Kulturschätze für die kommenden Jahrhunderte zu bewahren.
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