Trumps Fed-Entscheidung könnte große politische Wende bedeuten
In einem Schritt, der die US-Geldpolitik für Jahre prägen könnte, hat Ex-Präsident Donald Trump offiziell Kevin Warsh nominiert, um Jerome Powell als Vorsitzender der Federal Reserve abzulösen. Die Ankündigung vom 30. Januar 2026 folgt auf monatelange Spekulationen und stellt Trumps letzten Versuch dar, Einfluss auf die Zentralbank des Landes auszuüben.
Vom ehemaligen Gouverneur zum möglichen Vorsitzenden
Kevin Warsh, 55, bringt beträchtliche Federal Reserve-Erfahrung in die Rolle mit, nachdem er von 2006 bis 2011 als Fed-Gouverneur während der turbulenten Jahre der Finanzkrise diente. Sein Hintergrund umfasst Stationen bei Morgan Stanley und als Sonderassistent des Präsidenten für Wirtschaftspolitik unter Präsident George W. Bush. Trump lobte seinen Kandidaten auf Truth Social und schrieb: 'Ich kenne Kevin seit langem und zweifle nicht daran, dass er sich zu einem der größten Fed-Vorsitzenden entwickeln wird, vielleicht sogar zum besten.'
Warshs Nominierung markiert eine bedeutende Abkehr von seinem früheren Ruf als geldpolitischer Falke, der für höhere Zinsen zur Inflationsbekämpfung plädierte. In den letzten Monaten hat er sich jedoch hinter Trumps Forderung nach Zinssenkungen gestellt, trotz anhaltender Inflationssorgen in den Vereinigten Staaten.
Politischer Druck und Fed-Unabhängigkeit
Die Nominierung erfolgt vor dem Hintergrund beispiellosen politischen Drucks auf die Federal Reserve. Trump hat ein Jahr lang eine Kampagne geführt, um die Zentralbank zu aggressiveren Zinssenkungen anzutreiben, wobei er behauptete, die aktuelle Politik koste die Wirtschaft 'Hunderte von Milliarden Dollar'. Die Fed hat diesem Druck widerstanden und hielt den Leitzins auf 3,5%-3,75% bei ihrer Sitzung im Januar 2026.
Ökonomen betrachten die Unabhängigkeit der Federal Reserve allgemein als entscheidend für die Wahrung der Preisstabilität und der wirtschaftlichen Glaubwürdigkeit. 'Geldpolitik sollte auf wirtschaftlichen Fakten basieren, nicht auf politischem Druck,' hat der amtierende Vorsitzende Jerome Powell während seiner Amtszeit wiederholt erklärt.
Senatshürden und politischer Widerstand
Warshs Bestätigung steht vor erheblichen Hindernissen im Senat, wo der republikanische Senator Thom Tillis geschworen hat, alle Fed-Nominierungen zu blockieren, bis die strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums gegen Powell abgeschlossen ist. 'Der Schutz der Fed-Unabhängigkeit vor politischer Einmischung ist nicht verhandelbar,' erklärte Tillis laut CNBC-Bericht.
Die Untersuchung, die sich auf Powells Aussagen zu Renovierungskosten des Fed-Hauptquartiers konzentriert, wurde von Powell als politisch motivierte Vergeltung für seine Weigerung charakterisiert, die Zinsen so aggressiv zu senken, wie Trump es forderte. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren hat die Nominierung ebenfalls kritisiert und nannte sie Teil von Trumps Versuch, 'die Kontrolle über die Fed zu übernehmen'.
Marktimplikationen und globale Bedenken
Die Finanzmärkte haben vorsichtig auf die Nachricht reagiert, wobei Analysten anmerken, dass Warshs frühere Fed-Erfahrung und seine Wall-Street-Verbindungen Stabilität bieten könnten. Es bleiben jedoch Bedenken hinsichtlich einer möglichen Aushöhlung der Fed-Unabhängigkeit bestehen. Globale Zentralbanken haben Powell Unterstützung ausgesprochen und betont, wie wichtig es ist, die Glaubwürdigkeit der Fed als einflussreichste geldpolitische Autorität der Welt zu bewahren.
Falls bestätigt, würde Warsh im Mai 2026 sein Amt antreten, wenn Powells Amtszeit endet. Der Übergang könnte ein komplexes Szenario schaffen, da Powell möglicherweise noch zwei Jahre als Gouverneur im Fed-Rat bleiben könnte, was eine ungewöhnliche Dynamik zwischen abtretender und ankommender Führung schaffen würde.
Historisch gesehen hat die Federal Reserve eine entscheidende Rolle bei der Steuerung der US-Wirtschaft gespielt, von der Bekämpfung der Inflation in den 1980er Jahren bis zur Bewältigung der globalen Finanzkrise 2008. Die Unabhängigkeit der Zentralbank von kurzfristigen politischen Zyklen wird weithin als Eckpfeiler ihrer Wirksamkeit angesehen. Experten warnen davor, dass eine Politisierung der Geldpolitik zu Marktvolatilität, höheren langfristigen Zinsen und einer Erosion des internationalen Vertrauens in den US-Dollar führen könnte. Die kommenden Wochen im Senat werden daher nicht nur über das Schicksal von Kevin Warsh entscheiden, sondern auch über die institutionelle Integrität einer der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt.
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