Weltweite Zentralbanken unterstützen Fed-Chef Powell nach DOJ-Untersuchung

Zentralbanken weltweit unterstützen Fed-Chef Powell nach einer DOJ-Untersuchung, die sie als politischen Druck zur Beeinflussung der Zinsen sehen, und verteidigen damit die Unabhängigkeit der Zentralbanken.

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Zentralbanker weltweit verteidigen Fed-Unabhängigkeit

In einer beispiellosen Solidaritätsbekundung haben Zentralbanker aus der ganzen Welt eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ihre volle Unterstützung für den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, aussprechen. Powell steht unter strafrechtlicher Untersuchung des US-Justizministeriums. Die Untersuchung, die Powell als 'Vorwand' bezeichnet hat, um die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben, konzentriert sich auf seine Aussagen zu einer 2,5-Milliarden-Dollar-Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington.

Politische Einflussnahme auf die Geldpolitik

Die Untersuchung stellt eine dramatische Eskalation im anhaltenden Konflikt von Präsident Donald Trump mit der unabhängigen Zentralbank dar. Powell erklärte in einer Videobotschaft, dass die Maßnahmen des Justizministeriums aus der Weigerung der Fed resultieren, die Zinsen schneller im Einklang mit den Präferenzen des Präsidenten zu senken. 'Die Drohung mit strafrechtlicher Verfolgung ist die Folge davon, dass die Fed die Zinsen im Dienste des öffentlichen Interesses festlegt, anstatt den Vorlieben des Präsidenten zu folgen,' so Powell.

Die Europäische Zentralbank, die Bank of England, die Schweizerische Nationalbank, die Bank of Canada sowie Zentralbanken aus Südkorea, Australien, Brasilien, Schweden und Dänemark unterzeichneten alle die Solidaritätserklärung. 'Wir stehen voll und ganz hinter Vorsitzendem Jerome Powell,' schrieb die EZB in ihrer offiziellen Erklärung und betonte, dass 'die Unabhängigkeit der Zentralbanken ein Eckpfeiler für Preis-, Finanz- und Wirtschaftsstabilität ist.'

Historischer Kontext der Fed-Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeit der Federal Reserve ist ein grundlegendes Merkmal des US-Geldsystems. Gouverneure werden für überlappende Amtszeiten von 14 Jahren ernannt, um die Geldpolitik speziell von politischen Zyklen zu isolieren. Wie auf Wikipedia beschrieben, stellt die Struktur der Fed sicher, dass 'Mitglieder weitgehend unabhängig agieren', sobald sie vom Senat bestätigt wurden.

Diese Unabhängigkeit steht unter beispiellosem Druck während der Trump-Administration. Der Präsident hat Powell wiederholt dafür kritisiert, die Zinsen nicht aggressiver zu senken, trotz der Sorge, dass vorzeitige Zinssenkungen die Inflation anheizen könnten. Frühere Versuche, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, wurden von Gerichten blockiert, was wichtige Präzedenzfälle für die Autonomie der Zentralbank schuf.

Breitere Auswirkungen auf die globalen Finanzen

Die internationale Reaktion unterstreicht, wie die Zentralbankunabhängigkeit als wesentlich für die globale wirtschaftliche Stabilität angesehen wird. 'Dies wirft ernsthafte Fragen über die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des Justizministeriums auf,' sagte der republikanische Senator Thom Tillis, der sich innerhalb von Trumps eigener Partei als ausgesprochener Kritiker der Untersuchung hervorgetan hat.

Sogar Trumps Finanzminister, Scott Bessent, äußerte Bedenken hinsichtlich der Vorladung und sagte gegenüber Axios, dass dies 'ein Chaos verursacht' und die Finanzmärkte destabilisieren könnte. Die Niederländische Zentralbank (DNB) schloss sich ebenfalls der internationalen Erklärung an, was Europas Besorgnis über mögliche Spillover-Effekte auf die globale geldpolitische Koordinierung widerspiegelt.

Was passiert als Nächstes?

Die Konfrontation stellt einen verfassungsrechtlichen Test der Zentralbankunabhängigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt dar. Wie von USA Today berichtet, konzentriert sich die Untersuchung auf die Frage, ob Powell den Kongress über Kostenüberschreitungen beim Renovierungsprojekt des Fed-Gebäudes getäuscht hat. Die meisten Beobachter sehen dies jedoch als einen Stellvertreterkampf darüber, wer die US-Geldpolitik kontrolliert.

Das Ergebnis wird bestimmen, ob die Federal Reserve weiterhin Zinsentscheidungen auf der Grundlage wirtschaftlicher Daten und nicht politischen Drucks treffen kann – ein Prinzip, das Zentralbanken jahrzehntelang geleitet hat und das nun von Finanzinstituten weltweit verteidigt wird.

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