Bundesagenten durchsuchen Wahllokal im Fulton County
Am 28. Januar 2026 führte das FBI eine auffällige Razzia in einem Wahllokal im Fulton County, Georgia, durch, bei der etwa 700 Kartons mit Stimmzetteln und Wahlmaterial aus den Präsidentschaftswahlen 2020 beschlagnahmt wurden. Diese Durchsuchung stellt die neueste Entwicklung in den anhaltenden Behauptungen des ehemaligen Präsidenten Donald Trump dar, dass die Wahlen 2020 durch massiven Betrug von ihm gestohlen wurden.
Bundesagenten trafen im Fulton County Election Hub in Atlanta mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl ein, um physische Stimmzettel, Stimmzettelabbildungen und Wählerverzeichnisse zu beschlagnahmen. Die Materialien wurden auf Lastwagen verladen, um sie zum FBI Central Records Complex in Virginia für weitere Untersuchungen zu transportieren. 'Dies ist ein Kreuzzug eines schlechten Verlierers,' sagte der demokratische Senator Jon Ossoff in Reaktion auf die Razzia und bezog sich dabei auf Trumps wiederholte Versuche, das Wahlergebnis von 2020 rückgängig zu machen.
Zentrale Rolle Georgias im Wahlkontroversen
Das Fulton County ist seit Joe Bidens knappem Sieg in Georgia 2020 mit nur 11.779 Stimmen das Epizentrum von Wahlverschwörungstheorien gewesen. Der Bezirk, der Atlanta umfasst und eine überwiegend nicht-weiße Bevölkerung hat, unterstützte Biden überwältigend mit mehr als 70% der Stimmen. Dies war die beste demokratische Leistung im Fulton County seit Franklin D. Roosevelt im Jahr 1944.
Die Razzia folgt auf Jahre rechtlicher Kämpfe und Untersuchungen. Das Justizministerium hatte zuvor eine Klage gegen den Fulton County Clerk Che' Alexander eingereicht, weil er sich weigerte, Wählerdaten aus dem Jahr 2020 herauszugeben. Bemerkenswerterweise war die Direktorin des Nationalen Geheimdienstes, Tulsi Gabbard, vor Ort anwesend, was einen Bruch mit früheren Geheimdienstbeamten darstellt, die Trumps Betrugsvorwürfe zurückgewiesen hatten.
Das berüchtigte Telefongespräch und laufende Untersuchungen
Die Untersuchung in Georgia geht auf das inzwischen berüchtigte Telefongespräch vom 2. Januar 2021 zurück, in dem Trump Druck auf Georgias Secretary of State Brad Raffensperger ausübte, '11.780 Stimmen zu finden', um Bidens Sieg rückgängig zu machen. Dieses Gespräch wurde aufgezeichnet und stand im Mittelpunkt von Trumps zweiter Amtsenthebung und späterer Anklage im Fulton County wegen Erpressung.
Obwohl mehrere Untersuchungen keinen Beweis für massiven Betrug fanden – einschließlich der Aussage des damaligen Justizministers William Barr, dass es keinen solchen Betrug gegeben habe – fördert Trump weiterhin diese Behauptungen. 'Bestimmte Personen, die vor sechs Jahren an den Wahlen beteiligt waren, werden für das, was sie getan haben, strafrechtlich verfolgt werden,' erklärte Trump kürzlich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Politische Reaktionen und rechtlicher Kontext
Die Reaktionen auf die FBI-Razzia fielen vorhersehbar entlang der Parteilinien aus. Der republikanische Kandidat Buddy Carter begrüßte die Untersuchung und sagte, die Georgier würden endlich 'längst überfällige Antworten' erhalten. Unterdessen weisen Wahlsicherheitsexperten darauf hin, dass Georgia nach den Wahlen 2020 eine umfassende risikobegrenzende Prüfung durchgeführt hat, die Bidens Sieg bestätigte.
Das FBI bestätigte, dass 'gerichtlich genehmigte Strafverfolgungsmaßnahmen' stattgefunden hätten, gab jedoch keine weiteren Details zum Umfang oder Zeitplan der Untersuchung bekannt. Diese Razzia folgt auf die Einstellung eines Erpressungsverfahrens gegen Trump und 18 Mitangeklagte im November 2023, obwohl bundesstaatliche Untersuchungen fortgesetzt werden.
Für weitere Hintergrundinformationen zu den Wahlergebnissen in Georgia 2020 siehe Wikipedias detaillierte Analyse. Zusätzliche Berichterstattung über die Razzia ist bei CNNs Berichterstattung und USA Todays Bericht zu finden.
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