UN verurteilt zweite Inhaftierung chinesischer Bürgerjournalistin Zhang Zhan

Chinesische Bürgerjournalistin Zhang Zhan zum zweiten Mal zu 4 Jahren wegen "Streitens und Stiftens von Unruhe" verurteilt nach Berichterstattung über Wuhan COVID-19-Reaktion. UN und Menschenrechtsgruppen verurteilen politisch motivierte Inhaftierung.

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Internationale Empörung über zweite Inhaftierung von Wuhan-Reporterin

Die Vereinten Nationen und wichtige Menschenrechtsorganisationen haben tiefe Besorgnis über Berichte geäußert, dass die chinesische Bürgerjournalistin Zhang Zhan zum zweiten Mal zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die 42-jährige Journalistin, die durch ihre unabhängige Berichterstattung aus Wuhan in den frühen Tagen der COVID-19-Pandemie bekannt wurde, stand vergangenen Freitag in Shanghai wegen des Vorwurfs des "Streitens und Stiftens von Unruhe" vor Gericht.

Hintergrund des Falls Zhang Zhan

Zhang Zhan erregte im Februar 2020 erstmals internationale Aufmerksamkeit, als sie von Shanghai nach Wuhan reiste, um die erste Reaktion auf den Coronavirus-Ausbruch zu dokumentieren. Ihre Videos und Social-Media-Beiträge zeigten überfüllte Krankenhäuser, leere Geschäfte und die harte Realität der Lockdown-Maßnahmen. "Das ist wirklich die Tragödie dieses Landes," erklärte Zhang in einem ihrer letzten Videos vor ihrer ersten Verhaftung und kritisierte, was sie als Einschüchterungstaktiken der Regierung beschrieb.

Ihre erste vierjährige Strafe wurde im Dezember 2020 verhängt, wodurch sie die erste Bürgerjournalistin wurde, die in China für COVID-19-Berichterstattung inhaftiert wurde. Nach ihrer Freilassung im Mai 2024 lebte Zhang unter strenger Überwachung, bevor sie im August 2024 erneut festgenommen wurde.

Internationale Reaktion

Jeremy Laurence, Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, nannte die Berichte "zutiefst beunruhigend" und forderte Zhangs sofortige und bedingungslose Freilassung. "Dies ist das zweite Mal, dass Zhang für diese Straftat verurteilt und einer Haftstrafe unterworfen wurde," erklärte Laurence.

Reporter ohne Grenzen (RSF) bestätigte die Verurteilung, wobei Advocacy-Managerin Aleksandra Bielakowska sie als "völlig entsetzlich" beschrieb. Sie fügte hinzu, Zhang "sollte weltweit als 'Informationsheldin' gefeiert werden, nicht in brutalen Gefängnisbedingungen gefangen sein".

Chinas Pressefreiheitsbilanz

Laut der Rangliste der Pressefreiheit 2025 von RSF belegt China den 178. Platz von 180 Ländern, nur vor Nordkorea und Eritrea. Die Organisation schätzt, dass derzeit mindestens 124 Medienschaffende in China inhaftiert sind. Der Vorwurf des "Streitens und Stiftens von Unruhe" wurde von Menschenrechtsgruppen weithin als Instrument zur Unterdrückung von Regierungskritikern kritisiert.

Yalkun Uluyol, ein China-Forscher bei Human Rights Watch, betonte, dass "Zhang's politisch motivierte Inhaftierung der Preis ist, den sie für die Untersuchung von Fehlverhalten der Regierung als Bürgerjournalistin und Aktivistin zahlt, die es wagte, das offizielle Narrativ in Frage zu stellen."

Westlichen Diplomaten wurde der Zugang zur Beobachtung von Zhangs Prozess verweigert, und die chinesischen Behörden haben sich nicht öffentlich zu den spezifischen Social-Media-Beiträgen geäußert, die zu den Anklagen führten. Während ihrer vorherigen Inhaftierung trat Zhang in Hungerstreik und wurde angeblich zwangsernährt, was Bedenken über ihre derzeitige Behandlung aufkommen ließ.

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