Bitcoins viermonatiger Abwärtstrend deutet auf Marktverschiebung hin
Die weltweit führende Kryptowährung, Bitcoin, erlebt ihre längste Verlustserie seit dem Bärenmarkt 2018, mit Kursrückgängen über vier aufeinanderfolgende Monate bis einschließlich Januar 2026. Die digitale Währung fiel allein im Januar um fast 11%, was den Gesamtverlust auf etwa 40% gegenüber dem Rekordhoch von 126.000 US-Dollar im November 2025 bringt. Am vergangenen Wochenende fiel Bitcoin unter 76.000 US-Dollar, ein Niveau, das seit Anfang 2025 nicht mehr gesehen wurde, während die Anlegerstimmung sich weiter verschlechtert.
Marktexperten verweisen auf sich verschiebende Investitionsprioritäten
Laut Marktanalysten sieht sich Bitcoin mit einer Kombination aus Herausforderungen konfrontiert, darunter nachlassendes Anlegerinteresse, regulatorische Unsicherheit und Konkurrenz durch traditionelle sichere Häfen. 'Bitcoin war vor drei Jahren Neuigkeit, heute nicht mehr,' stellt ein Analyst des Ferro BTC Volatility Fund fest. 'Anleger konzentrieren sich stärker auf KI-Aktien und traditionelle Anlagen wie Gold und Silber.' Diese Einschätzung teilt Paul Howard, Direktor beim Kryptohandelsunternehmen Wincent, der hinzufügt: 'Ich glaube nicht, dass wir 2026 einen neuen Rekordkurs für Bitcoin sehen werden.'
Historischer Kontext und Marktvergleiche
Die aktuelle viermonatige Verlustserie markiert Bitcoins längste Phase aufeinanderfolgender monatlicher Rückgänge seit 2018-2019, als die Kryptowährung sechs aufeinanderfolgende negative Monate während dieses Bärenmarktzyklus durchlief. Selbst während des schweren Kryptowinters 2022 verzeichnete Bitcoin nicht mehr als drei aufeinanderfolgende monatliche Verluste. Der aktuelle Rückgang stellt einen Rückgang von 36% gegenüber Bitcoins Rekordhoch vom Oktober 2025 dar, laut Daten von CoinDesk.
Konkurrenz durch traditionelle Anlagen
Während Bitcoin kämpft, verzeichnen traditionelle sichere Häfen wieder verstärktes Interesse. Gold nähert sich 6.000 US-Dollar pro Unze, da Zentralbanken Rekordkäufe aufgrund von Dollarschwäche und Inflationssorgen tätigen, während Silber starkes Momentum mit einem Wachstum von 142,6% im Jahr 2025 beibehielt, laut AInvest-Analyse. Diese Divergenz unterstreicht, wie Anleger Gold und Silber zunehmend als bewährte systemische Absicherungen mit Krisenresistenz betrachten, während Bitcoin ein Hochrisiko-, spekulatives Asset bleibt.
Technische Analyse und Zukunftsperspektive
Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise in eine Bärenmarktphase eintritt. Die Kryptowährung ist erstmals seit Anfang 2022 unter den kritischen 365-Tage-Durchschnitt gefallen. Wichtige Unterstützungsniveaus werden bei 77.164 US-Dollar und 73.000 US-Dollar identifiziert, mit möglichen weiteren Rückgängen bis zu 60.000 US-Dollar, sollten diese brechen, laut BTCC-Analyse. Trotz Schwäche im Kassakurs zeigen Derivatemärkte etwas Optimismus mit 8,5 Milliarden US-Dollar an Optionen, die am 30. Januar 2026 auslaufen, darunter 900 Millionen US-Dollar an Call-Optionen mit einem Strike von 100.000 US-Dollar.
Institutionelle Abflüsse und regulatorischer Druck
Der primäre Auslöser für Bitcoins jüngsten Rückgang scheinen massive institutionelle Abflüsse aus US-amerikanischen Bitcoin-ETFs zu sein, die an einem Tag 817,9 Millionen US-Dollar und in zwei Wochen 2,7 Milliarden US-Dollar Anfang 2026 betrugen. Regulatorische Unsicherheit lastet weiter auf dem Markt, wobei mehrere Länder strengere Kryptoregulierungen einführen. Wie Wikipedia anmerkt, hat die Nutzung von Bitcoin durch Kriminelle regulatorische Aufmerksamkeit erregt, was zu Verboten durch verschiedene Länder geführt hat.
Langfristige Perspektive
Trotz des aktuellen Niedergangs hat Bitcoin in seiner Geschichte bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt. Von praktisch wertlos 2008-2009 bis zu einem Rekordhoch von 126.000 US-Dollar im Jahr 2025 hat die Kryptowährung zahlreiche Zyklen überstanden. Historische Muster deuten darauf hin, dass Kryptowinter oft Bullenmärkten vorausgehen, ähnlich dem Crash von 2022, der neuen Höchstständen voranging. Für langfristige Anleger könnte diese Korrektur eine Kaufgelegenheit unter Verwendung von Dollar-Cost-Averaging-Strategien darstellen.
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