Nordkorea hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs rund zehn Kurzstreckenraketen in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Der Start aus der Region Wonsan an der Ostküste ist das jüngste Zeichen dafür, dass die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea in eine gefährliche neue Phase eingetreten sind. Pjöngjang beschleunigt die Entwicklung von Raketen und Drohnen – in Partnerschaft mit Russland.
Was treibt das neue Wettrüsten in Korea an?
Der Raketenhagel kam nicht aus heiterem Himmel. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel steigen seit Monaten. Pjöngjang modernisiert seine Streitkräfte mit hoher Geschwindigkeit und sucht zunehmend die Konfrontation mit Seoul, heißt es in einem NOS-Bericht. Die militärische Zusammenarbeit mit Russland scheint dem Norden sowohl Selbstvertrauen als auch neue technologische Kenntnisse zu geben.
Anfang des Monats testete Nordkorea mehrere ballistische Raketen, die Pjöngjang als Teil eines Hyperschallwaffensystems bezeichnete – Raketen, die weit schneller als der Schall fliegen. Experten warnen, das System könne sich in der letzten Entwicklungsphase befinden. Wenige Tage später testete Südkorea erstmals eine eigene Hyperschallwaffe; Präsident Lee Jae-myung nahm am Start teil. Medien zufolge wollte Lee ein Warnsignal an Pjöngjang senden – eine bemerkenswerte Wende für einen Präsidenten, der zuvor Spannungen abbauen wollte. Nordkorea antwortete mit einer weiteren Raketenrunde.
Grenzlandminen und Lautsprecher
Raketenfeuer ist nicht der einzige Brennpunkt. Im vergangenen Monat wurden drei südkoreanische Soldaten bei Minenexplosionen nahe der Grenze verletzt, als sie eine Route zur Inspektion möglicherweise illegal gelegter Minen räumten. Das Grenzgebiet ist mit Landminen übersät, viele stammen aus der Zeit des Koreakriegs 1950–1953. Nordkorea rüstet die Zone schnell wieder auf; seit 2024 sollen fast eine Million Minen hinzugekommen sein, einige auf südkoreanischer Seite.
Eine gemeinsame Untersuchung des südkoreanischen Militärs und des UN-Kommandos ergab, dass die explodierte Mine nordkoreanischer Herstellung war. Unklar bleibt, ob sie absichtlich südlich der Linie platziert wurde; Erdrutsche oder schlechte Grenzmarkierungen könnten die Lage erklären. Seoul forderte eine sofortige Entschuldigung und ein Ende der nordkoreanischen Grenzbefestigungen; Pjöngjang bestritt jede Beteiligung und baute weiter. Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, sagte vergangene Woche, entlang der gesamten Grenze stünden Lautsprecher für psychologische Kriegsführung bereit – eine Umkehr der früheren Entscheidung, sie zur Entspannung zu entfernen.
Russlands Rolle beim nordkoreanischen Militärausbau
Das militärische Selbstbewusstsein Nordkoreas ist seit dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Russland stark gestiegen. Pjöngjang liefert Truppen und Waffen für den Krieg in der Ukraine und erhält im Gegenzug Kampferfahrung und Waffenwissen. Der größte Gewinn ist die Drohnentechnologie. Pjöngjang scheint aus dem Ukraine-Krieg gelernt zu haben, dass billige Drohnen teure Luftabwehrsysteme überwältigen können.
Fotos von Kim Jong-un in einer Drohnenfabrik im vergangenen Monat deuten darauf hin, dass Nordkorea mit der Massenproduktion von Drohnen begonnen hat. Laut NK News hat Russland auch Offiziere nach Nordkorea geschickt, um Drohnenoperatoren auszubilden. Bei einer nordkoreanischen Übung im vergangenen Monat griff ein Drohnenschwarm eine Zielinsel an, während Marschflugkörper und ballistische Raketen gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen einschlugen – eine Taktik, die an das Drohnenkriegs-Playbook aus dem Russland-Ukraine-Krieg erinnert.
Was das für Südkorea und US-Truppen bedeutet
Sollte Nordkorea große Mengen Drohnen produzieren, hätte das erhebliche Folgen für die Luftverteidigung Südkoreas und der dort stationierten US-Truppen. Südkoreas Drohnendivision wird derzeit umstrukturiert und steht vor Budgetkürzungen; die Antwort auf die schnell wachsende Drohnengefahr hinkt hinterher. Im vergangenen Jahr kündigte der Verteidigungsminister das Ziel an, 500.000 „Drohnenkrieger“ auszubilden. Experten bezweifeln jedoch, ob das ausreicht, um das Hyperschallraketen-Wettrüsten in der Region zu kontern.
FAQ
Warum feuert Nordkorea jetzt Raketen?
Nordkorea modernisiert sein Militär und testet Hyperschall- und Drohnenfähigkeiten, teils mit russischer Hilfe, während Spannungen wegen Grenzminen und Südkoreas eigener Raketentests zunehmen.
Was hat Russland Nordkorea gegeben?
Russland hat Drohnentechnologie, Raketentelemetrie und Kampferfahrung weitergegeben – im Austausch für nordkoreanische Truppen und Artillerie für den Ukraine-Krieg.
Was geschah an der DMZ?
Drei südkoreanische Soldaten wurden im September 2026 durch eine nordkoreanische Mine verletzt. Seoul forderte eine Entschuldigung und ein Ende der Grenzbefestigungen.
Reagiert Südkorea militärisch?
Ja. Südkorea testete im Oktober 2026 seine erste Hyperschallrakete und will 500.000 Drohnenoperatoren ausbilden; die Drohnendivision steht jedoch vor Kürzungen.
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