Winterterror: Russland startet größten Luftangriff des Jahres 2026
Russland hat in der vergangenen Nacht einen der verheerendsten Luftangriffe des Winters auf die Ukraine durchgeführt. Etwa 450 Drohnen und 70 Raketen, darunter ballistische Waffen, wurden über mehrere Regionen abgefeuert. Der Angriff zielte gezielt auf die Energieinfrastruktur und zivile Gebiete während einer extremen Kältewelle, in der die Temperaturen in einigen Gebieten auf bis zu -20°C fielen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Angriff als 'einen weiteren Versuch des Wintervölkermords', der darauf abziele, Zivilisten zu terrorisieren, wenn sie am verwundbarsten sind.
Flächendeckende Zerstörung und humanitäre Krise
Die Angriffe trafen Städte hunderte Kilometer von der Frontlinie entfernt, darunter Kiew, Charkiw, Dnipro, Sumy und Odessa. Mindestens neun Menschen wurden verletzt, und Hunderttausende Familien saßen bei bitterer Kälte ohne Heizung und Strom. Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal erklärte in den sozialen Medien, dass 'Russland Wohnhäuser, Heizkraftwerke und Heizkraftwerke bombardiert hat, die ausschließlich in Betrieb waren, um Gemeinden mit Wärme zu versorgen. Dies waren keine militärischen Ziele, sondern rein zivile Ziele.'
Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, berichtete, dass mehr als 800 Gebäude in seiner Stadt ohne Strom und Heizung standen, was Techniker zwang, das Heizsystem für Reparaturen abzuschalten. 'Ich verstehe, wie schwierig das bei Temperaturen um -20 Grad ist, aber dieser unvorhergesehene Angriff lässt uns keine andere Wahl,' sagte Terechow.
Überraschungsbesuch des NATO-Chefs während der Krise
Nur wenige Stunden nach den Angriffen stattete NATO-Generalsekretär Mark Rutte Kiew einen unangekündigten Besuch ab und demonstrierte damit die Solidarität des Bündnisses mit der Ukraine. Rutte, der im Oktober 2024 nach seiner Amtszeit als niederländischer Premierminister NATO-Chef wurde, legte zusammen mit Präsident Selenskyj Blumen an einem Denkmal für gefallene Soldaten nieder und sprach vor dem ukrainischen Parlament.
In seiner Rede enthüllte Rutte, dass '75 Prozent aller von der Ukraine verwendeten Raketen und 90 Prozent der eingesetzten Luftverteidigung mit Mitteln aus dem NATO-Unterstützungspaket bezahlt werden.' Er betonte, dass die Beendigung des Krieges 'schwierige Entscheidungen' erfordern würde, und besprach mit Selenskyj den Bedarf an mehr amerikanischen Luftverteidigungssystemen und einer erhöhten Waffenproduktion innerhalb der europäischen Grenzen.
Friedensgespräche und politischer Kontext
Der massive Angriff erfolgt kurz vor den für den 4.-5. Februar geplanten Friedensgesprächen in Abu Dhabi, bei denen die Ukraine, Russland und die Vereinigten Staaten die Verhandlungen wieder aufnehmen werden. Diese von den USA vermittelten Gespräche stellen fortlaufende diplomatische Bemühungen dar, den fast vier Jahre andauernden Konflikt zu beenden, auch wenn wichtige territoriale Fragen bezüglich der ukrainischen Donbas-Region ungelöst bleiben.
Der Zeitpunkt des Angriffs scheint strategisch, da er stattfand, nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump Berichten zufolge vom russischen Präsidenten Wladimir Putin das Versprechen erhalten hatte, Kiew eine Woche lang nicht anzugreifen und aufgrund der extremen Kälte von Angriffen auf die Energieinfrastruktur abzusehen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte jedoch angegeben, dass dieses Versprechen am Sonntag auslaufen würde, kurz vor dem jüngsten Angriff.
DTEK, das größte private Energieunternehmen der Ukraine, berichtete, dass dies der schwerste Angriff auf das Stromnetz in diesem Jahr war, mit neun großen Angriffen auf seine Anlagen seit Oktober, die erhebliche Schäden verursacht haben. Die Infrastruktur des Unternehmens ist zu einem häufigen Ziel in Russlands Kampagne geworden, den Energiesektor der Ukraine während der Wintermonate lahmzulegen.
Internationale Reaktionen und Zukunftsperspektiven
Die internationale Gemeinschaft hat die Angriffe verurteilt, wobei europäische Führungspersönlichkeiten ihre Empörung über das äußerten, was viele als Kriegsverbrechen gegen zivile Infrastruktur bezeichnen. Schweden und Dänemark kündigten kürzlich einen gemeinsamen Kauf von Tridon-Luftverteidigungssystemen im Wert von 290 Millionen US-Dollar für die Ukraine an, während die EU sich offen dafür gezeigt hat, eine Zollunion mit dem Vereinigten Königreich als Teil einer breiteren Sicherheitszusammenarbeit zu diskutieren.
Während sich die Ukraine auf die Gespräche in Abu Dhabi vorbereitet, hat Präsident Selenskyj erklärt, dass er erwartet zu hören, zu welchen Kompromissen Russland bereit ist. Doch angesichts anhaltender Angriffe auf zivile Infrastruktur und ohne klaren diplomatischen Durchbruch in Sicht bleibt der Weg zum Frieden ungewiss, während ukrainische Zivilisten einen weiteren harten Winter unter Beschuss durchstehen müssen.
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