Ukraine deckt nur 60% des Strombedarfs

Die Ukraine deckt nur 60% ihres Strombedarfs aufgrund russischer Angriffe. Städte kämpfen mit Stromausfällen bei eisiger Kälte, während internationale Hilfe und Diplomatie intensiviert werden.

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Ukraine übersteht schwerste Winterkrise seit Kriegsbeginn

Die Ukraine kämpft mit der schwersten Energiekrise seit der russischen Invasion im Jahr 2022. Das Land kann nur noch 60% seines Strombedarfs decken, nachdem anhaltende russische Angriffe die Energieinfrastruktur schwer beschädigt haben. Energieminister Denys Schmyhal enthüllte die prekäre Lage in einer Parlamentsrede und warnte, dass 'es kein einziges Kraftwerk in der Ukraine mehr gibt, das nicht angegriffen wurde', während die Temperaturen nachts auf -20°C fallen.

Kritische Lage in Großstädten

Am stärksten betroffen sind Kiew, Charkiw, Odessa und Frontlinienstädte, in denen die Bewohner während des kältesten Winters seit Jahren tagelang ohne Heizung oder Strom auskommen müssen. Laut Berichten von Al Jazeera sagte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, dass die Hauptstadt nur die Hälfte des benötigten Stroms für ihre 3,6 Millionen Einwohner habe. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Stadt, dass die meisten Bewohner während strengen Frostperioden keine Heizung haben.

Präsident Wolodymyr Selenskyj gab bekannt, dass die Stromerzeugungskapazität am 15. Januar nur 11 Gigawatt betrug, während das Land 18 Gigawatt benötigt, um normal zu funktionieren. 'Die Intensität der Angriffe nimmt nur noch zu', sagte Schmyhal den Abgeordneten und betonte, dass Russlands systematische Angriffe auf Energieanlagen eine bewusste Strategie seien, um den ukrainischen Widerstand in den Wintermonaten zu brechen.

Internationale Reaktionen und Notmaßnahmen

Die britische Regierung hat zusätzliche 20 Millionen Pfund (etwa 23 Millionen Euro) für die Wiederherstellung der Energieinfrastruktur zugesagt, angekündigt während eines Besuchs anlässlich des Partnerschaftsjahres zwischen dem Vereinigten Königreich und der Ukraine. Norwegen hat einen Zuschuss von 200 Millionen US-Dollar für den Notfall angeboten, während die Ukraine die Stromimporte aus EU-Ländern stark erhöht hat.

Die Ukraine steht jedoch vor Einschränkungen, da die maximale Importkapazität nur etwa 2,3 Gigawatt beträgt – nicht genug, um das enorme Defizit auszugleichen. Das Land hat Notmaßnahmen umgesetzt, darunter öffentliche Heizzentren, verkürzte Ausgangssperren, verlängerte Schulferien und hat Unternehmen aufgefordert, Strom zu sparen.

Diplomatische Bemühungen und Sicherheitsgarantien

Während sich die Energiekrise verschärft, reist eine ukrainische Delegation nach Washington für entscheidende Gespräche über Sicherheitsgarantien und ein Wiederaufbaupaket in Höhe von 800 Milliarden US-Dollar nach dem Krieg. Laut Berichten von The Star hofft Präsident Selenskyj, dass Vereinbarungen nächste Woche während des Weltwirtschaftsforums in Davos unterzeichnet werden können.

Selenskyj hat wiederholt mehr Luftabwehrmunition von westlichen Verbündeten gefordert und enthüllt, dass einige ukrainische Luftabwehrsysteme bis vor kurzem keine Raketen mehr hatten, bis neue Lieferungen eintrafen. 'Russische Angriffe auf unsere Energieinfrastruktur zeigen, dass Russland derzeit keinen Frieden will', erklärte Selenskyj und kritisierte damit Moskaus Behauptungen über die Bereitschaft zu Friedensverhandlungen.

Humanitäre Auswirkungen und Winterherausforderungen

Die Vereinten Nationen haben gewarnt, dass russische Angriffe Millionen Ukrainer von Strom, Heizung und Wasser abgeschnitten haben, wobei ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Behinderungen am stärksten betroffen sind. Das Internationale Rote Kreuz bezeichnete dies als den schwersten Winter seit der Eskalation des Konflikts, wobei die Temperaturen voraussichtlich wochenlang zwischen -8°C tagsüber und -20°C nachts bleiben werden.

Charkiw erlitt einen besonders verheerenden Angriff, der eine große Energieanlage zerstörte und 400.000 Menschen ohne Strom ließ. Berichten zufolge reichen die ukrainischen Kraftstoffreserven nur noch für 20 Tage, was die Dringlichkeit der Situation erhöht, während das Land sich beeilt, bis Ende des Jahres bis zu 2,7 Gigawatt an neuer Erzeugungskapazität zu installieren.

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