Ukrainischer Führer äußert Frustration über mangelnde Fortschritte im Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hielt am 22. Januar 2026 eine leidenschaftliche und kritische Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, in der er seine tiefe Frustration über das, was er 'keine echten Fortschritte' im Krieg gegen Russland nannte, trotz zahlreicher internationaler Treffen zum Ausdruck brachte. Der ukrainische Führer, der sein Land seit der groß angelegten russischen Invasion von 2022 durch den Konflikt führt, hielt in seiner Bewertung der europäischen Unterstützung kein Blatt vor den Mund.
Treffen mit Trump und Friedensaussichten
Selenskyjs Rede folgte auf ein wichtiges Treffen mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, der das Davos-Forum besuchte. Die beiden Führer sprachen etwa eine Stunde, wobei beide ihr Treffen als 'gut' und 'produktiv' beschrieben. Trump wiederholte seinen Standpunkt, dass 'der Krieg aufhören muss', während Selenskyj enthüllte, dass Dokumente zur Beendigung des Konflikts 'fast fertig' seien.
'Der letzte Kilometer ist immer sehr schwierig,' sagte Selenskyj dem Publikum und bezog sich dabei auf die letzten Phasen der Friedensverhandlungen. 'Alle sind sehr positiv, aber die Unterstützung von Präsident Trump ist notwendig.'
Scharfe Kritik an der europäischen Reaktion
Obwohl er Europa für das Einfrieren russischer Vermögenswerte dankte und Zusagen von Führungspersönlichkeiten wie dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron anerkannte, äußerte Selenskyj seine Enttäuschung über das, was er als unzureichende Maßnahmen ansieht. Er kritisierte speziell europäische Länder für ihre Reaktion auf die Situation im Iran und stellte fest, dass, während Politiker nach Urlaubspausen Positionen diskutierten, das iranische Regime bereits Tausende getötet habe.
'Wenn das iranische Regime überlebt, sendet es ein klares Signal an jeden Tyrannen: Töte genug Menschen und du bleibst an der Macht,' warnte Selenskyj.
Fragen zur Wirksamkeit der NATO
Der ukrainische Präsident stellte ernsthafte Fragen zur Zuverlässigkeit der NATO und bemerkte, dass, obwohl Europa dem Bündnis vollständig vertraut, im Falle einer Gefahr einzugreifen, 'niemand das Bündnis jemals wirklich in Aktion gesehen hat.' Er fragte sich, was passieren würde, wenn Länder wie Polen oder Litauen angegriffen würden, und deutete an, dass die NATO sich auf amerikanische Intervention verlässt, dies aber nicht garantiert werden kann.
Bevorstehende trilaterale Gespräche
Selenskyj kündigte an, dass diese Woche in den Vereinigten Arabischen Emiraten 'technische' Gespräche zwischen der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Russland stattfinden werden. Er äußerte die Hoffnung, dass Russland zu Kompromissen bereit sein würde, obwohl er zugab, dass Moskau in früheren Verhandlungen obstruktiv gewesen war.
Die Rede erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur, die Tausende während eines der härtesten Winter seit Beginn der Invasion ohne Heizung gelassen haben. Selenskyjs Auftritt in Davos markiert eine bedeutende diplomatische Anstrengung, um die internationale Aufmerksamkeit auf die Situation der Ukraine zu lenken und konkrete Zusagen zur Beendigung des Konflikts zu sichern.
Für weitere Informationen zu Selenskyjs Präsidentschaft und der Situation in der Ukraine besuchen Sie Wikipedia.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português