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Blitz tötet 97 Schweizer Schafe in Wolfs-Schutzpferch

Blitz tötet 97 Walliser Schwarznasenschafe in der Schweiz, die zum Wolfschutz eingepfercht waren. Die Tragödie auf der Eggerhorn-Alp bei 26.000 Blitzen wirft Fragen zu Raubtiermanagement auf.

Blitz tötet 97 Schweizer Schafe in Wolfs-Schutzpferch
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Was geschah auf der Eggerhorn-Alp?

Ein Blitzschlag tötete in der Nacht des 18. Juli 2026 auf der Eggerhorn-Alp im Schweizer Binntal (Kanton Wallis) 97 Walliser Schwarznasenschafe während eines schweren Gewitters. Etwa 80 weitere Schafe überlebten. Die fast 100 Kadaver wurden am Freitag, den 19. Juli, per Helikopter von der abgelegenen Alp auf 2.503 Metern Höhe geborgen.

Die Schafe waren zum Schutz vor Grossraubtieren in einem Nachtpferch versammelt – eine Massnahme, die laut Schafzüchter Kilian Schnydrig noch vor wenigen Jahren nicht nötig gewesen wäre. Die Tragödie verdeutlicht die unbeabsichtigten Folgen von Wolfschutzmassnahmen in den Alpen und die schwierigen Abwägungen für Bergbauern.

Warum waren die Schafe versammelt?

Die Schweizer Wolfsbevölkerung ist laut der Stiftung Kora auf 43 Rudel mit rund 350 identifizierten Wölfen angewachsen. Diese rasche Ausbreitung zwingt traditionelle Schafzüchter, jahrhundertealte Weidepraktiken zu ändern. Walliser Schwarznasenschafe, bekannt für ihre schwarzen Gesichter, Spiralhörner und dicke weisse Wolle, wurden früher frei auf Alpwiesen getrieben. Heute müssen sie nachts eingepfercht werden, um sie vor Wolfsangriffen zu schützen.

Bauer Kilian Schnydrig sagte den lokalen Medien, dass die nächtliche Einpferchung eine direkte Reaktion auf die wachsende Wolfsbedrohung sei. „Vor ein paar Jahren wäre das nie nötig gewesen“, so Schnydrig. Die Ironie: Ausgerechnet die Massnahme, die die Schafe vor Wölfen retten sollte, trug durch den Blitzschlag im dicht besetzten Pferch zum Ausmass der Tragödie bei.

Das Gewitter: 26.000 Blitze in Stunden

Der Schweiz erlebte eine Hitzewelle, bevor schwere Gewitter das Land überzogen. Der Wetterdienst SRF Meteo registrierte am Donnerstagabend innerhalb weniger Stunden 26.000 Blitze. Besonders betroffen war die Bergregion Wallis. Da die Schafe auf einer kleinen eingezäunten Fläche konzentriert waren, waren die Folgen verheerend – im Gegensatz zur traditionellen Freilandhaltung, wo sich die Tiere verteilen.

Walliser Schwarznasenschafe: Eine Schweizer Heritage-Rasse

Das Walliser Schwarznasenschaf ist eine traditionelle Schweizer Schafrasse aus dem Wallis, die bereits im 15. Jahrhundert dokumentiert wurde. Die Rasse ist an das raue Alpenklima angepasst und weidet auf steinigen Alpwiesen, die andere Nutztiere nicht erreichen. Zu den Merkmalen gehören: weisse Wolle, schwarzes Gesicht, Ohren, Augenränder und Beine, Spiralhörner bei beiden Geschlechtern. Böcke wiegen 80–130 kg, Mutterschafe 70–90 kg. Die Wolle ist grob (ca. 38 Mikrometer) und wird für Filz und strukturierte Garne genutzt. Die Rasse wird für Fleisch, Wolle und Landschaftspflege gehalten. 2023 zählte die Schweiz 10.286–19.732 Tiere. Die Rasse ist auch in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien und Nordamerika verbreitet und wird manchmal „Teddybärschaf“ genannt. In der Schweiz bleibt es ein Arbeitstier, das für die Schweizer Alpwirtschaft essenziell ist.

Der Konflikt zwischen Wolf und Nutztier in der Schweiz

Nachdem Wölfe in der Schweiz über ein Jahrhundert ausgestorben waren, kehrten sie in den 1990er Jahren aus Italien und Frankreich zurück. Bis 2026 wuchs die Population auf 43 Rudel und etwa 350 Individuen. Die Bundesregierung hat regulierte Keulungsprogramme eingeführt, doch der Spagat zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bleibt schwierig. Für Schafzüchter wie Schnydrig hat die Rückkehr des Wolfes die Bewirtschaftung fundamental verändert: Nachtpferche, Herdenschutzhunde und Elektrozäune sind nötig, bringen aber neue Risiken.

Bergungsaktion per Helikopter

Die abgelegene Lage der Eggerhorn-Alp machte eine Bergung zu Fuss unmöglich. Die fast 100 Schafkadaver wurden am Freitag per Helikopter ausgeflogen – eine Herausforderung aufgrund der Höhe und der Notwendigkeit, die toten Tiere schnell zu entfernen, um Krankheiten und Umweltbelastung zu vermeiden. Die überlebenden 80 Schafe blieben auf der Alp, benötigen aber möglicherweise tierärztliche Versorgung. Der wirtschaftliche Verlust für den Bauern ist erheblich, da Walliser Schwarznasenschafe wertvolle Tiere sind.

Weitere Bedeutung

Der Vorfall hat in der Schweiz eine Debatte über die unbeabsichtigten Folgen von Wildtiermanagementmassnahmen ausgelöst. Die EU-Raubtierschutzpolitik hat die Erholung der Wolfsbestände ermöglicht, aber die Kosten für traditionelle Bauerngemeinschaften steigen. Umweltgruppen argumentieren für gut finanzierte Schutzmassnahmen, während Bauernverbände auf eine Überarbeitung der Politik drängen. Die Tragödie auf der Eggerhorn erinnert daran, dass Naturschutzentscheidungen komplexe Auswirkungen haben – manchmal mit tödlichen Folgen, die niemand vorhergesehen hat.

FAQ

Wie viele Schafe wurden in der Schweiz durch Blitzschlag getötet?

97 Walliser Schwarznasenschafe wurden in der Nacht des 18. Juli 2026 auf der Eggerhorn-Alp im Binntal (Kanton Wallis) durch einen Blitzschlag getötet.

Warum waren die Schafe nachts in einem Pferch versammelt?

Die Schafe wurden zum Schutz vor Wölfen im Nachtpferch gehalten. Die wachsende Wolfsbevölkerung zwingt Bauern, traditionelle Freilandhaltung aufzugeben und Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Wie viele Blitze gab es während des Sturms?

SRF Meteo registrierte innerhalb weniger Stunden 26.000 Blitze über der Schweiz am Abend des 18. Juli 2026.

Was ist ein Walliser Schwarznasenschaf?

Das Walliser Schwarznasenschaf ist eine Schweizer Heritage-Rasse mit weisser Wolle, schwarzem Gesicht und Spiralhörnern, die für Fleisch, Wolle und Landschaftspflege gehalten wird.

Haben Schafe den Blitzschlag überlebt?

Ja, etwa 80 Schafe überlebten den Blitzschlag auf der Eggerhorn-Alp.

Quellen

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