UN-Generalsekretär Guterres warnt vor finanziellem Zusammenbruch
UN-Generalsekretär António Guterres hat die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen gewarnt, dass die Organisation einem 'finanziellen Zusammenbruch' entgegengeht, möglicherweise bereits im Juli 2026. In einem alarmierenden Brief enthüllte Guterres, dass die UNO das Jahr 2025 mit einem Defizit von 1,57 Milliarden US-Dollar abschloss, hauptsächlich verursacht durch Mitgliedstaaten, die ihre Pflichtbeiträge nicht gezahlt haben.
Der US-amerikanische Faktor
Die Krise wird erheblich verschärft durch die Vereinigten Staaten, den größten Geldgeber der UNO, der Zahlungen zurückhält und sich aus zahlreichen UN-Organisationen zurückzieht. Laut BBC-Berichten zahlte die USA im letzten Jahr nur 30 % des versprochenen Geldes für UN-Operationen und hat sich kürzlich aus der Weltgesundheitsorganisation und Dutzenden anderen UN-Gremien zurückgezogen. Die Trump-Regierung hat UN-Zahlungen als 'Verschwendung von Steuergeldern' bezeichnet.
Ein kaputtes Finanzsystem
Guterres wies auf eine besonders schädliche Finanzregel hin, die die UNO verpflichtet, Geld für Programme zurückzuzahlen, die nicht durchgeführt wurden – selbst dann, wenn die Organisation das zugesagte Geld nie erhalten hat. Allein in diesem Monat muss die UNO etwa 227 Millionen US-Dollar unter dieser Regel zurückerstatten. 'Die Krise vertieft sich, das bedroht UN-Projekte und kann in einem finanziellen Zusammenbruch münden,' schrieb Guterres in seinem Brief.
Praktische Konsequenzen
Die Finanzkrise hat bereits jetzt greifbare Folgen für UN-Operationen weltweit. Laut Reuters ist UN Women gezwungen, Mutter- und Babykliniken in Afghanistan zu schließen, während das Welternährungsprogramm Rationen für sudanesische Flüchtlinge reduziert hat. In UN-Büros in Genf wurden Zettel aufgehängt, die die Ernsthaftigkeit der Situation erklären, wobei Aufzüge regelmäßig abgeschaltet und die Heizung gedrosselt werden, um Geld zu sparen.
Historischer Kontext und zukünftige Implikationen
Die Vereinten Nationen wurden 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, um internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren, Menschenrechte zu fördern, soziale und wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben und humanitäre Hilfe zu koordinieren. António Guterres, der 2017 der neunte UN-Generalsekretär wurde, hatte zuvor vor finanziellen Problemen gewarnt, aber nie mit solcher Dringlichkeit. Er hat drastische Sparmaßnahmen ergriffen, aber diese werden möglicherweise ohne Systemänderung nicht ausreichen.
Guterres hat den Mitgliedstaaten ein Ultimatum gestellt: entweder ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen oder die Finanzregeln der UNO grundlegend überarbeiten. Mit nur 77 % der fälligen Beiträge, die 2025 gezahlt wurden – ein Rekordtief – steht die Organisation vor der schwersten Finanzkrise seit ihrer Gründung. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die internationale Gemeinschaft die Institution retten kann, die ihr dienen soll.
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