Rolle der US-Einwanderungsbehörde ICE bei olympischer Sicherheit sorgt für Aufruhr
Die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) wird einen Beitrag zur Sicherheit der Olympischen Winterspiele 2026 in Italien leisten – eine Entscheidung, die auf beiden Seiten des Atlantiks erhebliche Kontroversen auslöst. Die Ermittlungsabteilung HSI von ICE wird das Gastgeberland Italien und den Diplomatic Security Service (DSS) des US-Außenministeriums dabei unterstützen, 'die Risiken durch internationale kriminelle Organisationen einzuschätzen und zu verringern' während der Spiele vom 6. bis 22. Februar in Norditalien.
Italienischer Widerstand und amerikanische Kontroverse
Die Ankündigung hat aufgrund des umstrittenen Rufs von ICE durch seine oft aggressive Einwanderungsdurchsetzung in den Vereinigten Staaten Empörung ausgelöst. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala kritisierte den Einsatz scharf und erklärte: 'Das ist eine Miliz, die Menschen tötet. Sie sind in Mailand nicht willkommen.' Die Äußerungen des Bürgermeisters spiegeln die wachsende Besorgnis unter italienischen Amtsträgern über die Beteiligung der Behörde an der Sicherung der olympischen Stätten wider.
ICE ist in den letzten Monaten nach tödlichen Schießereien bei Einwanderungsrazzien in Minneapolis in die Kritik geraten. Im Januar 2026 wurde Renée Good von einem ICE-Agenten erschossen, und einige Wochen später wurde Alex Pretti tödlich getroffen, als er einem Mithäftling helfen wollte. Diese Vorfälle haben Proteste in den Vereinigten Staaten angeheizt und Fragen zu den Taktiken der Behörde aufgeworfen.
Sicherheitsdetails und offizielle Reaktionen
Laut US-Beamten bleiben alle Sicherheitsoperationen unter italienischer Autorität. Ein ICE-Sprecher sagte gegenüber AFP, HSI werde daran arbeiten, 'Risiken durch internationale kriminelle Organisationen einzuschätzen und zu verringern' während der Spiele. Die Behörde betonte, dass 'ICE im Ausland keine Einwanderungsdurchsetzung betreibt' und ihre Rolle strikt auf die Unterstützung diplomatischer Sicherheitsoperationen beschränkt bleiben werde.
Italienische Amtsträger haben widersprüchliche Meinungen geäußert. Innenminister Matteo Piantedosi erklärte, er sehe 'kein Problem' mit der Beteiligung von ICE, während Attilio Fontana, Präsident der Region Lombardei, in der die Spiele stattfinden, Vertrauen äußerte, dass 'nichts passieren wird'. Nationale Behörden hatten jedoch zunächst bestritten, dass ICE überhaupt eine Rolle spielen würde.
Historischer Kontext und Hintergrund der Behörde
ICE wurde 2003 nach den Anschlägen vom 11. September als Teil des Ministeriums für Innere Sicherheit (Department of Homeland Security) gegründet. Die Behörde hat zwei Hauptabteilungen: Homeland Security Investigations (HSI), die sich auf grenzüberschreitende Kriminalität konzentriert, und Enforcement and Removal Operations (ERO), die für die Einwanderungsdurchsetzung zuständig ist. Laut Wikipedia war ICE während ihrer gesamten Existenz in mehrere Kontroversen verwickelt, wobei die Kritik während der Trump-Regierung erheblich zunahm.
Bundespolizeibehörden haben historisch gesehen bei der Sicherung amerikanischer Sportler bei internationalen Veranstaltungen geholfen, da amerikanische Teilnehmer traditionell potenzielle Ziele für Terroristen sind. Der Diplomatic Security Service ist bereits seit zwei Jahren im Vorfeld der Spiele in Italien vertreten und wird etwa hundert Mitarbeiter für Sicherheitsaufgaben einsetzen.
Politische Auswirkungen und zukünftige Implikationen
Die Kontroverse unterstreicht Spannungen zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Menschenrechtsbedenken in der internationalen Zusammenarbeit. Zwei italienische Oppositionsparteien haben Petitionen gestartet, um eine Beteiligung von ICE zu verhindern, und verweisen dabei auf Menschenrechtsbedenken. Der ehemalige Premierminister Giuseppe Conte drängte die Regierung, 'unsere eigenen Grenzen' in Bezug auf ausländische Sicherheitshilfe zu setzen.
Wie CNN berichtete, versuchte der italienische Außenminister Antonio Tajani, die Bedenken herunterzuspielen, indem er erklärte, ICE-Agenten würden nur in Operationszentren zusammenarbeiten, anstatt die öffentliche Ordnung auf der Straße durchzusetzen. Kritiker bleiben jedoch nicht überzeugt und verweisen auf die jüngere Geschichte der Behörde in den Vereinigten Staaten.
Die genaue Anzahl der einzusetzenden ICE-Agenten und ihre spezifischen Standorte wurden nicht bekannt gegeben. Laut dem italienischen Innenministerium werden diese Agenten nicht zum Schutz von Amerikanern vor Ort eingesetzt, sondern konzentrieren sich stattdessen auf nachrichtendienstliche und Koordinierungsaktivitäten.
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