Grenzschutzbeamte erschossen zwei Menschen in Portland bei einer Verkehrskontrolle, was die Spannungen mit lokalen Behörden erhöht. Der Vorfall folgt auf einen tödlichen ICE-Schusswechsel in Minneapolis.
Bundesagenten eröffnen bei Verkehrskontrolle in Portland das Feuer
US-Grenzschutzbeamte haben am 8. Januar 2026 zwei Menschen bei einer gezielten Fahrzeugkontrolle in Portland, Oregon, angeschossen. Der Vorfall verschärft die Spannungen zwischen Bundes-Einwanderungsbehörden und lokalen Amtsträgern und folgt auf einen tödlichen Schusswaffenvorfall in Minneapolis, bei dem ein ICE-Agent eine Frau erschoss.
Details des Schusswechsels
Laut einer Erklärung des Ministeriums für Innere Sicherheit habe der Fahrer versucht, Beamte bei einer 'gezielten Fahrzeugkontrolle' zu überfahren, woraufhin die Beamten das Feuer eröffneten. Die Opfer, ein Mann und eine Frau, die Berichten zufolge verheiratet waren, wurden mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ihr Zustand ist unbekannt.
Das Ministerium behauptet, das Ziel sei ein 'illegaler Einwanderer' gewesen und möglicherweise mit der venezolanischen kriminellen Organisation Tren de Aragua verbunden, die im Februar 2025 von der Trump-Regierung als ausländische terroristische Organisation eingestuft wurde. 'Wir führten eine legale Operation durch, die auf eine bekannte Bedrohung der öffentlichen Sicherheit abzielte,' erklärte ein Sprecher.
Lokale Amtsträger kritisieren Bundesaktionen
Bürgermeister Keith Wilson von Portland kritisierte die Bundesreaktion scharf und forderte die Aussetzung von ICE-Operationen während der Untersuchung. 'Portland ist kein Übungsgelände für bewaffnete Agenten,' erklärte Wilson. 'Es gab eine Zeit, da konnte man ihnen ihr Wort glauben. Diese Zeit ist längst vorbei.'
Die Äußerungen des Bürgermeisters spiegeln wachsende Spannungen zwischen Zufluchtsstädten wie Portland und Bundes-Einwanderungsbehörden wider. Polizeichef Bob Day von Portland rief zur Ruhe auf: 'Wir verstehen die erhöhten Emotionen und Spannungen, die viele nach dem Vorfall in Minneapolis empfinden, aber ich bitte die Gemeinschaft, ruhig zu bleiben, während wir versuchen, mehr zu erfahren.'
Breiteres Muster von Bundes-Lokal-Konflikten
Der Vorfall in Portland markiert mindestens den 16. Schusswaffenvorfall mit Beteiligung von Einwanderungsvollzugsbeamten seit Beginn der Einwanderungskampagne der Trump-Regierung, laut Daten des Recherchekollektivs The Trace. Es zeichnet sich ein Muster ab, bei dem Bundesbehörden Notwehr geltend machen, während lokale Amtsträger und Videoaufnahmen diese Darstellungen oft widerlegen.
In Chicago fanden ähnliche Vorfälle im September und Oktober 2025 statt, bei denen Bundesbehörden direkte Bedrohungen behaupteten, während Videoaufnahmen anderes nahelegten. Die Anklage gegen die Frau im Oktober-Vorfall wurde schließlich fallengelassen.
Nationaler Kontext und Proteste
Die Schießerei in Portland folgt auf den tödlichen Schuss auf die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis durch einen ICE-Agenten am 7. Januar. Good, eine US-Staatsbürgerin, wurde in einem Wohnviertel nur etwa anderthalb Kilometer von der Stelle getötet, an der George Floyd 2020 starb. Die Ministerin für Innere Sicherheit, Kristi Noem, erklärte, dass mehr als 2.000 Agenten im Einsatz seien, in dem, was das DHS als seine größte Einwanderungsvollzugsoperation aller Zeiten bezeichnet.
In mehreren Städten sind Proteste ausgebrochen, bei denen Demonstranten fordern, dass ICE ihre Gemeinschaften verlässt. Das FBI hat die Untersuchung des Schusswechsels in Portland übernommen, während der Generalstaatsanwalt von Oregon, Dan Rayfield, eine formelle staatliche Untersuchung eingeleitet hat.
Expertenanalyse
Rudy Bouma, USA-Korrespondent, merkt an: 'Es zeichnet sich ein Muster ab: eine wachsende Kluft zwischen der Darstellung der Bundesdienste und der Einschätzung durch lokale Behörden und Richter. Diese Diskrepanz wirft zunehmend Fragen zur Verhältnismäßigkeit und Transparenz des Gewalteinsatzes bei Bundes-Einwanderungsoperationen auf.'
Die Vorfälle unterstreichen die komplexe Schnittstelle von Einwanderungsvollzug, Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und des Gemeinschaftsvertrauens, während Bundesbehörden ihre Operationen in Zufluchtsstädten in den Vereinigten Staaten ausweiten.
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