China verbietet den Export von Dual-Use-Gütern nach Japan als Reaktion auf Äußerungen zu Taiwan. Das Verbot betrifft über 1250 Artikel, einschließlich seltener Erden. Japan protestiert als 'inakzeptabel', während es wirtschaftliche Risiken durch eine 60%ige Abhängigkeit von China eingeht.
China eskaliert Handelskrieg mit Japan über Taiwan-Aussagen
China hat mit sofortiger Wirkung Exportbeschränkungen verhängt, die den Verkauf von Dual-Use-Gütern an Japan verbieten, die für militärische Zwecke genutzt werden können. Dies markiert eine signifikante Eskalation der Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften Asiens. Das Verbot, das am 7. Januar 2026 angekündigt wurde, zielt auf Produkte und Technologien mit sowohl ziviler als auch militärischer Anwendung ab und ist eine direkte Reaktion auf die November-Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan.
Was sind Dual-Use-Güter?
Dual-Use-Güter beziehen sich auf Ausrüstung, Maschinen, Waren und Technologien, die sowohl für zivile als auch militärische Anwendungen genutzt werden können. Laut Wikipedia stellen diese Technologien ein "Dual-Use-Dilemma" dar, bei dem friedliche Anwendungen später in Waffen umgewandelt werden können. Chinas Exportkontrollliste umfasst nun mehr als 1.250 Artikel, die von Luft- und Raumfahrt- sowie Nukleartechnologie bis hin zu Komponenten für chemische und biologische Waffen reichen.
Der Taiwan-Auslöser
Die diplomatische Krise begann, als Premierministerin Takaichi im Parlament andeutete, dass ein chinesischer Angriff auf Taiwan eine "existentielle Bedrohung" für Japan darstellen und möglicherweise die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte aktivieren könnte. 'Diese jüngste Maßnahme, die ausschließlich unser Land ins Visier nimmt, weicht stark von internationalen Gepflogenheiten ab und ist völlig inakzeptabel,' erklärte der japanische Kabinettschef Minoru Kihara während einer Pressekonferenz.
China, das Taiwan als einen untrennbaren Teil seines Hoheitsgebiets betrachtet, reagierte mit einer Reihe eskalierender Maßnahmen. 'Es ist wahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr weitere solcher Maßnahmen folgen werden,' sagt Professor Mong Cheung, Experte für China-Japan-Beziehungen an der Waseda-Universität in Tokio.
Seltene Erden Abhängigkeit und wirtschaftliche Auswirkungen
Japan ist für etwa 60-63% seiner Importe seltener Erden von China abhängig, wobei einige schwere seltene Erden für Elektrofahrzeugmotoren fast vollständig von chinesischen Lieferungen abhängen. Laut U.S. News könnte eine dreimonatige Exportbeschränkung für seltene Erden japanische Unternehmen 4,2 Milliarden US-Dollar kosten und das BIP um 0,11% verringern, während ein einjähriges Verbot das BIP um 0,43% senken könnte.
'Es gibt noch viel Unklarheit über die möglichen Auswirkungen,' sagt der Wirtschaftssicherheitsexperte Yoshiaki Takayama vom Japan Institute of International Affairs. 'Es hängt davon ab, wie streng diese neuen Regeln durchgesetzt werden.'
Breitere Implikationen für die japanische Industrie
Die Beschränkungen gelten nicht nur für Lieferungen direkt an das japanische Militär, sondern auch für 'jeden anderen Endnutzer, der zur Stärkung der japanischen militärischen Fähigkeiten beiträgt.' Diese breite Formulierung könnte große japanische Unternehmen wie Mitsubishi, Kawasaki und Toshiba treffen, die den Großteil ihres Umsatzes mit nicht-militärischen Produkten erzielen, aber auch die japanischen Verteidigungskräfte beliefern.
Laut CNBC macht die Regelung auch nicht-chinesische Einrichtungen oder Personen, die chinesische Dual-Use-Güter nach Japan exportieren, nach chinesischem Recht strafbar, was möglicherweise auch europäische Unternehmen betrifft.
Historischer Kontext und Zukunftsperspektive
Dies ist nicht das erste Mal, dass China seltene Erden als politische Waffe einsetzt. Im Jahr 2010, während eines diplomatischen Konflikts, stoppte China vorübergehend den Export seltener Erden nach Japan, was Tokio veranlasste, seine Abhängigkeit zu verringern – mit begrenztem Erfolg.
Takayama weist auf die bewusste Unschärfe in Chinas Vorgehen hin: 'Indem nicht öffentlich gemacht wird, was und wer genau unter die Regelung fällt, behält China Flexibilität bei ihrer Anwendung.'
Angesichts des geplanten Treffens zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Führer Xi Jinping im April bleibt Professor Cheung skeptisch gegenüber einer sofortigen Lösung: 'Selbst wenn sie eine große Vereinbarung treffen, ist es unwahrscheinlich, dass dadurch die Spannungen zwischen China und Japan nachlassen.'
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